Die Europameisterschaft der U20-Leichtathleten in Tampere (Finnland) endete für Matti Hummel aus Kulmbach mit einer kleinen Enttäuschung. Der Hammerwerfer aus der Trainingsgruppe des TSV Stadtsteinach/UAC Kulmbach verpasste in der Qualifikation die Weite für das Finale und schied als 14. aus. Sein Teamkollege Timo Port (SV Saar 05) musste in der Quali indes nur einmal in den Hammerwurfring steigen, dann war die direkte Qualifikationsweite schon abgehakt.
Für ein großes Q waren 73,00 Meter gefordert, auf 74,21 Meter flog der Hammer von Timo Port. „Mein Ziel war, das große Q zu werfen, dass ich das schon im ersten schaffe, hätte ich aber nicht gedacht“, befand der deutsche Jugendmeister und fügte hinzu: „Eigentlich brauche ich immer einen Wurf, um reinzukommen.“
Und auch bei seinem erfolgreichen Versuch sah er noch technische Reserven. „Der hat sich eigentlich gar nicht so gut angefühlt, mein Trainer hat auch gesagt, da ist noch was drin.“ Es war das zweitbeste Resultat der Qualifikation für den Vierten der Meldeliste, der sich jedoch im Klaren war, dass im Finale die Karten neu gemischt werden.
Favorisiert ist dann vor allem der Ungar Ármin Szabados, der sein Wurfgerät schon in der Qualifikation auf 80,68 Meter katapultierte.
Knapper Meter fehlt fürs Hummel-Finale
Kein weiteres Mal in den Ring steigen wird Matti Hummel (UAC Kulmbach). Der U18-EM-Finalist des Vorjahres schied mit 68,66 Metern als 14. aus. 69,50 Meter waren für den Einzug in die Top Zwölf gefordert. „Mir war klar, dass es mit den technischen Baustellen, die ich zurzeit habe, schwer wird. Daher bin ich mit der Weite eigentlich relativ zufrieden“, sagte der Dritte der deutschen U20-Meisterschaft und jüngere Bruder von Olympia-Teilnehmer Merlin Hummel.
Das Finale tags darauf begann für Timo Port mit einer Nervenprobe, denn dem Saarländer unterliefen zwei ungültige Versuche. Der zweite Wurf war zwar weit, flog jedoch aus dem Sektor. Ähnliches war ihm vergangenes Jahr bei der U20-WM in Lima in der Qualifikation auch passiert, damals reichte es nicht fürs Finale. Diesmal jedoch rettete sich Port mit 71,10 Metern noch als Fünfter in den Endkampf. Seine Weite konnte er anschließend noch zweimal steigern, die Platzierung blieb indes bestehen.
Somit erreichte der deutsche U20-Meister sein bisher bestes internationales Ergebnis. Ein Wermutstropfen: Für Silber und Bronze reichten Weiten im Bereich knapp über 74 Meter. Mit seiner Bestweite von 74,63 Metern wäre Port mittendrin im Kampf um die Medaillen gewesen.
„Ich bin nicht völlig unzufrieden, es ist meine beste internationale Platzierung. Aber es wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. In der Qualifikation habe ich einen der besten Würfe in meiner Karriere gezeigt. Im Finale habe ich Lima-Flashbacks bekommen. Wenigstens konnte ich mich diesmal im Dritten noch retten, das ist schon mal besser als damals. Im letzten Wurf habe ich noch mal ein bisschen die Kurve gekriegt mit 73,05 Metern. Ich habe nicht total versagt, aber mein Ziel nicht erreicht. Mit einer persönlichen Bestleistung wäre die Medaille drin gewesen“, meinte Port bei leichtathletik.de.
Zur Freude der Gastgeber gingen zwei Medaillen nach Finnland: Mico Lampinen holte mit 74,67 Metern Silber vor Aatu Kangasniemi (74,41 m), der wenige Stunden zuvor Silber mit der Kugel gewonnen hatte. Als U20-Europameister war der favorisierte Ungar Ármin Szabados mit 82,91 Metern unangefochten. us











