Die heute 49-jährige Simone Mathes dominierte das deutsche Hammerwerfen in den neunziger Jahren und wurde zwischen 1993 und 1999 fünf Mal Deutsche Meisterin. Sie hatte wie Merlin Hummel im zarten Alter von elf Jahren auf dem Wurfgelände in Stadtsteinach mit der Leichtathletik begonnen. Ihre besten internationalen Platzierungen waren Rang 7 bei der Weltmeisterschaft und Rang 4 bei der EM.
Genau vor 20 Jahren gab es in Stadtsteinach einen Olympia-Test-Wettkampf mit der gesamten deutschen Hammerwurf-Spitze der Männer und Frauen. Simone Mathes hatte in 2004 mit 67,97 Metern (heute noch bayerischer Rekord) neben zwei anderen Werferinnen die Olympia-Norm in der Tasche.
Doch hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband für die Spiele in Athen nur zwei Startplätze. Wer nach Griechenland darf, musste sich bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig entscheiden. Simone Mathes hatte das Ticket schon in der Tasche, als sie Susi Keil in ihrem allerletzten Versuch überflügelte und schließlich nach Athen durfte.
Es gibt viele Parallelen im sportlichen Werdegang von Simone Mathes und Merlin Hummel. Beide Ständner-Schützlingen haben etliche Schüler- und Jugendrekorde aufgestellt, zusammen ein Dutzend deutscher Nachwuchs-Titel nach Stadtsteinach geholt. Merlin Hummel hatte aber schließlich das Glück, das Simone Mathes nicht hatte.
So löste er bei der EM mit der Weltklasseweite von 79,25 Metern sein Olympia-Ticket und ging als erster Kulmbacher Olympionike in die Geschichtsbücher ein. Bei den Spielen in Paris erreichte der 22-jährige Hummel unter 32 Teilnehmern das Finale und belegte schließlich Rang 8.
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Beim traditionellen Herbst-Werfertag in Stadtsteinach stellte sich Simone Mathes als Kampfrichterin zur Verfügung. Das größte Interesse galt aber dem jungen Olympioniken Merlin Hummel, der mehr mit dem Schreiben von Autogrammen als mit seinem Wurfhammer beschäftigt war.
Der 22-Jährige hatte nach seinem Olympia-Start Anfang August keinen Wettkampf mehr bestritten, nur abgespeckt trainiert und ein paar technische Kleinigkeiten ausprobiert. So waren seine erzielten 73,47 Meter nebensächlich, aber ein Indiz, dass der Sportsoldat in Kürze mit einem soliden Niveau ins Wintertraining einsteigen wird.
Kai Konopacki mit blitzschnellen Drehungen
Sein jüngerer Bruder Matti warf das fünf Kilo schwere Gerät in der Altersklasse U18 auf 63,91 Meter. Auch deutsche Schülermeister Kai Konopacki, der gerade aus dem Urlaub kam, erfreute mit blitzschnellen Drehungen. Der 15Jährige beförderte den 4kg-Hammer auf 60,47 Meter und blieb damit nur unwesentlich hinter seiner diesjährigen Bestmarke von 61,82 Metern.
Speerwerfer Max Hübner lieferte nach langer Verletzungspause in der U20-Klasse eine solide Serie ab. Sein 800Gramm-Speer segelte bei seinem besten Versuch auf 56,28 Meter. Weiter warf nur Florian Schmid(LG Stadtwerke München), der vor einer Woche noch in Lima/Peru bei der U20-WM am Start war, mit 60,10 Metern.
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Talente setzen sich in Szene
Sehr gut in Szene setzten sich einige ganz junge Talente aus der Trainingsgemeinschaft der Rasenkraftsportler des TSV Stadtsteinach und der Leichtathleten des UAC Kulmbach. Der erst zehnjährige Jonathan Grimmler zeigte, welche flotten Fortschritte bei regelmäßigem Training möglich sind und erfreute mit 34,32 Metern mit dem zwei Kilo schweren Hammer. Auch mit dem Diskus (21,54 Meter) wusste der Stadtsteinacher schon gut umzugehen.
Eine Klasse für sich war die elfjährige Valerie Hacker, die unter viel Beifall mit blitzschnellen Drehungen den zwei Kilo schweren Hammer auf 41,24 Meter beförderte und damit den W12-Vereinsrekord des UAC Kulmbach von Leonie Liebenwald aus dem Jahr 2016 um vier Zentimeter verbesserte. In der gleichen Disziplin ließ die knapp zwölfjährige Franziska Hailmann aufhorchen, die noch nicht lange diesen Sport ausübt. Gleich bei ihrem ersten Leichtathletik-Wettkampf schleuderte sie den Hammer auf beachtliche 28,32 Meter.
Ein „Roh-Diamant“ stand mit dem zwölfjährigen Jamie Schulze am Samstag in den Stadtsteinacher Wurfringen. Der hochgewachsene Junge verbesserte sich mit dem drei Kilo schweren Hammer seit seinem letzten Wettkampf um über acht Meter auf feine 43,70 Meter. Auch seinen Diskus beförderte der junge Mainleuser auf beachtliche 32,02 Meter.



































