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Mountainbike
Kulmbacher bei Jugend-Olympia auf Platz 2
Elias Hückmann liegt hier noch vor Krystof Bazant in Führung, konnte den ein Jahr älteren Tschechen aber am Ende nicht mehr halten. Die Silbermedaille bei den olympischen Jugendspielen ist für den Kulmbacher trotzdem ein Riesenerfolg.
Elias Hückmann liegt hier noch vor Krystof Bazant in Führung, konnte den ein Jahr älteren Tschechen aber am Ende nicht mehr halten. Die Silbermedaille bei den olympischen Jugendspielen ist für den Kulmbacher trotzdem ein Riesenerfolg. // Team Deutschland
Kulmbach – Riesenerfolg für den Kulmbacher Elias Hückmann: Der 15-Jährige gewinnt bei den europäischen olympischen Jugendspielen in Maribor Silber, nachdem er sogar in Führung lag.

Vier Jahre nach Hammerwerfer Merlin Hummel hat wieder ein Kulmbacher bei den europäischen olympischen Sommerspielen Silber geholt. Der 15-jährige Elias Hückmann musste sich in Maribor (Slowenien) im Cross-Country-Wettbewerb nur einem Tschechen geschlagen geben.

Das Europäische Olympische Jugendfestival (EYOF), so die offizielle Bezeichnung, findet alle zwei Jahre statt – sowohl im Winter als auch im Sommer. 2019 richteten im Winter Sarajewo (Bosnien-Herzegowina) und im Sommer Baku (Aserbaidschan) die EYOF-Jugendspiele aus. 2021 waren Vuokatti (Finnland) im Winter und Banská Bystrica (Slowakei) im Sommer die Austragungsorte.

Elias Hückmann im deutschen Nationaltrikot mit dem Adler auf der Brust bei Jugend-Olympia in Slowenien
Elias Hückmann im deutschen Nationaltrikot mit dem Adler auf der Brust bei Jugend-Olympia in Slowenien // Team Deutschland

Das Ziel dieser Veranstaltung ist es, die besten europäischen Jugendlichen olympische Luft schnuppern zu lassen und in ihnen den Traum wecken, einmal beim größten Ereignis, das ein Sportler erleben kann, dabei zu sein. Elias Hückmann hat diesen Traum natürlich auch. „Klar ist Olympia mein Ziel, denn das Event hier war richtig geil“, sagt der 15-Jährige, der für die „BikeSportBühne“ Bayreuth startet.

3600 Teilnehmer aus 48 Ländern

Bei den olympischen Jugendspielen in Maribor sind rund 3600 Nachwuchssportler und Offizielle aus 48 europäischen Ländern dabei. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat je vier Jungen und Mädchen nominiert, je eine(n) pro Disziplin und Altersklasse. Elias Hückmann durfte als aktuell Führender in der Deutschen Meisterschaft, die fünf Rennen umfasst und Ende September in Bad Tabertz in Thüringen entschieden wird, nach Slowenien reisen. Dort kämpfte er im Cross-Country der Jungen (U17) gegen 29 andere Biker aus ganz Europa um die Medaillen. „Bis auf zwei Fahrer habe ich keinen gekannt, deshalb wusste ich nicht, wo ich stehe. Ich wollte aber schon einen Platz unter den besten Zehn erreichen“, sagt Elias.

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Entscheidung zwei Runden vor Schluss

Dass der ein Jahr ältere Tscheche Krystof Bazant als Europameister seiner Altersklasse zu den Favoriten zählen würde, war dem Kulmbacher klar. „Ich habe ihn bei der EM gesehen, er hat ordentlich Druck auf dem Pedal“, sagt Elias Hückmann anerkennend. Trotzdem konnte der Oberfranke ihm lange Paroli bieten, setzte sich zusammen mit Bazant und dem Österreicher Valentin Hofer vom Rest des Feldes ab.

Während Hofer nach einem Sturz abreißen lassen musste und den dritten Platz belegte, war Hückmann noch einige Zeit mit Bazant gemeinsam unterwegs. „Auf der Strecke waren viele kleine, steile Anstiege drin, dort hat der Tscheche eine Lücke gefahren. Auf dem langen Anstieg bin ich wieder hingefahren, doch zwei Runden vor Schluss beschleunigte der Tscheche am Berg und konnte den entscheidenden Vorsprung herausfahren.“ Am Ende trennten Bazant und Hückmann nach rund 55 Minuten Fahrzeit 33 Sekunden.

Der obligatorische Bisstest  durfte nicht fehlen – ja, die Silbermedaille von Elias Hückmann ist echt.
Der obligatorische Bisstest durfte nicht fehlen – ja, die Silbermedaille von Elias Hückmann ist echt. // Team Deutschland

Bei den Mädchen der U17 wurde Adina Daubner Sechste. „Sowohl Elias als auch Adina, die beide zum jüngeren U17-Jahrgang gehören, haben ein super Rennen gezeigt. Beide sind mit Köpfchen gefahren“, lobte Jan Schlichenmair vom BDR.

Nächstes Ziel ist die Jugend-EM

Elias Hückmann, der in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien vom Besuch der 9. Klasse des Caspar-Vischer-Gymnasiums befreit wurde, gehört seit Jahren zu den größten deutschen Talenten im Cross-Country, das 1996 ins olympische Programm aufgenommen wurde – als bisher einzige Mountainbike-Disziplin. Schon als Siebenjähriger bestritt Elias sein erstes Mountainbike-Rennen und fuhr schon damals vorne mit. Inzwischen ist er amtierender Deutscher Vize-Meister und Vize-Europameister in seiner Altersklasse (Jahrgang 2008).

Direkt nach der Schlussfeier in Maribor am Samstag reist Elias Hückmann zum nächsten großen Wettkampf, der Jugend-EM in Lucca in der Toskana. „Als amtierender Vize-Europameister will ich natürlich wieder eine Medaille“, sagt der 15-Jährige, der dort auf seine größten Förderer und Fans trifft, Vater Andreas und Mutter Iris. Beide sind ebenfalls Sportler durch und durch, haben erst im vergangenen Jahr den Transalpine-Marathon in den Alpen erfolgreich absolviert.

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Auch die Schwester gehört zur Spitze

Auch Elias’ zwei Jahre ältere Schwester Lucie gehört im Cross-Country zur deutschen Spitze. Sie feuerte ihren Bruder in Slowenien an der Strecke an und half ihm bei den Vorbereitungen. Am Wochenende zuvor standen die Geschwister Hückmann noch in Albstadt auf der Schwäbischen Alb am Start. Elias gewann dabei die Bundesnachwuchssichtung der U15, Lucie startete bei der Deutschen Meisterschaft der U19, musste das Rennen aber abbrechen. „Die erste Runde verlief auch sehr gut, allerdings konnte ich das Tempo irgendwie nicht halten und musste das Rennen beenden“, sagte sie enttäuscht.

Die Anstrengung ist Elias Hückmann ins Gesicht geschrieben.
Die Anstrengung ist Elias Hückmann ins Gesicht geschrieben. // Team Deutschland

Bis Samstag genießt Elias Hückmann noch das Flair der Jugendspiele. „Ich schaue mir noch andere Wettkämpfe wie das Radrennen oder Schwimmen“, sagt der 15-Jährige, der zusammen mit allen 100 deutschen Sportlern in einem großen Wohnblock untergebracht ist. Für DOSB-Präsident Thomas Weikert sind die olympischen Jugendspiele ein wichtiger Bestandteil der Leistungssport-Förderung: „Unsere besten Nachwuchsathleten erleben durch den Charakter eines internationalen Multisport-Events bereits im frühen Alter einen Hauch von Olympia. Diese Erfahrungen sollen für eine längerfristige Karriere im Leistungssport motivieren.“

Olympia 2024 in Paris kommt für Elias natürlich noch zu früh. Aber vielleicht sieht man ihn schon 2028 mit dann 20 Jahren in Los Angeles für Deutschland um die Medaillen fahren.

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