Hört man den Namen Husquarna, denkt man an Motorräder oder Motorsägen. Ihren Ursprung hat die Weltfirma in einem fast gleichnamigen Städtchen mit heute etwa 21.000 Einwohnern in Schweden. In Huskvarna, so die neue Schreibweise, fanden kürzlich die Junioren-Europameisterschaften im Mountainbike-Cross-Country statt. Der 16-jährige Kulmbacher Elias Hückmann reiste als Titelverteidiger in den hohen Norden, konnte er sich doch im vergangenen Jahr in Lucca in Italien erstmals an die europäische Spitze fahren. Zwei Wochen vorher hatte er Silber bei den olympischen Jugendspielen in Maribor gewonnen.
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Zunächst stand für die besten Nachwuchs-Mountainbiker Europas ein kurzer Qualifikations-Sprint auf dem Programm, bei dem die Plätze im Team-Wettbewerb vergeben wurden. Elias Hückmann fuhr hier auf Platz 15 und qualifizierte sich für die beste deutsche Staffel, mit der er am Ende Rang 5 belegte. Damit qualifizierte er sich auch für einen Platz in der vorderen Startreihe für die Rennen.
44 Starter aus 16 Nationen
Über die Kurzstrecke (Cross-Country Short Track, XCC) gingen 44 Nachwuchs-Biker aus 16 Nationen in der Altersklasse U17 an den Start, darunter auch sechs Deutsche. Der Kulmbacher zeigte auf der nach Regenfällen am Vormittag etwas feuchten und deshalb nicht ganz leichten Strecke eine starke Leistung und übernahm Mitte des Rennens die Führung.
Doch am Ende erwies sich der Franzose Noa Filipi einen Tick stärker. "Er hat mich an einem Anstieg attackiert und überholt", berichtet Elias. Filipi benötigte 13:51 Minuten und hatte im Ziel sieben Sekunden Vorsprung. Dennoch riss der Kulmbacher die Hände nach oben und freute sich auch über Silber. "Die Medaille war etwas unerwartet, denn meine Priorität lag auf der Langdistanz", so der Kulmbacher, der von Stefan Pöhlmann von der BikeSportBühne Bayreuth trainiert wird.
Über die olympische Langdistanz (XCO) der Altersklasse U17 wollte Elias Hückmann aber unbedingt seinen EM-Titel verteidigen. Der Oberfranke, der für das Bike Junior Team powered by Bulls startet, behauptete sich gleich in der Spitzengruppe der besten zehn Fahrer. "Als es erstmals richtig den Berg raufging, bin ich an die Spitze gefahren", erzählt der 16-Jährige.
Franzose Filipi gewinnt wieder
Vor der letzten der insgesamt vier Runden zu je etwa einer Viertelstunde hatte sich Elias Hückmann teilweise schon eine Minute Vorsprung auf Noa Filipi herausgefahren. Doch der Franzose kam immer näher und bis auf zehn Sekunden an Hückmann ran. Vor der letzten Runde passierte es: Hückmann handelte sich einen Plattfuß am Hinterrad ein. Der amtierende Deutsche Meister von 2023 musste das Tempo drosseln und die Technik-Zone ansteuern.
So sehr sich die Mechaniker beeilten, um den Reifen zu wechseln - die Führung war futsch. "Bei einem normalen Wechsel verliert man nur etwa eine halbe Minute. Doch bei mir hat sich die Kette beim Rausnehmen des Hinterrades verwickelt, deshalb hat es fast zwei Minuten gedauert", berichtet der Kulmbacher. Elias musste machtlos zusehen, wie sechs weitere Fahrer an ihm vorbeifuhren. Zurück auf dem Rad, startete der Oberfranke eine Aufholjagd, konnte sich aber nur noch auf Platz 5 verbessern. Auch in diesem Rennen ging der Titel an den Franzosen Filipi. Elias Hückmann hatte im Ziel nach 1:03 Stunden 2:20 Minuten Rückstand auf den Sieger, zu Bronze fehlten ihm nur 1:24 Minuten.
Hückmann: "Der Sieg war drin"
Natürlich war der Kulmbacher total enttäuscht, eine Medaille auf so unglückliche Art und Weise verloren zu haben. "Der Sieg war drin, die Beine und Stimmung waren gut", ärgerte sich Elias.
Nun hat er noch ein großes Ziel in der sich dem Ende neigenden Saison. Beim letzten Rennen zur Deutschen Meisterschaft Ende September will Elias Hückmann seinen Deutschen Meistertitel verteidigen. Und es sieht gut aus, dass er das schafft, hat er sich doch in den bisherigen Rennen schon einen ordentlichen Punktevorsprung herausgefahren. Nun darf nur nicht wieder ein Defekt dazwischenkommen...














