Bei Elias Hückmann jagt derzeit ein Erfolg den nächsten. Wenige Tage nach seinem zweiten Platz bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen im slowenischen Maribor war der 15-jährige Kulmbacher bei der Jugend-Europameisterschaft im Cross-Country am Start. Als Vize-Europameister angereist, setzte Hückmann diesmal noch einen drauf. Nahe der italienischen Stadt Lucca krönte er sich erstmals zum kontinentalen Titelträger der U16.
„Es fühlt sich gut an“, sagt Hückmann zwei Tage nach seinem Triumph. „Der Erfolg bedeutet mir viel.“ Teilen durfte er diesen mit der Familie, die ihn vor Ort unterstützte. „Meine Eltern und meine Schwester haben mich angefeuert, das hat geholfen“, freut sich der 15-Jährige, der für die „BikeSportBühne“ Bayreuth startet.
Elias Hückmann stürzt in der Team-Rallye
Dabei verlief der Start in die Europameisterschaft äußerst unglücklich. Drei Tage vor dem Einzelrennen stand die Team-Rallye auf dem Programm. Drei Fahrer bildeten eine Mannschaft. „Wir hatten uns keine Platzierung vorgenommen, aber mit einem Platz unter den ersten Zehn haben wir schon geliebäugelt“, verrät Hückmann. Es sprang jedoch nur der 23. Rang heraus, da es zu Beginn des Rennens einen Massensturz gab, in den der Kulmbacher involviert war.
„Mein Rad war zum Glück nicht kaputt und ich hatte nur zwei kleine Schürfwunden“, sagt Hückmann. Beim Aufsteigen aufs Rad fuhr ihm allerdings noch jemand über seinen Schuh, so dass die Verschlüsse abrissen. „Dazu hat es sich an den Anstiegen gestaut, so dass man nicht mehr richtig fahren konnte“, führt der 15-Jährige aus. „Letztlich war meine Runde extrem schlecht.“
Dabei kann die Team-Rallye ein wichtiger Indikator für das Einzelrennen sein. „Normalerweise kann man die Zeiten ein bisschen miteinander vergleichen und ungefähr abschätzen, wie die Chancen stehen“, erklärt Hückmann. Aufgrund des Massensturzes hatten viele Rundenzeiten jedoch keine Aussagekraft. „Ich wusste aber, dass ich gut drauf bin.“
Die Strecke kommt Elias Hückmann entgegen
Als am Sonntag schließlich das Einzel über die Bühne ging, merkte Hückmann schnell, dass er vorne mitfahren kann. Ziel war es, die etwa vier Kilometer lange Runde fünfmal so schnell wie möglich zu durchfahren. Trotz einiger steiler und auch langgezogener Anstiege sei es eine schnelle Strecke gewesen, die dem Gymnasiasten entgegen kam. „Da ich für meine Größe recht leicht bin, komme ich Anstiege gut hoch“, erklärt Hückmann. „Aber auch die technisch anspruchsvollen und schnellen Abfahrten liegen mir ganz gut.“
Nachdem die Spitzengruppe das gesamte Rennen über eng beisammen gewesen war, spielte Hückmann am letzten Anstieg seine Stärke aus und riss die entscheidende Lücke. Mit 14 Sekunden Vorsprung fuhr er nach exakt 46 Minuten mit ausgebreiteten Armen vor dem Niederländer Daan Bakelaar als Erster über die Ziellinie.
Als Belohnung gab es später bei der Siegerehrung nicht nur die Goldmedaille, sondern auch das Europameister-Trikot. „Jetzt sieht man auf den ersten Blick, wer Europameister ist“, sagt der Kulmbacher stolz. Das Trikot wird aber voraussichtlich einen Platz an der Wand in seinem Zimmer bekommen.
Hückmann hat nun eine längere Wettkampfpause vor sich, ehe im September der Abschluss der deutschen Meisterschaften ansteht. Vorher genießt er erstmal seinen Urlaub. Nach dem Rennen ging es für den frischgebackenen Europameister und seine Familie direkt weiter nach Viareggio in der Toskana.
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