Hinter den Bierstadt-Trails steht ein Zusammenschluss von Radsportlern, die für den Bau der Strecken in den vergangenen Monaten einen Großteil ihrer Freizeit geopfert haben. „Ein paar tausend Stunden“, so schätzt Christopher Gurski, haben er und seine Mitstreiter in ihrer Freizeit an der Erstellung der sieben Strecken gewerkelt. Weitere sind in Planung, doch stehen dafür noch die Genehmigungen aus.
Fahren Sie mit auf dem Trail "Hopfentorpedo":
Auch wenn sie noch nicht offiziell eingeweiht wurden, können die Trails schon jetzt genutzt werden. „Die Strecken werden schon sehr stark frequentiert. Und das sieht man ihnen auch an“, sagt Gurski. Deshalb müssen die Kursbauer selbst an den fertigen Trails immer noch regelmäßig zur Schaufel greifen. „Manche Stellen sind schon ausgefahren, da müssen wir nacharbeiten und nachbessern, da sich die angedachte Streckenführung als nicht optimal erwiesen hat“, so der 36-jährige Kulmbacher, der seit seinem 13. Lebensjahr Mountainbike fährt.
Gurski ist einer von drei Trail-Administratoren, die für die Strecken zuständig sind und auch Neulinge über die Strecken führen und ihnen zeigen, wo man das Bike laufen lassen kann und wo man aufpassen muss. „Ich habe auch schon mehrere auswärtige Mountainbike-Gruppen etwa aus Fürth oder Erlangen über die Strecken geführt. Alle waren sehr begeistert und haben uns um die Trails direkt vor der Haustür beneidet.“
Zu erreichen sind die sieben Trails im Buchwald und an der Leithen mit dem Fahrrad über die Plassenburg, über die Untere Buchgasse, von Fölschnitz oder Ködnitz aus oder über die Leithen bei Tennach. Alle wurden mit Namen versehen, darunter auch fantasievoll-witzig wie Hopfentorpedo, Mäusgrabentrail oder Terassentango. Diese prangen groß am Starttor, an dem auch der Informationen zu Schwierigkeitsgrad, die Streckenlänge und die Höhenmeter angebracht sind.
Deutscher Alpenverein steht dahinter
„Es ist ein Riesenprivileg, dass wir das machen dürfen“, zeigt sich Gurski dankbar für die Genehmigung durch die Bayerischen Staatsforsten und die Stadt Kulmbach, in deren Wäldern die Abfahrts-Routen führen. Weil Nutzungsverträge unterschrieben werden mussten, benötigten die Wald-Eigentümer einen Vertragspartner. Dafür stellten sich die Sektion Kulmbach des Deutschen Alpenvereins und die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) zur Verfügung, bei der alle Initiatoren der Bierstadt-Trails Mitglieder sind. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass zwischen den Beteiligten alles Hand in Hand läuft“, sagt Gurski, der auch über Unterstützung von Firmen nicht klagen kann. So stellten die Werkzeugschmiede Krumpholz und der Globus Baumarkt die passenden Arbeitsgeräte, die Firma Eichner einen Laubbläser, und die Firma ComPlott Digitaldruck GmbH übernahm den Druck sämtlicher Hinweis-Schilder. Dennoch kostet die Pflege der Trails auch Geld. Deshalb bitten die Macher die Biker um Spenden, die man über einen QR-Code am Eingang der Trails leisten kann.
Mountainbike-Trails gab es bereits in den Wäldern rund um Kulmbach – allerdings wurden diese von den Bikern ohne Rücksprache mit den Waldeigentümern etwa am Rehberghang hinunter zum Kesselweg gebaut. Konflikte zwischen Bikern, Wanderern und Waldbauern blieben natürlich nicht aus. Das soll nun der Vergangenheit angehören. Mit den Bierstadt-Trails sind nun erstmals legale Mountainbikestrecken entstanden. „Im riesengroßen Spielplatz Wald müssen wir natürlich auf die Natur aufpassen, um die Erosion und Zerschneidung von Lebensräumen durch wild gebaute Trails zu vermeiden“, meint Gurski. Besucherlenkung nennt sich das Konzept, das ganz im Sinne der Waldeigentümer ist. Die Vertreter der staatlichen und städtischen Forstämter sowie die Naturschutzbehörden (UNB, NABU) waren von Beginn an bei der Planung der Bierstadt-Trails involviert. „Sie haben uns gesagt, wo wir bauen dürfen und wie“, erklärt Christopher Gurski. Um Erosion zu minimieren, mussten Querhölzer, Steine und Stufen verbaut werden. Dennoch habe man schon mal einen bereits fertigen Startpunkt eines Trails verlegen müssen, weil sich in der Nähe ein Holzlagerplatz befand.
Die leichteren Strecken befinden sich im Buchwald. „Am Rehberg sind die Trails steiler, ausgesetzter und der Boden ist schwieriger zu fahren.“ Wer die Trails kennenlernen will, hat dazu jeden Mittwochabend bei einem After-Work-Ride Gelegenheit. „Wir treffen uns im Herbst und Frühling um 18 Uhr, im Sommer um 18.30 Uhr an der Stadthalle und fahren dann gemeinsam zu den Trails“, erklärt Gurski. Zwischen acht und 25 Personen sind regelmäßig dabei – natürlich ist ein Helm Pflicht.
Auch die Aufnahme in eine gemeinsame Whats-App-Gruppe steht jedem offen. Diese ist inzwischen auf fast 150 Personen angewachsen. „Die Biker-Szene in Kulmbach ist inzwischen untereinander gut vernetzt“, freut sich Gurski. So warnt man sich schon mal untereinander vor umgefallenen Bäumen oder anderen Hindernissen auf der Strecke. Doch wer haftet bei einem Unfall? „Die Benutzung der Strecken erfolgt auf eigenes Risiko“, erklärt Christopher Gurski. „Wir haben uns aber im Nutzungsvertrag verpflichtet, die Strecken regelmäßig zu kontrollieren und von Hindernissen zu befreien.“
So finden Sie die Bierstadt-Trails rund um Kulmbach:
Weitere Informationen zu den Trails findet man unter bierstadtrails.de oder bei Komoot. Demnächst wird es auch noch eine eigene Web-Seite geben, verspricht Christopher Gurski.
Das sind die fertigen Bierstadt-Trails
FU-Trail: 840 Meter Länge/110 Höhenmeter/Schwierigkeitsgrad blau (leicht/Sektion 1) und rot (mittelschwer/Sektion 2)
Leith My Fire: 350/30/blau
Sackhüpfer: 350/30/blau
Mäusgraben: 345/80/rot (mittelschwer)
Burgvogts Regina: 690/125/rot
Terassentango: 840/125/rot














