Der 25-jährige Frankenwälder Jacob Schramm fuhr mit der hohen Startnummer 27 noch an die Spitze, musste sich den Sieg allerdings mit dem ebenfalls weltcuperfahrenen Italiener Nicolo Molteni teilen. Beide hatten nach 1:29,67 Minuten einen hauchdünnen Vorsprung von 0,07 Sekunden auf den Italiener Giovanni Franzoni.
Als Jacob Schramm im Ziel auf die Anzeigetafel schaute, schlug er die Hände vors Gesicht. "Ich konnte es erst gar nicht glauben, dachte an einen Fehler", sagte er. Doch er war wirklich so schnell - weil eine unverkrampfte Fahrt hingelegt hatte und zum Schluss noch richtig viel Zeit gutmachte. "Ich war im Kopf brutal locker, was ich die ganze Saison noch nicht so hinbekommen habe", erzählt Jacob Schramm. "Ich habe mich nicht gestresst, die Linie gut gefunden und den Schlussteil sehr gut getroffen."
In der Abfahrt auf Platz 15
Einen Tag zuvor bei der letzten Europacup-Abfahrt der Saison waren ihm noch ein paar kleine Fehler unterlaufen. So kam er mit 0,87 Sekunden Rückstand auf den Schweizer Livio Hiltbrand nur auf Rang 15. Dass der Oberfranke durchaus das Zeug hat, vorne mitzufahren, hatte er zuvor mit Rang 4 im Training bewiesen. In der Europacup-Endabrechnung belegt Jacob Schramm den 31. Platz.
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Im Super-G hatte sich Jacob Schramm eigentlich weniger ausgerechnet, lief es doch in dieser Disziplin in dieser Saison nicht besonders. Bei seinem ersten Super-G-Weltcup auf gleicher Piste war er einen Monat zuvor an einer Torstange hängen geblieben und ausgeschieden. Und im Europacup war in dieser Saison der 15. Platz von Sella Nevea sein bestes Resultat. So reiste er nur als 42. in der Super-G-Europacup-Wertung nach Norwegen. "Dass es jetzt ausgerechnet im Super-G zum Sieg gereicht hat, ist Wahnsinn", zeigt sich der 25-Jährige über sich selbst überrascht. "Aber ich fühle mich eben in Norwegen sehr wohl".
Für Jacob Schramm ist der unverhoffte Triumph im letzten großen Rennen der Saison nicht nur "ein schönes Happy End", wie er sagt, sondern auch besonders wertvoll. So sammelte er viele wichtige Punkte für die FIS-Weltrangliste, die auch wichtig für seinen Status als Mitglied im A-Nationalkader sind. "Ich hoffe, dass ich damit in der kommenden Saison von Zuzahlungen für Trainingslager befreit bin", sagt der Oberfranke, der sich mit den 100 Punkten für seinen Sieg in der Super-Europacup-Schlusswertung von Platz 42 auf 12 nach vorne katapultierte.
Deutsche Meisterschaft zum Abschluss
Noch ist die Wintersaison 2023/24 für den Eppenreuther aber nicht beendet. "Ich will noch bei der italienischen und deutschen Meisterschaft mitfahren und noch ein paar FIS-Punkte sammeln", sagt Schramm. Besonders freut er sich auf die deutschen Titelkämpfe in Pfelders in Südtirol, treffen sich doch dort traditionell die Nationalkaderfahrer aus allen Disziplinen. "Das ist schon ein Reiz, sich teamintern noch einmal zu messen. Außerdem gibt es da immer auch coole Preise wie ein Fahrrad zu gewinnen", sagt Schramm. Wie gewinnen geht, weiß er ja jetzt.









