Dicke Flocken, verschneite Wege, glatte Straßen, gestrichene Flüge, Unterrichtsausfall: Der Winter hat Bayern weiter fest im Griff. Denn auf Wintersturm «Elli» folgte nun Tief «Gunda». Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt erneut vor Glatteis. Bei teils steigenden Temperaturen bleibt die Gefahr durch gefrierenden Regen oder überfrierende Nässe, vor allem im Osten Bayerns. Für ganz Bayern gilt die Unwetterwarnstufe drei von vier.
Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehenlassen, sagte ein Sprecher. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte in der «Bild»-Zeitung bundesweit zu Vorsicht: Die gefährliche Situation sei noch nicht vorbei.
Flüge annulliert – Bahn weitgehend störungsfrei
An den Flughäfen in Bayern mussten Airlines mehrere Flüge wetterbedingt streichen. «Aktuell liegen uns 15 Annullierungen bei 736 geplanten Flugbewegungen aufgrund der Wetterlage vor», teilte ein Sprecher des Flughafens München am Vormittag mit. Am Airport Nürnberg waren für Montag 69 Starts und Landungen geplant – davon waren am Vormittag bereits 4 Flugbewegungen annulliert. Einschränkungen oder Verzögerungen an anderen Flughäfen könnten darüber hinaus auch Auswirkungen auf den Flughafen München haben. Passagiere sollten sich darauf einstellen.
Bei der Deutschen Bahn (DB) blieben bis zum Vormittag größere Beeinträchtigungen durch das Wetter aus. Bisher laufe der Verkehr weitgehend ungestört, sagte eine Sprecherin.
Viele Schulen geschlossen – trotzdem nicht schulfrei
Wegen Glatteisgefahr fällt an vielen Schulen am Untermain der Präsenzunterricht aus. «Vor dem Hintergrund der für heute geltenden amtlichen Unwetterwarnung vor Glatteis können die Straßenmeistereien die Schulwegsicherheit nicht gewährleisten», teilten Kommunen auf der Webseite «Unterrichtsausfall.Bayern.de» des Kultusministeriums mit.
Betroffen sind vor allem die unterfränkischen Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg in Unterfranken. In Oberfranken endet der Präsenzunterricht um 13.00 Uhr. Es werde aber eine Notbetreuung geben, hieß es. Auch in den fränkischen Landkreisen Nürnberger Land, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Bad Kissingen entfällt der Unterricht teilweise, im Landkreis Deggendorf wurde der Nachmittagsunterricht abgesagt, für den Landkreis Straubing-Bogen empfahlen die Behörden dies. Schon am Freitag war in vielen Schulen vor allem im Osten Bayerns der Präsenzunterricht abgesagt worden.
Schulschließungen bedeuten aber nicht unbedingt einen schulfreien Tag. Die Schulleitungen entscheiden eigenständig, ob der Unterricht etwa per Videokonferenz erfolgt oder Arbeitsblätter zu bearbeiten sind.
Straßenverhältnisse schwierig
Auf den Straßen waren Räumfahrzeuge unterwegs. Bereits am Wochenende hatte die Polizei glättebedingt viele Unfälle mit Blechschäden gemeldet, vereinzelt gab es auch Verletzte. In der Nacht verunglückte ein Lastwagen auf der A7. Er kippte an einer Baustelle um und blockierte Teile der Fahrbahn an der Anschlussstelle Bad Kissingen. Ob hier winterliche Straßenverhältnisse die Ursache waren, war zunächst offen.
Im Süden Bayerns erwarten die Meteorologen im Laufe des Tages langsam Plusgrad und eine Entspannung der Lage, im Osten des Freistaats hingegen herrschen weiter vielfach Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Am Dienstag bleibt der Himmel laut DWD oft stark bewölkt, von Unterfranken bis nach Südostbayern gibt es Regen – teils erneut gefrierenden Regen.










