Im Oktober ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Bayern zwar gesunken im Vergleich zum Vormonat - doch 316.431 Arbeitslose bedeuten den höchsten Wert für einen Oktober in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Es sei keine Erholung erkennbar, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Im Vergleich zum September sank die Zahl zwar um 14.413. Vor einem Jahr gab es im Oktober jedoch 8.722 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 4,0 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im September. Bayern hat bundesweit weiterhin die niedrigste Quote im Ländervergleich. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 13. Oktober. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober ist saisonbedingt üblich.
«Besonders junge Menschen haben es derzeit schwer, eine Beschäftigung aufzunehmen», sagte Schmitz. Man unterstütze weiterhin bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beziehungsweise bei späterer Qualifizierung, betonte er: «Ein Berufsabschluss ist weiterhin der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.»
Diese Gruppen trifft es besonders hart
Laut Regionaldirektion ist besonders bei Menschen mit Schwerbehinderung, bei Menschen über 55 und bei Langzeitarbeitslosen ein überdurchschnittlich starker Anstieg zu verzeichnen. Der Grund: Sie seien bei schwacher Konjunktur und industrieller Transformation besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.
Auch die bayerische Wirtschaft sieht keinen Grund für Entspannung. Es seien hauptsächlich Saisoneffekte verantwortlich, teilte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, mit. Die «strukturellen Standortprobleme» bleiben bestehen und belasteten die Unternehmen erheblich.
Wo die Quote am höchsten ist
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern teilte mit, es brauche für eine «nachhaltige Trendwende» mehr Kaufkraft. Man brauche eine «Wirtschaftspolitik, die Beschäftigung sichert und die Binnennachfrage stärkt. Wenn Menschen gute und sichere Arbeit haben und ihre Einkommen verlässlich steigen, stärkt das auch den Konsum und die wirtschaftliche Entwicklung», sagte der bayerische DGB-Chef Bernhard Stiedl.
Ein Blick in die Regionen zeigt: Die niedrigste Arbeitslosenquote im Freistaat haben die Bezirke Schwaben, Oberpfalz und Niederbayern mit 3,7 Prozent. Die höchste Quote weist Mittelfranken mit 4,7 Prozent auf. Auf Kreisebene ist die Quote im Landkreis Roth (2,3 Prozent) am niedrigsten, in den Städten Hof und Aschaffenburg dagegen am höchsten mit 7,7 Prozent.








