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Gesellschaft
Bayern bleibt bei Jugenddemos meist friedlich
Demonstrationen "Gen Z regelt" - München
In München hatten nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen an den Protesten der Initiative «Gen Z regelt» teilgenommen. // Peter Kneffel/dpa
Demonstrationen „Gen Z regelt“ - Nürnberg
In Nürnberg verursachte eine Gruppe von Personen einen Einsatz, die von der Polizei als gewaltbereit eingestuft wurde. // Pia Bayer/dpa
Demonstrationen „Gen Z regelt“ - Nürnberg
Nach dem Ende der Demo blieb die Polizei weiter im Einsatz. // Pia Bayer/dpa
Demonstrationen "Gen Z regelt" - München
Aus Angst vor Ausschreitungen haben einige Geschäfte in München ihre Schaufenster verbarrikadiert. // Peter Kneffel/dpa
Demonstrationen „Gen Z regelt“ - Nürnberg
Die Protestierenden setzen sich unter anderem für mehr Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und bezahlbare Lebenshaltungskosten ein. // Pia Bayer/dpa
Demonstrationen "Gen Z regelt" - Augsburg
In Augsburg gingen rund 800 Menschen auf die Straße. // Felix Kirberg/dpa
von dpa
München – Nach den Jugendprotesten ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zufrieden mit der Polizei. Und er lobt die Demonstrierenden. Tatsächlich war es meist friedlich - mit einer Ausnahme.
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Anders als Frankfurt oder Köln ist Bayern von schweren Krawallen im Zusammenhang mit den Jugenddemos verschont geblieben. In München blieb es mit rund 5.000 Teilnehmern überwiegend friedlich, ebenso in Augsburg, Rosenheim und Regensburg. Nur in Nürnberg hatten Einsatzkräfte einiges zu tun, es gab einen Verletzten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fanden lobende Worte.

Gewaltbereiter Block in friedlicher Demo

In Nürnberg demonstrierten etwa 2.000 Menschen. Ein gewaltbereiter Block von 100 bis 150 Personen habe die ansonsten friedliche Versammlung für seine Ziele genutzt, sagte eine Polizeisprecherin. Immer wieder flogen laut Polizei Flaschen, Steine und Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte. Ein Teilnehmer der Demonstration wurde von einem Böller verletzt und ambulant behandelt. 

Die Polizei leitete rund 20 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. 10 Menschen seien vorübergehend in Polizeigewahrsam gekommen, um weitere Störungen zu verhindern. Von etwa 320 Personen habe man die Identität festgestellt.

Pyrotechnik auch in München

Auch in München gab es vereinzelt Pyrotechnik, einige Personen seien vermummt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Trotzdem beschrieb er die Versammlung als insgesamt friedlich. 

Nach dem offiziellen Ende der Demo hielten sich 100 bis 200 Personen weiter im Bereich der Ludwig-Maximilians-Universität auf. Diese hätten nichts mit der vorherigen Demonstration zu tun gehabt. Gegen 84 Menschen seien wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Versammlungsrecht Anzeigen gestellt worden.

In Augsburg hatten sich laut Polizei rund 800 Menschen friedlich versammelt, deutlich weniger in Regensburg und Rosenheim. 

In Bayern «kein Platz für Krawall»

Bayerns Polizei habe mit ihrer klugen und vorausschauenden Einsatztaktik Ansätze gewaltsamer Ausschreitungen wie in Nürnberg schnell unterbunden, sagte Innenminister Herrmann. Mit Blick auf neue Demos in drei Wochen kündigte er an, man werde wieder alles konsequent daransetzen, Gewalt gar nicht erst aufkommen zu lassen. 

Auch Ministerpräsident Söder lobte den «sehr starken und guten Einsatz der Polizei». «Danke auch an alle, die demonstriert haben und friedlich waren», sagte er. Demonstrationen seien zulässig. «Aber es gibt keinen Platz für Krawall, es gibt keinen Platz für Gewalt. Und bei Gewalt und Krawall, da schreitet Bayern ein», betonte Söder. «Deswegen war der massive Polizeieinsatz wichtig und richtig.»

Aufruf zu friedlichem Protest

Die Initiative «Gen Z regelt» hatte bundesweit zu friedlichem Protest aufgerufen und auch die Veranstaltung in München betreut. Demos in anderen bayerischen Städten wurden von lokalen Gruppen initiiert. Ihre Anliegen waren unter anderem soziale Gerechtigkeit, mehr Geld für Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und für mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht und einen Ausbau staatlicher Überwachung lehnen sie ab.

Luxuseinkaufsmeile mit vernagelten Schaufenstern

Der Jugendprotest hatte vorab Ängste ausgelöst. Immer wieder waren Ausschreitungen wie in Frankreich befürchtet worden. Einige Ladeninhaber etwa in der noblen Münchner Maximiliansstraße verbarrikadierten deshalb ihre Schaufenster. 

Gegen pauschale Verdächtigungen

Die Initiative «Gen Z regelt» hatte im Vorfeld wiederholt betont, man wolle friedlich sein. Die Bewegung habe eine klare Leitlinie, wonach die Proteste ohne jegliche Gewalt ablaufen sollten, hatte der Münchner Mitorganisator Steve am Freitag erklärt. Dass zuvor trotzdem ständig von Gewalt die Rede war, ärgerte den 18-Jährigen. Man werde nicht ernst genommen. «Keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda.»

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