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Bayern will gegen Stau auf dem Damenklo vorgehen
Damentoilette
Mehr Herren- als Damentoiletten? Damit soll Schluss sein. // Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
von dpa
München – Wer kennt es nicht: Vor dem Damenklo gibt es in Konzertpausen immer lange Schlangen - während Männer einfach durchgehen. Das liegt auch an den geltenden Toiletten-Vorschriften. Nun winkt Abhilfe.
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Lange Schlangen vor Damentoiletten sollen in Bayern irgendwann der Vergangenheit angehören, egal ob bei Konzerten oder in Theatern. Denn: In Zukunft sollen - anders als heute - ausreichend oder gleich viele Toiletten für Frauen und Männer vorgeschrieben werden. Der Bauausschuss des Landtags votierte einstimmig dafür, die entsprechende Verordnung zu ändern. Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern: Ziel ist eine bundesweit einheitliche Regelung. Notfalls will Bayern aber auch im Alleingang handeln. Allerdings: Bestehende Hallen und Spielstätten müssen nicht zwingend umbauen - dort könnte das Problem also bestehen bleiben.

Die Verordnung sieht derzeit vor, dass zum Beispiel für Veranstaltungen mit 1.000 Besuchern bei den Frauen zwölf Toiletten vorgehalten werden müssen. Bei den Männern sind es acht Toiletten und dazu zwölf Pissoirs. Somit können Männer letztlich insgesamt bis zu 20 Toiletten nutzen, Frauen aber nur zwölf.

Grüne: «Frauen müssen übrigens auch mal» 

Dieses Ungleichgewicht wollten die Landtags-Grünen ändern - sie brachten unter der Überschrift «Frauen müssen übrigens auch mal» einen Antrag in den Landtag ein, die sogenannte Versammlungsstättenverordnung zu ändern. Es müsse «eine gleiche Anzahl an Toilettenanlagen für Damen und Herren» geben.

Nicht nur die versammelte Opposition, sondern auch die Koalition aus CSU und Freien Wählern stellte sich nun grundsätzlich hinter das Ansinnen. Nur wird die Staatsregierung nicht aufgefordert, umgehend zu handeln. Sondern es wird zunächst abgewartet, ob es eine bundesweit einheitliche Lösung gibt

Wie ein Vertreter des bayerischen Bauministeriums erläuterte, wird eine bundesweite Muster-Verordnung derzeit in einem Fachgremium der Bauministerkonferenz überarbeitet. Im aktuellen Entwurf heißt es demnach, dass es schlichtweg eine ausreichende Anzahl von Toiletten geben muss - ohne eine konkrete Anzahl differenziert nach Geschlecht zu fordern. Es sei geplant, diese Neuregelung in Bayern zu übernehmen, erklärte der Beamte - und zwar auch unabhängig davon, ob alle Bundesländer am Ende einer Meinung sind.

Ziel: Parität bei Toiletten

Im Beschluss des Landtags-Bauausschusses heißt es jedenfalls nun, Ziel sei letztlich eine «Parität» bei der Zahl der Damen- und Herrentoiletten. Die Grünen-Abgeordnete Julia Post (Grüne) zeigte sich erfreut, dass auch die Regierungskoalition Handlungsbedarf sehe und man jetzt zügig vorankomme.

Die Vorschrift, wie auch immer sie aussieht, gilt dann aber zwingend nur für Neubauten: «Bestehende Einrichtungen, die auf der Grundlage der geltenden Verordnung genehmigt wurden, haben Bestandsschutz und müssen bauliche Anforderungen der geänderten Verordnung nicht umsetzen», hieß es aus dem Bauministerium. Allerdings: «Es steht ihnen aber natürlich frei, dies zu tun.»

Und: Für sogenannte «fliegende Bauten» wie Festzelte gilt die Verordnung nicht. Auf der Wiesn, bei anderen Volksfesten und Festivals liegt es also weiter in der Verantwortung der Veranstalter, dass es ausreichend Toiletten gibt.

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