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Metall und Elektro
Bayerns Exportstärke schwindet im wichtigsten Industriezweig
Autoindustrie
Roboter in einer Autofabrik. Die Autoindustrie und ihre Zulieferer kämpfen mit Problemen auf dem Weltmarkt. (Symbolfoto) // Daniel Josling/dpa
von dpa
München – Bayerns Exportbilanz war im vergangenen Jahr positiv - aber das gilt nicht für die größte Industriebranche.
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Bayerns wichtigste Wirtschaftsbranche verliert auf dem Weltmarkt an Boden: Im vergangenen Jahr sind die Exporte der Metall- und Elektroindustrie um 0,3 Prozent auf einen Wert von 148,7 Milliarden Euro gesunken. Das war der zweite Rückgang in Folge, wie die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm mitteilten. 

Zur Metall- und Elektroindustrie gehören unter anderem die Autohersteller und deren Zulieferer sowie der Maschinenbau. Grundlage der Auswertung waren die Daten des Statistischen Bundesamts.

USA und China gleichermaßen unfreundliches Pflaster 

Die bayerischen Exporte insgesamt waren 2025 leicht gestiegen. Die Metall- und Elektrobranche ist der größte Industriezweig im Freistaat und beschäftigt derzeit noch etwa 830.000 Menschen. 

Regelrechte Einbrüche gab es bei den Ausfuhren in die zwei größten Wirtschaftsnationen USA und China: Die Exporte in die USA gingen um 13,6 Prozent zurück, in China belief sich das Minus auf 10,4 Prozent. Im US-Geschäft waren die Zollerhöhungen der US-Regierung ein Negativfaktor, in China die von der Pekinger Führung vorgegebene Linie, Importe durch heimische Produktion zu ersetzen. 

«Die massive Konkurrenz vor Ort in Kombination mit wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und Protektionismus schwächen unsere Firmen im globalen Wettbewerb», sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der beiden Verbände. Dass die weltweiten M+E-Exporte aus Bayern im Saldo dennoch nur leicht sanken, liegt daran, dass die Unternehmen ihre Vertriebsleute verstärkt auf Kundensuche in anderen Ländern schickten, vor allem in Europa. 

Flugzeuge haben Konjunktur

Die Exporte der Autoindustrie und -zulieferer als größter Sparte gingen um drei bis fünf Prozent auf 52,5 Milliarden Euro zurück, die Maschinenausfuhren um rund drei Prozent auf 39,5 Milliarden. Steil nach oben ging es dagegen mit einem Plus von 41 Prozent bei Luftfahrzeugen und Flugzeugteilen, die aber in Summe mit 6,6 Milliarden Euro nur einen vergleichsweise kleinen Teil der bayerischen Ausfuhren ausmachen.

«Es gibt zwar einzelne erfreuliche Entwicklungen», sagte Brossardt. «Aber bei unseren wichtigsten Exportgütern verlieren wir weiter an Boden.» Der Wirtschaftsverband vbw fordert einen «großen Wurf» der Bundesregierung, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit wieder zu verbessern.

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