Der 1. FC Nürnberg steckt in der Wiederholungsschleife fest. Erneut erspielte sich die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose in der 2. Fußball-Bundesliga in der ersten Hälfte ein deutliches Chancenplus. Und erneut konnten sich die Franken nicht ausreichend belohnen. Der Club zeigte sich beim 1:1 (0:0) gegen Preußen Münster vor dem gegnerischen Tor zu schlampig und verpasste den dritten Heimsieg nacheinander.
«Wir haben in der ersten Halbzeit gleich zu Beginn mehrere Chancen, ein Tor zu erzielen, dann kann vieles in deine Richtung laufen. Wir haben uns wie letzte Woche immer wieder Chancen kreiert», sagte Torwart Jan Reichert. «Aber uns hat wieder dieser Killer-Instinkt vor dem Tor gefehlt.»
Immer wieder Zoma
So genervt Klose vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky auf Fragen zu seiner noch immer ungeklärten Zukunft in Nürnberg reagierte, so energisch legte seine Mannschaft los. Doch weder Mohamed Ali Zoma noch Rafael Lubach oder Julian Justvan konnten den Club gegen eine fahrige Preußen-Abwehr belohnen.
Die Nürnberger waren giftig, sie gingen mit ihren Torgelegenheiten aber wie schon zuletzt beim 0:2 vor einer Woche gegen den SV Darmstadt 98 zu schludrig um. Den Münsteranern wiederum unterliefen in der Defensive immer wieder haarsträubende Fehler.
Der Club muss 2:0 oder 3:0 führen
«Wir müssen das Spiel einfach schon in der ersten Halbzeit killen», meinte Mittelfeldspieler Finn Becker. «Wir haben wie letzte Woche gegen Darmstadt viele Chancen rausgespielt und müssen da einfach das Tor machen. Dann führst du hier 2:0 oder 3:0 und es passiert nichts mehr.»
Den Nürnbergern gelang wenigstens das 1:0 durch Zoma (56. Minute), der zum fünften Mal in dieser Saison traf. Doch wie aus dem Nichts vollendete Jorrit Hendrix (63.) vor 26.170 Zuschauern einen Konter zum schmeichelhaften Ausgleich.
Nürnbergs Heimbilanz macht Mut
«Wenn du die Tore nicht machst, hältst du den Gegner am Leben. In den zehn, 15 Minuten nach dem Ausgleich kann das Spiel auch kippen», analysierte Klose. «Im Großen und Ganzen haben wir aber ein mutiges Spiel gezeigt und eine gute Energie auf den Platz gebracht.»
Der Tabellenneunte ist aber den ersten Spielen nach der Winterpause zufolge auf dem richtigen Weg. Vor allem zu Hause, wo der Club sogar aus den vergangenen sieben Spielen 15 von 21 Punkten holte.
Klose verliert seinen Nachwuchschef
«Die Art und Weise wie wir aus der Winterpause gekommen sind, macht Spaß. Wir haben gegen Elversberg (3:2) ein super Spiel gemacht, waren auch in Darmstadt gut und nah dran und haben auch heute wieder ein gutes Spiel gezeigt», befand Becker. «Wir müssen uns nur mehr belohnen.»
Dagegen hätte Klose natürlich auch nichts. Am Besten sollen sich seine Profis schon am kommenden Samstag beim SC Paderborn belohnen. Künftig muss der Weltmeister von 2014 allerdings auf einen wichtigen Zulieferer verzichten. Der bisherige Nürnberger Nachwuchschef Michael Wiesinger, der Klose so fleißig mit Talenten versorgt hat, wird zum 1. Mai neuer Leiter der Nachwuchsabteilung beim FC Bayern München. Ein immenser Verlust für den Club.










