Die beiden Matchwinner klatschten sich zufrieden ab, die Fans sangen schon weit vorher: «Berlin, Berlin. Wir fahren nach Berlin.» Der FC Bayern ist seinem Sehnsuchtsort bis auf eine letzte Hürde ganz nah gekommen. Ein eiskalter Doppelschlag innerhalb von nur drei Minuten nach der Halbzeit beim 2:0 (0:0) gegen RB Leipzig reichte den Münchnern, um erstmals seit 2020 wieder auf den Triumph im DFB-Pokal-Finale am 23. Mai hoffen zu dürfen.
«Das ist natürlich was Besonderes, nach Berlin zu kommen. Das ist zu lange her hier», sagte Bayern-Profi und Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky: «Das haben wir heute gezeigt, wie gierig wir darauf sind, auch wieder da zu sein.»
Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany verzweifelte zwar lange am glänzenden RB-Schlussmann Maarten Vandevoordt, zog schließlich aber ungefährdet als letzte Mannschaft ins Halbfinale ein. Die Vorschlussrunde mit dem FC Bayern, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart und SC Freiburg wird am 22. Februar ausgelost.
Mintzlaff sieht «ordentliche Leistung»
Die Leipziger sind dann ungewohnter Weise außen vor. «Es war eine ordentliche Leistung von uns», sagte Red Bulls Unternehmens-Geschäftsführer und RB-Aufsichtsrat Oliver Mintzlaff in der ARD. Dann fehle aber immer das Quäntchen, den Ball ins Tor zu bringen oder den Zweikampf zu überwinden. «Da müssen wir doch noch einiges dran arbeiten, um wirklich so einen Schritt gegen den FC Bayern gehen zu können», betonte Mintzlaff.
Kanes irre Quote
Vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann verwandelte Harry Kane in einer Partie, der es in einem Alles-oder-nichts-Spiel lange an Intensität mangelte, in der 64. Minute ganz cool einen Foulelfmeter. Von 34 Strafstößen hat der englische Nationalstürmer 32 verwandelt. Und vielleicht noch beeindruckender: Es war Kanes 39. Saisontor im 34. Pflichtspiel.
Nur drei Minuten später machte Luis Diaz (67.), der zuletzt gegen die TSG Hoffenheim sogar dreimal getroffen hatte, vor 75.000 Zuschauern alles klar. Für die Leipziger war es die dritte Niederlage gegen die Bayern in dieser Saison - nach 0:6 und 1:5 aber diesmal nicht so empfindlich.
Der Videoschiedsrichter greift früh ein
Von den Folgen der befürchteten Streikprobleme, ausgelöst durch den Stillstand im öffentlichen Nahverkehr, war auf dem Rasen natürlich nichts zu merken. Die Leipziger, die sich wie angekündigt geläutert zeigten und keinen offenen Schlagabtausch mit den Bayern eingehen wollten, setzten das erste Ausrufezeichen.
Yan Diomande luchste auf der rechten Seite Alphonso Davies den Ball ab und legte Christoph Baumgartner (4.) zur vermeintlichen Führung auf. Der Videoschiedsrichter entschied aber auf Abseits.
Die Bayern um den agilen Michael Olise kamen erst allmählich auf Touren. Leipzigs Schlussmann Vandevoordt parierte erst glänzend per Fuß gegen Kane, einen Abpraller des eigenen Mannes Willi Orban schlug Castello Lukeba gerade noch auf der Linie weg (12.).
Immer wieder Vandevoordt
Wenn die Gäste aus Sachsen in der ersten Halbzeit gefährlich wurden, dann meist über den schnellen Norweger Antonio Nusa, der über die linke Seite entschlossener auftrat als sein Konterpart Diomande. Einen Schuss von David Raum wehrte Manuel Neuer reaktionsschnell mit der rechten Faust (37.) ab - danach wurden die Leipziger immer passiver.
Kurz vor dem Seitenwechsel schienen die Münchner am Drücker. Wieder war es aber Vandevoordt, der erst einen Rechtsschuss von Aleksandar Pavlovic (45.+5) abwehrte, ehe der Leipziger Keeper wenige Sekunden später einen Kopfball von Kane auf der Linie entschärfte.
Die Show von Vandevoordt ging auch erstmal nach der Pause weiter. Der Belgier war schon auf dem Weg in seine rechte Torwartecke, er wehrte eine Direktabnahme von Serge Gnabry (58.) dennoch ab. Nach einem herrlichen Ball in die Tiefe von Dayot Upamecano tauchte Josko Stanisic völlig frei vor Vandevoordt auf und nahm das Elfmetergeschenk jubelnd an. Diaz legte nach einem herrlichen Pass von Olise nach.









