Archäologie, Geschichte, ungelöste Rätsel und Kriminalfälle: In seinen Büchern hat Philipp Vandenberg immer wieder spannende Themen behandelt. Auch seine eigene Vita ist voller Wendungen: «Mein Leben verlief wie eine Achterbahnfahrt, es ging rauf und runter», sagt der Autor, der bürgerlich Klaus Dieter Hartel heißt, der Deutschen Presse-Agentur im Interview.
Die ersten Jahre seines Lebens waren allerdings vor allem von schwierigen Erfahrungen geprägt: Er verbrachte seine Kindheit nach dem Krieg bei einer Pflegemutter, später einige Jahre in einem Waisenhaus in Altötting. Eine Zeit, über die er selbst nach über sieben Jahrzehnten nicht gerne spricht: «Es war furchtbar», sagt er, «die Schwestern haben sehr zum Sadismus geneigt. Ich musste mich durchboxen.» Erst als seine leibliche Mutter ihn aus der Einrichtung holte, habe für ihn ein neues, ein lebenswertes Leben begonnen.
Vandenberg machte Abitur in Burghausen, studierte Kunstgeschichte und Germanistik in München, wurde Journalist und arbeitete bei verschiedenen Zeitschriften. 1973 veröffentlichte er sein erstes Sachbuch «Fluch der Pharaonen», das auf Anhieb zu einem internationalen Bestseller wurde. Es war der Beginn einer Serie von Sachbüchern, historischen Romanen und Krimis, die sich millionenfach verkauften, in 36 Sprachen übersetzt und von denen manche verfilmt wurden.
Mit wütender Energie
Auf diese Lebensleistung ist Vandenberg stolz. Rückblickend verbindet er mit dem Schreiben seiner Bücher allerdings auch negative Erinnerungen. «Es war verdammt anstrengend», sagt er, «ich bin mit einer geradezu wütenden Energie an die Manuskripte gegangen.» Während der Arbeit an seinen Büchern sei er «ungenießbar» und zu so gut wie keinen sozialen Kontakten imstande gewesen. «Das war schlimm für mich.»
Als er vor 13 Jahren ein gerissenes Aneurysma nach eigener Aussage dank einer Notoperation mit viel Glück überlebte, änderte der Autor sein Leben radikal: Er hörte mit dem Schreiben auf, kümmerte sich um seine Oldtimer-Sammlung und lebt seither mit seiner Frau in einem kleinen Ort in Oberbayern. Seinen 85. Geburtstag, so sagt Vandenberg, ignoriere er. «Das ist nur eine Zahl, warum soll ich die feiern?»









