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Stadtsurfen
Eisbachwelle: Surfer und Stadt einigen sich auf Pilotversuch
Eisbachwelle
So sah es noch über Weihnachten aus. Mittlerweile ist die illegale Rampe entfernt und die Surfwelle wieder verschwunden. (Archivbild) // Peter Kneffel/dpa
Die Eisbachwelle in München
Die Eisbachwelle ist etwas für Könner (Archivfoto) // Michael Faulhaber/dpa
von dpa
München – Münchens Surfer können hoffen: Es gibt endlich einen Plan für die Wiederbelegung der berühmten Eisbachwelle. Wer jetzt Verantwortung übernimmt – und warum der Start noch auf sich warten lässt.
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Nach längerem Hin und Her um die Wiederbelebung der berühmten Surfwelle in München gibt es einen wichtigen Schritt voran. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Vertreter der Surfer-Community einigten sich auf einen Projektversuch, wie die Welle am Eisbach wiederhergestellt werden kann, wie Reiters Büro mitteilte.

Die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) und der Münchner Surfclub übernehmen demnach die Verantwortung und damit auch die Haftung für den Versuch. Gerade die Haftungsfragen waren bisher ungeklärt. Die Stadt kümmert sich um die technische beziehungsweise statische Untersuchung für die Bauwerke des Versuchs, und die Erreichbarkeit in Notfällen stellen die städtischen Leitstellen sicher. 

Wann der Versuch starten soll, sei noch offen. Vorher müssten noch Details geklärt werden. Angedacht sei das Frühjahr, hatte der Oberbürgermeister Anfang der Woche gesagt.

Einigung nach zähem Ringen

Reiter und die Surfer hätten eineinhalb Stunden im Rathaus zusammengesessen, um die zuletzt festgefahrene Situation aufzulösen und eine konkrete Perspektive für eine baldige Wiederherstellung der Welle zu schaffen, hieß es.

Ziel des Projektversuchs sei es, die Eisbachwelle als dauerhaft surfbare Welle wiederherzustellen und zu erhalten, hieß es. In diesem Kontext wurde – wenngleich nicht abschließend – diskutiert, ob die Welle nach einem erfolgreichen Projektversuch in städtischer Verantwortung betrieben werden könnte. Weitere konkrete Details sollen noch ausgearbeitet werden, ein Folgetreffen wurde für Februar vereinbart.

An dem Gespräch am Freitag nahmen auch Vertreter des Wasserwirtschaftsamts und der zuständigen städtischen Fachreferate sowie der Strömungsexperte Robert Meier-Staude teil.

Vom Wahrzeichen zur Konfliktzone

Die berühmte Welle im Eisbach war verschwunden, nachdem im Oktober nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden war. Seitdem baute sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf. 

Eisbach-Surfer hatten versucht, die Welle zu retten. Eine illegal eingesetzte Rampe machte das Surfen über Weihnachten vorübergehend wieder möglich. Die Feuerwehr entfernte die Rampe jedoch. Nicht zuletzt dieser Vorfall hatte die Gespräche mit der Stadt ins Stocken gebracht. 

Im vergangenen April war eine Surferin an der Welle schwer verunglückt und schließlich im Krankenhaus gestorben. Die am Knöchel befestigte Fangleine ihres Surfbretts hatte sich unter Wasser verfangen. Die Frau konnte sich nicht befreien und wurde unter Wasser gedrückt. Nach dem Unfall war die Welle zunächst für Surfer gesperrt, ehe die Stadt sie unter Auflagen wieder freigab. Dann verschwand die Welle nach der regulären Bachauskehr. 

Die Eisbachwelle ist nur etwas für gute Surfer. Sie gilt auch als Touristenattraktion, lockte sommers wie winters zahlreiche Schaulustige an - und ist bei Surfern weltweit bekannt.

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