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Kurioses
Fußballverein droht wegen kriminellem Spieler Punktabzug
Mindestens ein Polizeischuss bei Einsatz in München
Der Einsatz sorgte damals für Aufsehen: Bei seiner geplanten Verhaftung soll der Mann auf Polizisten zugefahren sein, er wurde angeschossen. (Archivbild) // Felix Hörhager/dpa
von dpa
München – Ein Spieler verschwindet plötzlich von der Bildfläche: Er sitzt im Knast. Nächster Schock für den Verein: Der Fall katapultiert die Mannschaft wohl von der Spitze an das Ende der Liga. Was ist da los?
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Weil einer seiner Spieler wohl ein kriminelles Doppelleben führte, bangt ein Münchner Fußballverein derzeit fassungslos um gleich 27 Punkte. Dieser schmerzhafte Verlust droht der SpVgg 1906 Haidhausen, weil der 34-Jährige mutmaßlich unter falscher Identität lebte - und auch auf dem Platz unter falschem Namen auflief. Rein juristisch war er somit ein «nicht einsatzberechtigter Spieler». Wenn ein solcher dennoch spielt, hat das nach den Statuten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) Folgen für den Verein - auch wenn dieser im konkreten Fall ganz offenkundig nichts davon wusste. Darüber hatten diverse Medien berichtet.

Das Ganze ist ein kurioses Nachspiel einer spektakulären Verhaftung im vergangenen Dezember, als Münchner Ermittler den 34-Jährigen festnehmen wollten. Doch der Mann fuhr nach Angaben der Polizisten mit seinem Auto auf die Beamten zu; diese stoppten ihn, indem sie ihn anschossen. Inzwischen sitzt der gebürtige Münchner wegen vorangegangener Delikte im Gefängnis, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II erläuterte. Zudem liefen aktuell Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des bewaffneten Drogenhandels. Dabei flog auch auf, dass der 34-Jährige offenbar unter falscher Identität lebte.

«Schlechter Scherz» - dann kam es noch schlimmer

«Erstmal habe ich gedacht, das ist ein Scherz», schildert Vereinsvorstand Giuseppe Scialdone seine erste Reaktion, als ihn das Landeskriminalamt kontaktierte. Auch die Mannschaft sei geschockt gewesen. «Der war recht unauffällig, hat nicht mit Geld um sich geschmissen oder so», erzählt Scialdone. «Er hat gesagt, er habe ein Fitnessstudio mit einem Partner zusammen, das ist alles plausibel gewesen.»

Doch für den Verein kam es noch härter: Das Kreis-Sportgericht wertete wie in solchen Fällen vorgeschrieben zehn Spiele mit 0:2, weil der Spieler aufgrund seiner falschen Angaben formal nicht einsatzberechtigt war. Nachdem dies für die Verantwortlichen nicht zu erkennen gewesen sei, wurde ausdrücklich auf weitere Sanktionen verzichtet, wie aus einer Mail des BFV an die Vereine der Liga hervorgeht. Schließlich gab es den Spielerpass mit dem falschen Namen schon seit mehreren Jahren, als der Verdächtige Ende 2024 zur Spielervereinigung wechselte. 

Für Haidhausen trotzdem eine Katastrophe: Aktuell ist die Mannschaft Tabellenführer in der Kreisliga München 3. 27 Punkte Abzug würde sie auf einen Relegationsplatz katapultieren. Der Verein hat deshalb Revision eingelegt, in wenigen Wochen soll das Verbands-Sportgericht sein Urteil sprechen.

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