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Wohnungsbau
Genossenschaften können kaum noch günstige Wohnungen bauen
Wohnungsbau in München
Genossenschaften bauen günstige Wohnungen - doch das fällt den Unternehmen immer schwerer. (Symbolbild) // Malin Wunderlich/dpa
von dpa
– Ob in den 1920er Jahren oder in der Nachkriegszeit: In vergangenen Krisen halfen Genossenschaften, die Wohnungsnot zu lindern. Doch das gelingt den Unternehmen derzeit kaum mehr.
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München (dpa/lby) - Den bayerischen Wohnungsgenossenschaften fällt der Bau günstiger Wohnungen wegen hoher Kosten und fehlenden Baulands immer schwerer. Nach Zahlen des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) sind seit 2021 nur noch acht neue Wohnungsgenossenschaften im Freistaat gegründet worden - von 2015 bis 2021 waren es hingegen 36. «Für ihr erstes Bauprojekt sehen sich Neugründungen mit zu hohen Baukosten konfrontiert, gleichzeitig ist geeignetes und bezahlbares Bauland in bayerischen Ballungsräumen knapp», sagte Verbandsdirektor Hans Maier in München. Anlass ist der bevorstehende internationale Tag der Genossenschaften an diesem Samstag.

In diesem Jahr nur noch halb so viele Fertigstellungen erwartet

Im Jahr 2025 hatten die knapp 350 bayerischen Wohnungsgenossenschaften 879 Wohnungen fertiggestellt, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um mehr als ein Drittel. In diesem Jahr werden es nach einer Abfrage des Verbands unter den Unternehmen nur noch 449 sein, das wäre dann ein neuerlicher Rückgang um knapp die Hälfte. «Um aktuelle Baukosten zu refinanzieren, wären oftmals Mieten von mehr als 18 Euro pro Quadratmeter nötig», sagte Maier. «Ein Mietniveau, das Genossenschaften ihren Mitgliedern weder anbieten wollen noch können.»

In vergangenen Jahrzehnten hatten Genossenschaften in Krisenzeiten rege Bautätigkeit entfaltet. So stehen in München und vielen anderen deutschen Großstädten heute noch genossenschaftliche Wohnsiedlungen aus den 1920er Jahren, als die Not ebenfalls sehr groß war. Der VdW forderte von der Staatsregierung mehr Unterstützung für neue Genossenschaften. In dem Verband sind an die 500 sozial orientierte Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, neben den Genossenschaften zählen dazu 110 kommunale Gesellschaften.

Gewerkschaften fordern Mietenstopp und mehr Investitionen

Folge der langjährigen Flaute im Wohnungsbau - nicht nur bei den Genossenschaften - ist nach einer Analyse des DGB ein im Vergleich zur allgemeinen Teuerung weit überdurchschnittlicher Anstieg der Mieten auch in kleineren Städten. In München ist die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter in den zehn Jahren von 2016 bis 2026 demnach um 51,6 Prozent von 15,34 auf 23,26 Euro gestiegen. In Kempten im Allgäu ist das Wohnen zwar nach wie vor günstiger, aber das Tempo des Mietanstiegs noch rasanter: Laut DGB kostete die Miete dort Anfang dieses Jahres mit 14 Euro pro Quadratmeter knapp 86 Prozent mehr als vor zehn Jahren. «Steigende Mieten sind längst kein ausschließliches Problem der Metropolen mehr», sagte der DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl. Die Gewerkschaften fordern einen sechsjährigen Mietenstopp. Stiedl plädierte darüber hinaus aber auch für einen massiven Ausbau des öffentlichen und sozialen Wohnungsbaus.

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