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Religionsgemeinschaften
Hinweisschild zu Freitagsgebet beschmiert - zuvor Drohungen
Islamisches Forum Penzberg
In Penzberg werden Autofahrer bei der Fahrt in die Stadt auch auf das Freitagsgebet der islamischen Gemeinde hingewiesen. (Archivbild) // Lukas Barth-Tuttas/dpa
Islamisches Forum Penzberg
An den vier Stellen, an den bislang nur auf die Gottesdienste der katholischen und der evangelischen Gemeinde hingewiesen wurde, soll künftig ein drittes Schild für das Freitagsgebet zu sehen sein. (Archivbild) // Lukas Barth-Tuttas/dpa
von dpa
Penzberg – In Penzberg wird neben katholischen und evangelischen Gottesdiensten auch auf das muslimische Freitagsgebet hingewiesen. Das gefällt aber nicht jedem.
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Vor der Schmiererei auf einem Hinweisschild zum Freitagsgebet der islamischen Gemeinde Penzberg hat es nach Angaben des dortigen Imams bereits Drohungen gegeben. «Darunter fanden sich zahlreiche hasserfüllte Beiträge und auch Aussagen, wonach das muslimische Hinweisschild bald "Geschichte" sein werde», teilte Benjamin Idriz mit. «Vor diesem Hintergrund liegt die Vermutung nahe, dass die Beschädigung gezielt aus Ablehnung gegenüber dem Schild erfolgt ist.» Ob dies tatsächlich so ist, müssten die Ermittlungen zeigen.

Hinweise auf Gottesdienste

Die oberbayerische Stadt hatte kürzlich an einer Zufahrtsstraße ein Schild angebracht, das auf das Freitagsgebet der islamischen Gemeinde hinweist. Zuvor hatte es nur Schilder mit Informationen zu den Gottesdiensten der katholischen und der evangelischen Gemeinde gegeben. 

Täter bisher unbekannt

Nach Polizeiangaben war das Schild zum Freitagsgebet in der Nacht von Freitag auf Samstag von einem oder mehreren Tätern mit schwarzer Farbe besprüht worden. Ermittelt werde wegen Sachbeschädigung. Bis Montagvormittag waren nach Angaben eines Polizeisprechers noch keine Zeugenhinweise zu dem Fall eingegangen. 

Dem Imam zufolge hatte ein Mitglied der islamischen Gemeinde die Schmiererei entdeckt. Bevor das Schild aufgestellt worden sei, habe es «massive Anfeindungen» gegen das Projekt gegeben. «Allein auf unseren Facebook-Kanälen wurden inzwischen mehr als 10.000 Kommentare veröffentlicht», schrieb Idriz, darunter viele Hassbeiträge. 

Imam: Muslimisches Leben gehört zur Gesellschaft

Weil sich die Farbe nach Polizeiangaben nicht rückstandslos entfernen ließ, wurde das Schild mittlerweile ausgetauscht. Die genaue Schadenshöhe stehe noch nicht fest.

Idriz' Angaben nach ist das Projekt bundesweit einmalig. «Für unsere Gemeinde ist das Schild weit mehr als ein Hinweis auf das Freitagsgebet. Es steht für Religionsfreiheit, Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften, Offenheit und die Selbstverständlichkeit, dass muslimisches Leben zu unserer Gesellschaft gehört.»

Weitere Schilder geplant

Mehrere Medien hatten zuvor über die Sachbeschädigung berichtet. Penzberg will derartige Schilder an mehreren Orten in der Stadt montieren lassen. 

Die Glaubensgemeinschaft Landkreis Weilheim-Schongau zählt zu den bekanntesten islamischen Gemeinden in Bayern. Im Jahr 2019 hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gemeinde besucht.

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