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Fußball-Bundesliga
Hoeneß über Klopp bei Red Bull: «Das ist keine Rolle»
Uli Hoeneß
Uli Hoeneß war sich einst mit Jürgen Klopp als Bayern-Trainer schon einig. (Archivbild) // Peter Kneffel/dpa
Jürgen Klopp
Jürgen Klopp kann nach Uli Hoeneß' Einschätzung Bundestrainer werden. (Archivbild) // Jon Super/AP/dpa
Harry Kane
Harry Kane hat in München noch einen Vertrag bis zum Sommer 2027. (Archivbild) // Carmen Jaspersen/dpa
von dpa
München – Jürgen Klopp gehört für Uli Hoeneß auf den Fußball-Platz. Der Bayern-Patron kann sich Klopp daher gut als Bundestrainer vorstellen. Vincent Kompany wird mit Lob überschüttet.
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Uli Hoeneß hält nichts von der Rolle von Jürgen Klopp als Head of Global Soccer bei Red Bull. «Das ist für mich keine Rolle, die zu ihm passt. Jürgen Klopp muss auf dem Fußballplatz stehen, das ist keiner, der für Vorträge durch die Welt fliegt», sagte Hoeneß (74), Ehrenpräsident des FC Bayern München, der «Bild» im Interview. «Seine größte Stärke ist das Zwischenmenschliche, wie er die Spieler pushen kann. Aber wie willst du in Leipzig etwas pushen, wenn du schon wieder in Salzburg bist und dann nach Brasilien fliegst?»

Hoeneß kann sich «gut vorstellen», dass Klopp Bundestrainer wird. «Ich schätze ihn sehr, sehe ihn aber nur als Trainer und nichts anderes», sagte er über den langjährigen Trainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool. Julian Nagelsmann hat als Bundestrainer noch einen Vertrag bis zur EM 2028.

Statt Klopp bekam der FC Bayern Klinsmann

Hoeneß hätte Klopp 2008 fast zu den Bayern geholt. «Ich war mit ihm schon einig. Ich rief ihn an, als er noch in Mainz war, und fragte: „Können Sie sich vorstellen, den FC Bayern zu trainieren?“ Und er antwortete: „Ja, selbstverständlich.“ Aber dann haben wir uns am Ende für Jürgen Klinsmann entschieden, den Karl-Heinz Rummenigge vorgeschlagen hatte», erzählte Hoeneß.

Von Klinsmann trennten sich die Münchner dann noch vor dem damaligen Saisonende, die Zusammenarbeit verlief alles andere als wie gewünscht. Klopp wechselte nach Dortmund und begründete dort eine Ära.

Kompany als «Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl»

In seinem Neffen Sebastian Hoeneß, der seit 2023 den VfB Stuttgart betreut, erkennt Hoeneß einen potenziellen Bayern-Trainer der Zukunft. Er habe das Zeug, einmal Coach in München zu werden, meinte der Bayern-Patron. «Was er aus dem VfB Stuttgart gemacht hat, ist aller Ehren wert. Er hat sie im Tabellenkeller übernommen, den Pokal gewonnen, Champions League gespielt, ist jetzt wieder unter den Top 5 und im Pokal-Halbfinale, obwohl Topspieler gegangen sind. Er kann richtig was.»

Vom aktuellen Münchner Trainer schwärmt Hoeneß in höchsten Tönen. «Vincent Kompany ist für uns ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl. Er hat genau das geschafft, was Thomas Tuchel, den ich für einen hochintelligenten Mann halte, zuvor nicht bei uns gelungen ist: Vincent hatte sofort eine Nähe und Leidenschaft für seine Spieler, er hat auch nie eine „Holding six“ oder andere Spieler gefordert», sagte Hoeneß.

Kane soll in München verlängern

Kompany weise «intern auf Missstände hin, aber er würde das nie öffentlich thematisieren. Dadurch machst du deine Spieler stark, anstatt sie zu schwächen. Er ist der beliebteste Trainer beim FC Bayern seit Langem.»

Superstürmer Harry Kane soll seinen im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag in München unbedingt verlängern. «Ja, das würde ich ganz klar machen. Harry ist ein Glücksfall für uns», sagte Hoeneß. «Weil seine Ausstiegsklausel für Sommer 2026 ausgelaufen ist und sein Vertrag nun bis Sommer 2027 gilt, haben wir aktuell aber keinen Druck.»

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