O'zapft is - aber diesmal ist für den FC Bayern München alles anders. Zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte bestreitet der deutsche Fußball-Rekordmeister während des Oktoberfests kein Bundesligaspiel. Durch den veränderten Länderspiel-Kalender sind die Stars bei ihren Nationalmannschaften und haben nach dem traditionellen Mannschaftstermin am Sonntag keine weitere Zeit mehr für einen erneuten Bierzeltbesuch.
Kompany: Mit der Maß die Länderspiele anschauen
«Wir werden erst mal unsere Aufgabe machen und versuchen, die drei Punkte zu gewinnen gegen Union Berlin. Und dann werde ich mich freuen, was Deutschland mit der Nationalmannschaft und den jungen Spielern und der neuen Motivation macht», sagte Kompany vor dem Bundesliga-Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sky). «Ich werde mich auf der Wiesn ruhig hinsetzen mit einer Maß.» Die Motivation der deutschen Nationalspieler sei beim «neuen Kapitel» mit Bundestrainer Jürgen Klopp «sehr groß».
Da die Partie gegen die enttäuschend in die Saison gestarteten Berliner am Vorabend des Wiesn-Anstichs stattfindet und wegen der Länderspielpause auch in der Champions League und im DFB-Pokal keine Partien anstehen, gibt es kein einziges Münchner Pflichtspiel während des 191. Oktoberfests.
«Zumindest haben wir ja fast ein Bayern-Spiel zu Hause zum Start der Wiesn. Also so ein bisschen Wiesn-Gefühl ist schon noch da», sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, der sich auf gemütliche Prosit-Stunden mit dem Team am Sonntag freut. «Wir werden auch mit der Mannschaft am Sonntag natürlich den traditionellen Wiesn-Besuch machen.» Nach der Union-Partie geht es für die Münchner nach den Länderspielen erst am 10. Oktober beim FC Augsburg weiter.
«Für den Trainer perfekt»
Normalerweise waren die Bayern-Stars immer am letzten Wiesn-Wochenende im Käfer-Zelt zu Gast. Durch die veränderte Länderspielperiode ist das jetzt nicht möglich. Kompany gefällt's. «Für den Trainer perfekt», sagte der 40-Jährige. «Jetzt voller Fokus auf Union Berlin, dann gehen die Spieler zu den Nationalmannschaften und können nicht auf die Wiesn - wir können mit dem Staff und gemeinsam mit der Familie auf die Wiesn.» Das Länderspielfenster hätte er fast nicht besser planen können. Er hätte lediglich die Abstellperiode des Novembers auch noch an diese Pause rangehängt.
Erst einmal soll nach Wunsch von Kompany mit einem Heimsieg die Hauptstädter zumindest vorübergehend der Sprung auf den gewohnten und stets für sich beanspruchten Platz eins gelingen. «Entscheidend ist ja, dass wir am Ende auf Platz eins stehen, und da bin ich äußerst positiv, weil die Mannschaft ein unheimliches Potenzial hat», sagte Präsident Herbert Hainer. Mit dem derzeitigen vierten Platz hinter dem SC Freiburg, Borussia Dortmund und Augsburg habe er aktuell kein Problem.
Gnabry-Comeback gegen Union?
Kompany hat für das Heimspiel gegen die Eisernen seinen kompletten Kader zur Verfügung. Der Belgier stellte für die Partie ein Comeback des von Klopp nominierten Serge Gnabry in Aussicht. Gnabry hatte die WM wegen einer Adduktorenverletzung verpasst und kam wegen der Folgen zuletzt noch nicht zum Einsatz.
«Serge hat letzte Saison sehr gut auf der Zehnerposition gespielt, er hat da aber auch auf dem Flügel gespielt», sagte Kompany. «Wir haben bei Serge lange gewartet, bis er das Signal gibt, dass er sich gut fühlt. Ich schätze, dass er gegen Union Minuten bekommen wird.» Und für Harry Kane geht's vielleicht mit einem Jubiläum ins Promi-Zelt: Er steht vor seinem 100. Bundesliga-Tor.











