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Champions League
Bayern brauchen «Rocky-Qualitäten» und plötzlich auch Karl
Abschlusstraining FC Bayern München
Ist Lennart Karl die Offensivlösung in Madrid? «Wir vertrauen ihm definitiv», sagte Trainer Aaron Danks. // Sven Hoppe/dpa
Abschlusstraining FC Bayern München
Schutzverband am rechten Knie: Michael Olise. // Sven Hoppe/dpa
Abschlusstraining FC Bayern München
Im Abschlusstraining dabei: Torwart Manuel Neuer. // Sven Hoppe/dpa
Abschlusstraining FC Bayern München
Die Anführer beim Training: Harry Kane (M) und Joshua Kimmich (r). // Sven Hoppe/dpa
von dpa
Madrid – Das Estadio Metropolitano ist das Traumziel des FC Bayern in dieser Saison. Dort steigt 2027 das Königsklassen-Finale. Gegen Atlético Madrid kommt es zum Probelauf - mit komplizierten Vorzeichen.
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Die Dienstreise an den Sehnsuchtsort hatte sich der FC Bayern unter völlig anderen Vorzeichen gewünscht. Nach dem teuer erkauften 2:2 im Topspiel gegen Borussia Dortmund mit weiteren verletzten Offensivstars herrscht im Estadio Metropolitano nicht mehr nur erheblicher Tabellendruck. 

In dem Stadion, in dem sich das Münchner Starensemble um Ballon d'Or-Gewinner Harry Kane am 5. Juni 2027 zum Champions-League-Sieger krönen möchte, muss der deutsche Fußball-Meister am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) gegen Atlético Madrid mit einem personellen Notstand klarkommen. 

Sportvorstand Max Eberl beschwor vor dem Abflug ins sonnige Spanien «Nehmerqualitäten» wie bei Sylvester Stallone in dessen berühmten Boxer-Filmen: «Wir müssen Rocky-Qualitäten haben. Wir müssen einstecken.» 

Eberl: Keine «Gefahr» eingehen bei Olise 

Kein Jamal Musiala. Kein Luis Díaz. Kein Ismael Saibari (OP am Fuß). Kein Serge Gnabry (Muskelverletzung). Aber womöglich immerhin ein Michael Olise. Der Franzose musste gegen Dortmund mit Knieproblemen in der Schlussphase vom Platz. Beim Training für die wegweisende Partie in Madrid war er dabei - mit einem Verband am rechten Bein. Auch Kapitän und Torhüter Manuel Neuer trainierte wieder. Es waren zwei Lichtblicke noch im herbstlichen München.

«Wenn nichts kaputtgehen kann und der Junge fühlt sich bereit, dann würde man den Schritt gehen», sagte Eberl zu Olise: «Aber wenn es eine hohe Gefahr der Verletzung gäbe, dann müsste man sich das überlegen.»

Unabhängig vom Risiko bei Olise könnte urplötzlich Lennart Karl wieder ganz wichtig werden in Madrid. Der 18-Jährige musste gegen den BVB selbst nach den Verletzungen von Saibari und Gnabry weiter auf der Ersatzbank schmoren. Der Shooting Star der Vorsaison kam erst spät für Olise. Fehlt aktuell das Vertrauen in den Jungstar, über den es rund ums Topspiel zu einem Disput zwischen dessen Berater Michael Ballack und Sportvorstand Eberl kam? 

Danks: Wir vertrauen Lennart definitiv

Nein, nein, versichert Co-Trainer Danks energisch: «Wir vertrauen Lennart definitiv auch in solchen Spielen. Er ist ein herausragender Spieler. Er kam ja auch für Michael rein und hatte noch einen großen Moment mit seinem Lattenschuss. Das war wirklich positiv für ihn.» 

Eberl äußerte sich trotzig zum personellen Engpass: «Jeder kennt unseren Kader und weiß, wer ausfällt und wer noch zur Verfügung steht. Aber wir werden nicht abmelden. Wir werden nicht zurückziehen.»

Anführer Kimmich: Werden alles reinhauen 

Am vierten Spieltag der Ligaphase stehen die Bayern ohne den weiter im Krankenstand weilenden Chefcoach Vincent Kompany vor einem Charaktertest. «Wir werden wieder alles reinhauen», versicherte Kimmich.

Das wird nötig sein gegen das Atlético des sehr emotionalen Trainers Diego Simeone. Im Kampf um die Top 8 und den direkten Einzug ins Achtelfinale steht das rustikale Team des Argentiniers mit vier Punkten sogar unter noch größerem Ergebnisdruck als die Münchner (5). 

Spiele gegen Atlético tun in der Regel weh. Erst recht in Madrid, im rund 70.000 Zuschauer fassenden Metropolitano, in dem natürlich auch Simeone mit Atlético unbedingt im kommenden Jahr das Königsklassen-Finale bestreiten will.

Bei Bayern sind zwei Anführer wieder dabei - Kimmich und Kane. Gerade Kimmichs Rückkehr nach einem privaten Trauerfall ist Gold wert. «Jo hat die Mannschaft gegen Dortmund geführt. Er ist vorweggegangen. Er ist wieder da, das gibt uns ein gutes Gefühl», so Eberl.

Kane und der Ronaldo-Rekord

Und Kane? Der Weltfußballer schoss gegen den BVB ausnahmsweise nur Fahrkarten, sogar vom Elfmeterpunkt. Gegen Atlético soll es wieder anders aussehen. Zumal er in der Königsklasse einen Rekordlauf hat. In den vergangenen zehn Einsätzen hat der Stürmer jeweils getroffen. Ein weiteres Tor gegen Atlético würde Cristiano Ronaldos Bestmarke von elf Treffern egalisieren.

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