Nach Kritik an seiner Tätigkeit beim FC Bayern erwägt Münchens Oberbürgermeister eine Niederlegung seiner Mandate bei dem Fußball-Rekordmeister. «Natürlich muss man sich überlegen, ob man und inwieweit man weiterhin die Mandate, die jetzt quasi zur Kritik geführt haben, weiter ausübt», sagte der SPD-Politiker dem BR-Politikmagazin «Kontrovers» (heute Abend, 21.15 Uhr).
Er müsse das aber auch mit dem FC Bayern noch klären. «Insoweit glauben Sie mir, darüber denke ich intensiv nach und ich werde auch rechtzeitig mich dazu äußern.» Auf Nachfrage bestätigte Reiter, dass er darüber nachdenke, auf den Aufsichtsratsposten zu verzichten. «Das heißt auch, dass ich darüber nachdenke, was mit den Vergütungen passiert. Das werde ich jetzt die nächsten Tage entscheiden.»
Deutlich schlechteres Ergebnis bei Kommunalwahl
Reiter stand zuletzt wegen seiner Tätigkeit für den FC Bayern und seinen Umgang damit in der Kritik. Am Sonntag musste er bei der Oberbürgermeisterwahl in München ein deutlich schlechteres Ergebnis als erwartet hinnehmen. Am 22. März tritt er in der Stichwahl gegen den Grünen Herausforderer Dominik Krause an.
Der FC Bayern hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass Reiter Nachfolger von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber an der Spitze des Verwaltungsbeirates und damit auch Mitglied im Aufsichtsrat wird. Seither reißt die Kritik aus der Opposition an Reiters Umgang mit der neuen Aufgabe nicht ab.
Wurde der Stadtrat übergangen?
Kurz vor der Wahl räumte der Oberbürgermeister ein, dass er seit geraumer Zeit je 20.000 Euro im Jahr für seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verwaltungsbeirat bekomme. Dass der Stadtrat das hätte genehmigen müssen, sei ihm nicht bewusst gewesen. Kern des Streits ist in beiden Fällen - dem seiner langjährigen Tätigkeit im Verwaltungsbeirat sowie dem seines neuen Postens im Aufsichtsrat -, ob der Stadtrat eine Genehmigung hätte erteilen müssen.
Reiter kündigte an, ab Donnerstag mit Blick auf die Stichwahl auf der Straße unterwegs zu sein, um mit den Münchnerinnen und Münchnern zu reden: «... und das tun, was ich, glaube ich, ganz gut hinkriege, nämlich den Menschen erklären, worum es eigentlich geht und was das für die Zukunft dieser Stadt bedeutet, wer die Stadt künftig als Oberbürgermeister voranbringt», sagte er dem BR.









