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Justiz
Prozess um geplanten Sprengstoffanschlag
Prozessbeginn gegen mutmaßlichen IS-Anhänger
Der Angeklagte soll einen Anschlag geplant haben. // Matthias Balk/dpa
Prozessbeginn gegen mutmaßlichen IS-Anhänger
Die Anwälte des Mannes regten ein Rechtsgespräch an. // Matthias Balk/dpa
von dpa
München – Plante ein junger Syrer einen Sprengstoffanschlag in Deutschland? Diese Frage beschäftigt das Landgericht München I.
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Vor dem Landgericht München I hat der Prozess gegen einen 28-Jährigen begonnen, der einen Sprengstoffanschlag geplant haben soll. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Syrer vor, Anleitungen zum Bombenbau heruntergeladen und einen Anschlag auf eine Diskothek oder einen ähnlich belebten Ort beabsichtigt zu haben. 

Er ist unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und vorsätzlichen Besitzes einer verbotenen Waffe angeklagt. 

Bombenmaterial in der Wohnung? 

Laut Anklage bewahrte er unter anderem neun Flaschen Brenngel und potenziell explosives Kaliumchlorat aus Streichholzköpfen in seiner Wohnung im unterfränkischen Kolitzheim bei Schweinfurt auf. Außerdem wurden ein Butterflymesser und ein Schlagstock gefunden. 

Sein Plan soll gewesen sein, «mittels der Anleitung, den Zündköpfchen und dem Brenngel eine unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung herzustellen, um diese für die Begehung eines Sprengstoffanschlages oder eines Brandanschlages zu verwenden und hierdurch eine Vielzahl von Personen zu töten», sagte die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Anklage.

Die Verteidiger des 28-Jährigen regten direkt zu Prozessbeginn ein Rechtsgespräch an. Ziel eines solchen Gesprächs ist in der Regel ein sogenannter Deal. Dabei einigen sich Verteidigung und Anklagebehörde mit dem Gericht auf einen Strafrahmen, in dem sich der Urteilsspruch bewegen kann. Voraussetzung dafür ist dann ein Geständnis des Angeklagten.

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