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Fußball-Regionalliga
Pure Euphorie: 1860 München «extrem motiviert» vor Ligastart
Logo TSV 1860 München
Das neue Logo ohne Löwe: Mit diesem Wappen geht 1860 München in die Regionalliga-Saison. (Archivbild) // Florian Diettrich/dpa
1860-Trainer Alper Kayabunar
Der neue 1860-Trainer Alper Kayabunar. (Archivbild) // Florian Diettrich/dpa
1860 München
1860 München spielt zunächst ohne Löwen im Wappen. (Archivbild) // Florian Diettrich/dpa
von dpa
München – Im Juni lag 1860 nach dem Zwangsabstieg auf dem Boden. Es folgten wilde Wochen und vor allem eine Trennung vom verhassten Investor. Nun geht die Regionalliga los. Wie bissig werden die «Löwen» sein?
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Dass 1860 München ein ganz einzigartiger Verein ist, das zeigt sich diese Woche. Man muss es sich mal vorstellen: Das Team wird in die Regionalliga strafversetzt, der Streit mit dem verhassten Investor eskaliert, wochenlang ist die Zukunft der Fußballer aus Giesing offen. Auf den ikonischen Löwen im Vereinswappen wird wegen eines Markenstreits vorerst verzichtet. Es gibt viele Gründe, von den aktuellen «Löwen» frustriert zu sein. Aber was machen die Fans: Die pilgern zu Hunderten an das Trainingsgelände, feuern das Team mit Stadion-Schlachtgesängen an und sind heiß auf den Saisonstart.

«Das war unglaublich», sagte Trainer Alper Kayabunar zu den Szenen an der Grünwalder Straße am vorigen Mittwoch. Selbst Spieler, die schon einige Jahre als Fußballprofis auf dem Buckel hatten, seien baff gewesen. «So etwas habe ich noch nie gesehen. Wir sind extrem motiviert», betonte der Coach. Er habe «fast Tränen in den Augen gehabt», sagte TSV-Präsident Gernot Mang dem «Münchner Merkur». «Dieser Zusammenhalt ist einzigartig in Deutschland.»

«Achterbahnfahrt ist nichts dagegen»

Dass die Sechziger mit dem Auswärtsspiel am Samstag (14.00 Uhr/BR) bei Mitabsteiger 1. FC Schweinfurt tatsächlich in die Meisterschaft starten, das ist ja per se schon ein Erfolg. Sie sagten sich im Juni von Investor Hasan Ismaik los, nachdem dieser ein Darlehen gekündigt und damit den Zwangsabstieg in die Viertklassigkeit provoziert hatte. Mit einer neuen Gesellschaft meldete sich der TSV in der Regionalliga an. «Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen», resümierte Mang im BR-Interview zu jenen Wochen des Neustarts.

Über allem schwebte ja auch die Gefahr, dass Ismaik auf juristischem Weg doch noch intervenieren oder gar den neuen 1860-Fußball ausbremsen könnte. Weil sich der Millionär aber bislang auf - teils kryptische - Mitteilungen in den Sozialen Medien beschränkt, soll es von nun an vor allem um Fußball gehen.

Jungspunde, alte Hasen, Rückkehrer

«Wir freuen uns extrem», sagte Kayabunar, der voriges Jahr noch Meister in der Bayernliga Süd mit der U23 der «Löwen» war und nach ein paar Wochen als Interimscoach zum Cheftrainer befördert wurde. «Das war eine lange Vorbereitungsphase mit ein paar Schwierigkeiten.»

Mit einem kuriosen Kadermix aus Jungspunden, alten Fußball-Recken wie Florian Niederlechner oder Rückkehrern wie Torwart-Oldie Vitus Eicher, Dennis Dressel, Felix Weber und Julian Bell gehen es die Sechziger an. «Gerade jetzt wissen wir nicht, wo wir stehen», beteuerte Kayabunar und bat die Öffentlichkeit um Geduld. «Wir brauchen sicherlich noch ein bisschen Zeit.»

Coach Kayabunar: «Als Favoriten sehe ich uns nicht»

Der 40-Jährige schiebt deshalb die Favoritenrolle im Kampf um den Aufstieg von sich. «Als Favoriten sehe ich uns nicht», sagte er angesprochen auf die Einschätzung seiner Trainerkollegen in der Regionalliga. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte von den 19 Coaches Meistertipps eingeholt - und gleich 15 von ihnen tippten auf die Münchner als Spitzenteam der Liga.

«Aufgrund der Strahlkraft und der Fanunterstützung wird der TSV 1860 München um die Meisterschaft mitspielen müssen», sagte etwa Sven Zurawka vom TSV Buchbach. Schon in der Saison 2017/18 waren die «Löwen» nach ihrem damaligen Zwangsabstieg die Attraktion in der Regionalliga - das ist erneut zu erwarten. 3200 TSV-Fans werden in Schweinfurt im ausverkauften Auswärtsblock erwartet. Am ersten Spieltag hatte München spielfrei.

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