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Mobilitätskosten
Tankrabatt und Spritpreiskrise in 7 Rechnungen und Zahlen
Tanken
Tanken ist teuer - inflationsbereinigt war es in der Vergangenheit aber schon teurer. (Archivbild) // Lennart Preiss/dpa
Kraftstoffpreise
Der September ist der teuerste Tankmonat bisher. (Archivbild) // Rolf Vennenbernd/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Christof Rührmair
München – So teuer war der September, so viel kosten der Tankrabatt und die hohen Spritpreise Staat und Autofahrer. Und wie schneiden die aktuellen Preise im Vergleich zu früher ab?
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Noch nie war Sprit so teuer wie er im September gewesen sein wird. Das lässt sich schon errechnen, bevor der Monat ganz zu Ende ist. Und es ist bei weitem nicht das Einzige an Spritpreiskrise und Tankrabatt, das sich mit einem Taschenrechner in der Hand genauer betrachten lässt. Ein Überblick in Rechnungen und Zahlen. 

Wird der September ein Rekordmonat beim Sprit? 

Ja. Selbst wenn Benzin und Diesel am letzten Tag des Monats verschenkt würden, bliebe der Monatsdurchschnitt über den bisherigen Rekorden aus dem August beziehungsweise April. 

Nach 28 Tagen liegt der Durchschnittspreis von E10 bei knapp 2,27 Euro, bei Diesel zwischen 2,38 und 2,39 Euro, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Die aktuellen Preise liegen bei E10 knapp, bei Diesel einige Cent höher. Sofern es nicht extreme Sprünge gibt - und zumindest am Dienstag gab es bis zum Nachmittag keine Anzeichen dafür - werden auch die Durchschnitte am Monatsende in diesem Rahmen liegen. Die bisherigen Rekordwerte für einen ganzen Monat liegen laut ADAC für E10 bei 2,145 Euro, für Diesel bei 2,263 - also jeweils um mehr als 10 Cent niedriger. 

Sinken die Preise jetzt wieder unter 2 Euro? 

Auf die Schnelle nicht. Die 16,7 Cent Steuerersparnis durch den Tankrabatt ab Donnerstag reichen bei weitem nicht, um von den aktuellen Preisen - am Montag waren es laut ADAC 2,276 Euro pro Liter E10 und 2,425 Euro pro Liter Diesel - unter diese Marke zu kommen. 

Wie sehen die heutigen Preise im Vergleich zu früheren Werten aus, wenn man die Inflation berücksichtigt? 

Sie sind hoch, aber preisbereinigt keine Rekorde. Denn seit März 2022, als es zuletzt extreme Spritpreise gab, ist das allgemeine Preisniveau um rund 19 Prozent gestiegen. Inflationszahlen für September liegen zwar noch nicht vor, schätzt man sie aber grob ab, ergibt sich etwa dieser Wert. Und bringt man die Spritpreise aus dem März 2022 auf das heutige allgemeine Preisniveau, kommt man auf 2,41 Euro pro Liter E10 und etwa 2,49 bis 2,50 Euro pro Liter Diesel - klar mehr als im ablaufenden Monat. 

Blickt man noch weiter zurück - und berücksichtigt eine entsprechend höhere Inflation von mehr als einem Drittel, findet man zumindest für E10 auch im Jahr 2012 mehrere Monate, deren Durchschnittspreis inflationsbereinigt ähnlich oder teils minimal höher lag als im September. Insgesamt war das Spritpreisniveau damals relativ hoch: Umgerechnet auf das heutige allgemeine Preisniveau kostete E10 in den meisten Monaten der Jahre 2011 bis 2014 mehr als 2 Euro pro Liter. 

Was bringt der Tankrabatt dem einzelnen Autofahrer? 

Das kommt darauf an - wie viel er fährt, was sein Auto verbraucht und ob der Rabatt komplett weitergegeben wird. Um einen Eindruck zu bekommen, kann man aber typische Fahrzeuge heranziehen: Einen Diesel mit 15.000 Kilometern im Jahr und einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometern oder einen Benziner mit 9.000 Kilometern und 8 Litern Verbrauch. 

In den drei Monaten braucht der Fahrer des Diesels rein rechnerisch 262,5 Liter - ein Rabatt von 16,7 Cent pro Liter bringt da knapp 44 Euro. Der Fahrer des Benziners braucht 180 Liter und spart rund 30 Euro - vorausgesetzt der Rabatt wird komplett weitergegeben. Ein Pendler mit 30.000 Kilometern und einem Diesel würde etwa 88 Euro sparen. 

Geschicktes tanken - also beispielsweise den Tank vor Beginn des Rabatts fast leer zu fahren und vor seinem Ende komplett zu füllen - kann die Ersparnis etwas erhöhen. 

Was hat der Krieg die Autofahrer bisher gekostet? 

Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht - schon alleine deswegen, weil die Öl- und Spritpreise ja auch andere Preise wie Lebensmittel beeinflussen, unter anderem durch steigende Transportkosten. Mit Hilfe der bereits erwähnten Beispielautos kann man aber zumindest einschätzen, wie viel mehr an der Zapfsäule gezahlt wurde. Basis dafür sind die Tagesdurchschnittswerte - geschicktes oder ungeschicktes Tanken bleibt dabei unberücksichtigt. 

Der Iran-Krieg läuft seit 7 Monaten. Über diese Zeit war Benzin im Durchschnitt um etwa 29 Cent pro Liter teurer als am letzten Tag vor dem Krieg. Diesel um etwa 38 Cent. 

Der typische Benzinerfahrer hat in dieser Zeit rein rechnerisch 420 Liter getankt - das macht Mehrkosten von knapp 122 Euro - weniger als 60 Cent pro Tag. 

Der typische Dieselfahrer brauchte 612,5 Liter - das macht Mehrkosten von knapp 233 Euro oder etwas mehr als einen Euro pro Tag. 

Im Einzelfall kann es natürlich mehr oder weniger sein - bei einem Pendler der seinen Diesel 30.000 Kilometer im Jahr bewegt sind es beispielsweise 1.225 Liter und knapp 466 Euro. 

Was kostet der Rabatt? 

Hier muss man nicht selbst rechnen: Die Bundesregierung erwartet, dass 2,485 Milliarden Euro weniger Steuern in die Staatskasse fließen. Die Hälfte sollen diesmal aber die Länder tragen. 

Wirkt sich der höhere Spritpreis auf das Fahrverhalten aus? 

Das ist schwierig zu beurteilen, es gibt aber Hinweise auf einen entsprechenden Effekt. Daten der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen zeigen bisher leichte Rückgänge im Verkehrsaufkommen in einigen Monaten. Und die Umsatzzahlen des Statistischen Bundesamtes für Tankstellen zeigen preisbereinigt im April, Mai und Juli deutliche Rückgänge von 8,6, 5,0 und 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahlen beinhalten zwar auch andere Käufe an Tankstellen, da diese aber nur einen relativ kleinen Teil der Tankstellenumsätze ausmachen, dürfte auch der Kraftstoffabsatz in diesen Monaten niedriger gelegen haben. Zahlen für August und September liegen noch nicht vor.

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