Abschied und Anfang
Charles III. verspricht seinen lebenslangen Dienst
König Charles III. und seine Frau Camilla sehen sich die Blumengestecke und persönlichen Grußworte an, die nach dem Tod von Königin Elizabeth II. vor dem Buckingham-Palast abgelegt wurden.
König Charles III. und seine Frau Camilla sehen sich die Blumengestecke und persönlichen Grußworte an, die nach dem Tod von Königin Elizabeth II. vor dem Buckingham-Palast abgelegt wurden.
Foto: Yui Mok/dpa
Susanne Ebner von Susanne Ebner Fränkischer Tag
London – König Charles III. zeigt sich das erste Mal vor dem Buckingham-Palast und gibt sich nahbar. In Zeiten der Krise muss er Zuversicht vermitteln.

„Ich spreche heute mit dem Gefühl tiefer Trauer zu Ihnen.“ Mit diesen Worten eröffnete König Charles III. Freitagabend seine erste Ansprache an die Nation. Gekleidet in Schwarz, neben sich ein Foto der verstorbenen Königin Elizabeth II., bezeichnete er sie als „Inspiration und Vorbild“.

Auch Charles III. will lebenslang im Amt bleiben

Ihm sei bewusst, so sagte er , dass er in seiner neuen Rolle weniger Zeit für jene Themen haben werde, für die er sich zuvor eingesetzt habe und endete mit einer emotionalen Hommage an seine Mutter. „Liebste Mama, während du deine letzte große Reise zu meinem lieben verstorbenen Papa beginnst, will ich nur eines sagen: Danke. Danke für deine Liebe und Hingabe für unsere Familie und für all die Nationen, denen du so fleißig gedient hast, in all den Jahren.“ König Charles III. versprach auch ganz in der Nachfolge seiner verstorbenen Mutter lebenslangen Dienst.

König Charles III. kam Freitagnachmittag am Buckingham-Palast an. Dort warteten Zehntausende Menschen seit Stunden, um den neuen Monarchen zu sehen. Sie jubelten ihm zu, riefen „Gott schütze den König“.

Der neue König zeigt sich nahbar bei den Beileidsbekundungen vor dem Buckingham Palace

Der König nahm sich viel Zeit, um mit den Menschen zu reden, er schüttelte Hände, lächelte ihnen zu. Viele sprachen ihm ihr Mitgefühl aus, machten Fotos. Er gab sich zugänglich, nahbar. Als er mit seiner Frau Camilla, der Queen Consort, in den Palast ging, wurde die „Royal Standard“-Flagge gehisst, als Zeichen dafür, dass der König vor Ort ist. Die Menge jubelte.

Im ganzen Land läuteten die Glocken in memoriam Elizabeth II.

Traditionen wie diese haben in Zeiten der Trauer etwas Tröstendes. Sie geben dem Unfassbaren einen Rahmen, dem Unaussprechlichen einen Klang. Und es war ein weiterer ergreifender Moment, als in London, auf Schloss Windsor und Balmoral in Schottland gestern um Punkt 12 Uhr die Glocken läuteten – im Gedenken an Königin Elizabeth II.

Die durch die Queen in ihrer letzten Amtshandlung ernannte Premierministern Liz Truss sprach zeitgleich im Parlament in Westminster. Sie beendete ihre Rede mit „God save the King“, Gott schütze den König.

Am Abend fand in der St.-Pauls-Kathedrale im Zentrum Londons ein Gedenkgottesdienst für die verstorbene Monarchin statt, an dem unter anderem die Premierministerin, hochrangige Minister sowie Bürger teilnahmen.

Charles III. und Premierministerin treten ihre Ämter in Zeiten der Krise an

Sowohl Charles III. als auch Premierministerin Truss wurden in der gleichen Woche ins Amt gehoben. In einer Zeit, in der das Land mit vielen Krisen konfrontiert ist.

Das nationale Gesundheitssystem ist überlastet, die Preise für Gas und Strom schnellen immer weiter in die Höhe. Die Menschen in Großbritannien hofften auf Hilfe.

Doch dann, als wäre das alles nicht genug, starb am Donnerstag Königin Elizabeth II., jene Frau, die den „Menschen Hoffnung gab, als sie sie am meisten benötigten“, wie Labour-Chef Keir Starmer im Parlament betonte. Nun muss der neue König für diese Gewissheit sorgen, betonten Beobachter.

Die Bestürzung über den Tod der Queen hält an, ja hat angesichts einer zehntägigen nationalen Trauer gerade erst begonnen. Tausende Menschen legten am Buckingham-Palast Blumen und Karten nieder oder standen einfach nur da, ganz still, manche weinten.

Charles muss als König seinen eigenen Weg finden

Der König wird versuchen, der Monarchie seinen Stempel aufzudrücken. Dass er sein ganzes Erwachsenenleben lang Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten, macht die Herausforderung eher größer.

Biografen betonten, dass er seine Position nutzen wird, um für seine Herzensthemen zu kämpfen. Catherine Mayer beschrieb ihn einst als einen „Ritter auf der Suche“. Seine wichtigsten Ziele, die Rettung des Planeten und der Fortbestand der Monarchie, lenkten so ziemlich alles, was er tue, betonte sie.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: