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Schwere Vorwürfe
Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew nach Festnahme wieder frei
Ehemaliger Prinz Andrew
Ex-Prinz Andrew (Archivbild) muss sich wegen schwerer Vorwürfe vor britischen Ermittlern verantworten. // Aaron Chown/PA Wire/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Patricia Bartos, Christoph Meyer und Jan Mies (Deutsche Presseagentur)
London – Der frühere britische Prinz Andrew wird an seinem Geburtstag von der Polizei festgenommen. Die Vorwürfe im Skandal um Jeffrey Epstein wiegen schwer, auch wenn Andrew nun wieder freigelassen wurde.
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Update 20. Februar

Andrew wieder auf freiem Fuß

Der frühere Prinz Andrew ist fast zwölf Stunden nach seiner Festnahme wieder freigelassen worden. Die Ermittlungen dauern an, wie die Thames Valley Police mitteilte. Die britische Polizei hatte den früheren Prinzen Andrew in Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein am Morgen festgenommen. Mehrere Medien zeigten Fotos, wie Andrew in einem Auto die Polizeiwache in der Grafschaft Norfolk wieder verließ.

«Wir können außerdem bestätigen, dass unsere Durchsuchungen in Norfolk nun abgeschlossen sind», heißt es in der Mitteilung der Polizei weiter. Nähere Angaben zu den Ermittlungen machten die Beamten zunächst nicht.

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Der ursprüngliche Artikel vom 19. Februar

Der Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat jetzt folgen für den Bruder des britischen Königs: Die Polizei hat den früheren Prinzen Andrew festgenommen. Dem 66-Jährigen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Andrew soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen US-Unternehmer weitergeleitet haben. Mutmaßliche Sexualdelikte werden in den Angaben zur Festnahme nicht erwähnt. Abgeholt wurde Andrew an seinem Geburtstag.

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König Charles: "Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen"

König Charles III. (77) nahm die Nachricht über die Festnahme seines jüngeren Bruders «mit größter Besorgnis» zur Kenntnis. «Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen», teilte der König in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Die Polizei könne sich auf seine «uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit» stützen.

Andrew, der wegen seiner Verbindung zu Epstein bereits seine Titel und Ehren verloren hatte, äußerte sich zunächst nicht zu der Entwicklung, die in Großbritannien für Aufruhr sorgte. Die Thames Valley Police hatte am Vormittag mitgeteilt, es habe Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk gegeben. Wie lange Andrew im Gefängnis bleiben muss, blieb zunächst offen.

Andrew droht lebenslange Haftstrafe

Britischen Experten zufolge kann die polizeiliche Maßnahme für bis zu 96 Stunden gelten, allerdings wäre dafür auch eine Entscheidung eines Gerichts erforderlich. Das Vergehen des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt kann dem Crown Prosecution Service zufolge mit einer lebenslangen Haftstrafe bestraft werden. Ein früherer hochrangiger Polizeibeamter sagte der BBC, dass die Beamten durch die Festnahme Zugang zu Computerausrüstung, Dateien, Fotos und anderen Beweismitteln erhalten würden. Der Druck sei in den vergangenen Tagen stetig gewachsen.

Der König erklärte, nun folge ein «umfassendes, faires und ordnungsgemäßes Verfahren, in dem diese Angelegenheit in angemessener Weise und durch die zuständigen Behörden untersucht wird». Während dieses Verfahren wolle er sich nicht weiter zu der Angelegenheit äußern. 

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Missbrauchsvorwürfe gegen Andrew stehen im Raum

Die Festnahme folgte auf die Veröffentlichung weiterer Dokumente aus den Ermittlungsakten zu Epstein durch das US-Justizministerium. Britische Medien hatten darin E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Finanzier weitergeleitet hat. Epstein hatte mit der Verwaltung und Anlage des Geldes anderer ein Vermögen angehäuft.

Die polizeilichen Ermittlungen gegen Andrew bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat. Eines der prominentesten Epstein-Opfer, die mittlerweile gestorbene Virginia Giuffre, hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben, auch als Minderjährige. Der Royal wies diese Vorwürfe stets zurück.

Epsteins Missbrauchs-Netzwerk bis heute undurchsichtig

Giuffres Familie reagierte erleichtert. «Endlich, heute wurden unsere gebrochenen Herzen durch die Nachricht getröstet, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht einmal die Königsfamilie», teilten die Geschwister mehreren Medien mit. Andrew sei «nie ein Prinz» gewesen.

Andrew hatte auch nach der Verurteilung von Epstein wegen Sexualdelikten in den späten 2000er-Jahren teils engen Kontakt zu dem Sexualstraftäter gepflegt, ebenso wie seine Ex-Frau Sarah Ferguson (66). Das britische Royalpaar passte ins Schema des Finanziers, dem die High Society zeitweise zu Füßen gelegen hatte. Sein Missbrauchsring forderte eine bis heute unbekannte, hohe Zahl an Opfern.

Königshaus reagierte spät auf Andrews Fehlverhalten

Für das Königshaus ist Andrew seit langer Zeit eine Belastung. Schon seine früheren, teils vor Jahren erfolgten Einlassungen zum Epstein-Fall waren in der Öffentlichkeit sehr kritisch bewertet worden. Seine königliche Familie schwieg aber lange. Erst im vergangenen Herbst setzte Charles III. dem ein Ende - und verstieß seinen Bruder mit dem Entzug aller Titel und Ehren. Auch aus einem Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor musste Andrew ausziehen, er lebt nun als Bürgerlicher.

Charles III. hatte bereits vor der Festnahme angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, hatte ein Sprecher des Palastes mitgeteilt. Bemerkenswert war dabei insbesondere die Betonung darauf, dass die Gedanken und Sympathien des Königspaars stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs seien. 

Maßgeblich an der öffentlichen Positionierung beteiligt soll auch Thronfolger Prinz William (43) gewesen sein, der längst mit seinem Onkel gebrochen hatte. Dem Sender Sky News zufolge war der Palast nicht über die Planung der Festnahme des jüngeren Königsbruders informiert gewesen.

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