Promi-Hochzeit in Italien: Mit mehr als 200 Gästen haben Popstar Dua Lipa (30) und der Schauspieler Callum Turner (36) groß Party gefeiert - nicht in Venedig, das häufig schon Ziel von prominenten Hochzeitspaaren aus aller Welt war, sondern in Palermo und Umgebung.
Siziliens Hauptstadt ist bislang eher als Drehort von Filmklassikern wie dem Mafia-Epos «Der Pate» bekannt. Das alte Image als Schauplatz von organisiertem Verbrechen sorgte anlässlich der Hochzeit erneut für Ärger. Das Paar und seine Gäste ließen sich vom Feiern aber nicht abhalten.
Dua Lipa entspannt ganz in Weiß
Dua Lipa («Don't Start Now», «Houdini») und Turner («Die Jungs im Boot», «Phantastische Tierwesen») sind seit Januar 2024 ein Paar. Im vergangenen Sommer hatten sie ihre Verlobung bekanntgegeben. Die Hochzeit soll bereits am Sonntag in kleinem Kreis im alten Rathaus des Londoner Stadtteils Marylebone stattgefunden haben. Turner wird auch immer wieder als einer der Kandidaten für den neuen James Bond gehandelt.
Zum Auftakt am Freitagabend erschien Dua Lipa in weißem Kleid mit tiefem Ausschnitt am Rücken. Mit Turner - beiger Anzug, weißes Hemd, ohne Krawatte - tanzte sie unter freiem Himmel. Die beiden ließen sich auch durch Paparazzi nicht stören: Entspannt begrüßten sie Freunde und Familie, darunter andere Prominente wie die Modeschöpferin Donatella Versace oder die Sängerinnen Charli xcx und Olivia Dean. Mit Oldtimern und Bistrotischen zwischen den prächtigen Barockbauten wurde Palermo in eine Art Filmkulisse verwandelt.
Bürgermeister beklagt sich über alte Klischees
Die britische Boulevardpresse bejubelt bereits die «Hochzeit des Jahres». Allerdings wiesen einige Londoner Zeitungen auch darauf hin, dass Palermo eine Vergangenheit als Mafia-Hochburg habe. Die «Sun» warf den Promis vor, Gefallen an einer Hochzeit im «Mafia-Chic» zu finden. Der «Telegraph» betitelte einen der Veranstaltungsorte gar als «Mafia-Nest» - und machte erst nach Protesten aus Sizilien ein «ehemaliges Mafia-Nest» daraus.
Auf der Insel lösten die Berichte Empörung aus. Palermos Bürgermeister Roberto Lagalla sprach von einem erheblichen Schaden für das Ansehen seiner Stadt. «Wieder einmal erleben wir den Rückgriff auf ein ebenso überstrapaziertes wie ungerechtes Klischee, das eine komplexe, moderne und
dynamische Region auf eine simple und beleidigende Darstellung reduziert.» Auch im Internet empörten sich viele Sizilianer über die Berichte.
Feiern in prächtiger Villa mit Elton John
In der 630.000-Einwohner-Stadt ist auch heute noch viel von der Mafia die Rede, obwohl deren Einfluss durch ein härteres Vorgehen des Staates erheblich zurückgegangen ist. 1992 wurden die Mafia-Gegner Giovanni Falcone und Paolo Borsellino bei Anschlägen ermordet. Heute gibt es in Palermo «Anti-Mafia-Touren» zu Geschäften, die kein Schutzgeld mehr zahlen. Zugleich sind Mafia-Souvenirs für ausländische Touristen weiterhin beliebte Mitbringsel.
Am Samstag zog die Festgesellschaft weiter in den Nachbarort Bagheria, wo in der Barock-Villa Valguarnera aus dem 18. Jahrhundert weitergefeiert wurde. Dort wurde die Netflix-Serie «Der Leopard» gedreht, die an den gleichnamigen Kinoklassiker von Luchino Visconti anknüpft. Das Paar ließ sich mit einer Luxus-Limousine vorfahren. Im Garten spielte Elton John, der mit Dua Lipa den Hit «Cold Heart» hatte, seinen Klassiker «Your Song». Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass auch die US-Sängerin Madonna gesehen worden sein soll.
Proteste von Anwohnern: «Palermo ist nicht zu mieten»
Untergebracht sind Lipa und Turner in einem Fünf-Sterne-Hotel. Die Wirtschaftszeitung «Il Sole 24 Ore» schätzt die Kosten der Party auf bis zu vier Millionen Euro. Mehrere Gastronomen und andere Geschäftsleute berichteten von strengen Verschwiegenheitsklauseln.
Gegen den Promi-Auflauf gab es auch Proteste. Auf Plakaten und Aufklebern sind Sprüche wie «Palermo ist nicht zu mieten» oder «Unsere Piazza ist nicht Euer Wohnzimmer» zu lesen. Dahinter steht eine Bürgerinitiative namens Apro Palermo (Offenes Palermo).
Italien ist schon seit Jahrzehnten ein beliebter Ort für Promi-Hochzeiten. Vor fast genau einem Jahr feierten in Venedig Amazon-Milliardär Jeff Bezos und seine Frau Lauren Sánchez mit großem Pomp ihre Vermählung. Weil das Paar seinen Reichtum sehr zur Schau stellte und zugleich alle Schauplätze der Feier hermetisch abriegeln ließ, gab es viel Kritik. In der Lagunenstadt hatten zuvor auch schon George Clooney und Bastian Schweinsteiger geheiratet. Florenz wiederum war 2014 die Wahl von Kim Kardashian und Kanye West.











