Einer der prägenden Wegbereiter des Hip-Hop ist tot: Der US-Musiker Afrika Bambaataa, bürgerlich Lance Taylor, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Ein Freund aus seinem Umfeld teilte am Donnerstag auf Facebook mit, Bambaataa sei «friedlich eingeschlafen und wachte nicht mehr auf». Der Mann verbreitete zudem eine Erklärung der von Bambaataa gegründeten Organisation Universal Zulu Nation. Sein früheres Plattenlabel Tommy Boy Records würdigte den DJ und Produzenten auf Instagram als «Pionier des Hip-Hop und der Elektromusik».
Der Musiker hatte an Prostatakrebs gelitten, wie mehrere Medien unter Berufung auf seinen Anwalt berichteten. Laut dem Promi-Portal TMZ starb er im US-Bundesstaat Pennsylvania.
Bambaataa gehörte zu den Schlüsselfiguren des Genres in den 1970er und 1980er Jahren. Die Hip Hop Alliance bezeichnete ihn in ihrem Nachruf als einen der «grundlegenden Architekten der Hip-Hop-Kultur».
Von Bronx-Gang zu deutschen Elektrobeats
Der in der New Yorker Bronx geborene US-Amerikaner wuchs in einer Sozialbau-Siedlung auf, wie die «New York Times» berichtete. Als Jugendlicher schloss er sich der Straßenbande Black Spades an. Ein gewonnener Essay-Wettbewerb ermöglichte ihm später eine Reise nach Afrika, die seine Weltanschauung prägte.
Anfang der 1970er Jahre organisierte Bambaataa Block-Partys in der Bronx, später gründete er die Universal Zulu Nation. Dem Bericht zufolge war das Ziel der Organisation, Jugendliche von Gewalt abzubringen und Hip-Hop als Bewegung für Frieden und Einheit zu etablieren.
Mit «Planet Rock» (1982) schrieb Bambaataa einen weltweiten Hit: Der Song verband Rap mit elektronischen Klängen und wurde zum Klassiker. Er orientierte sich dabei auch an Stücken der Düsseldorfer Band Kraftwerk.
Schwere Vorwürfe
Sein späteres Leben wurde von schweren Vorwürfen überschattet. Mehrere Männer beschuldigten ihn laut Medienberichten, sie in jungen Jahren sexuell missbraucht zu haben. Bambaataa wies die Vorwürfe stets zurück. 2016 distanzierte sich die Universal Zulu Nation von ihrem Gründer und entschuldigte sich bei mutmaßlichen Opfern, wie das Branchenmagazin «Rolling Stone» schrieb.








