Gerade ließ die US-Regierung Dokumente veröffentlichen, die einen Einblick in jahrzehntelange Berichte über Sichtungen von unbekannten Flugobjekten (UFOs) und unerklärlichen Himmelsphänomenen geben sollten. Sensationelle Enthüllungen blieben jedoch aus. Die lange unter Verschluss gehaltenen Akten und Dateien lieferten keine belastbaren Beweise für außerirdisches Leben. Aber was wäre, wenn? Damit befasst sich der neue Film von Hollywood-Altmeister Steven Spielberg.
Nach Klassikern wie «Unheimliche Begegnung der dritten Art» (1977) oder «E.T. – Der Außerirdische» (1982) widmet sich der 79-Jährige mit «Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit» einmal mehr der Frage, wie die Menschheit auf die Ankunft von Außerirdischen reagieren würde – oder auf die bloße Erkenntnis, dass es sie gibt.
Sind wir allein oder nicht?
«Ich denke, die Fragen der Menschen darüber, was eigentlich vor sich geht – am Himmel über uns, in unserer Welt und sogar mit der Realität selbst – haben inzwischen einen Punkt erreicht, an dem die öffentliche Faszination kaum größer sein könnte», wird Spielberg in einem Presseheft zum Filmstart zitiert.
«Sind wir allein oder nicht? Und wenn die Regierung mehr weiß, warum hat man es uns dann nicht gesagt?» Diese Frage habe ihn inspiriert, eine weitere Geschichte über außerirdisches Leben zu erzählen, «einem Themengebiet, das mich während meiner gesamten Karriere begleitet hat.» Er selbst glaube an die Existenz.
Laut Darsteller Josh O'Connor geht es in «Disclosure Day» auch um ein grundsätzliches Thema: «Dass wir als Gesellschaft oft Angst vor dem haben, was wir nicht kennen oder nicht verstehen», erklärte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Dafür muss man nicht einmal zu den Sternen schauen – das passiert jeden Tag mit Menschen, die in derselben Straße leben wie wir, ganz zu schweigen von jemandem aus einem anderen Universum.»
O'Connor, Blunt und eine rätselhafte Verbindung
Im Mittelpunkt der Geschichte, die vor dem Hintergrund eines drohenden Krieges spielt, stehen die Wettermoderatorin Margaret Fairchild (Oscar-verdächtig: Emily Blunt) und der Cybersicherheitsexperte Daniel Kellner (Josh O’Connor). Daniel soll für die Organisation Wardex sensible Regierungsgeheimnisse schützen. Doch er ist überzeugt, dass die heiklen Informationen über außerirdische Besuche auf der Erde an die Öffentlichkeit gehören – und stiehlt sie.
Während Wardex-Boss Noah Scanlon (Colin Firth) mit einem Spezialteam Jagd auf Daniel und seine von Zweifeln geplagten Freundin Jane (Eve Hewson) macht, durchmacht Margaret seltsame Veränderungen. In einer Live-Sendung verfällt sie plötzlich in eine fremdartige Sprache aus Lauten und Geräuschen. Daniel versteht die Sprache als Einziger. Zwischen ihm und Margaret besteht eine rätselhafte Verbindung.
Um die seltsamen Ereignisse zu entschlüsseln und die Geheimnisse von Wardex zu lüften, müssen sie sich auf eine abenteuerliche Reise begeben, ohne zu wissen, wohin sie führt – und gleichzeitig vor Wardex fliehen. Geleitet werden sie dabei von Hugo Wakefield (Colman Domingo), einem früheren Wardex-Vertrauten von Noah Scanlon.
Für Spielberg schließt sich der Kreis
Steven Spielberg prägt den Begriff «großes Kino» seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer. Das Drehbuch zu «Disclosure Day» schrieb er mit Autor David Koepp. Das Duo kooperierte unter anderem schon bei «Jurassic Park», «Krieg der Welten» und «Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels».
Die Geschichte von «Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit» passt gut in das gegenwärtige gesellschaftliche Klima. Es geht um mehr als nur die Frage, ob wir nicht allein sind. Es geht um aktuelle Debatten über Transparenz, Desinformation und den Umgang mit der Wahrheit – und um das Verhältnis zwischen Glauben und Wissenschaft.
Der kurzweilige Film vereint Action, Mystery, Politthriller und Science-Fiction-Drama zu einem vielschichtigen und mitreißenden Genre-Mix mit Spielberg-Magie. Für besondere Atmosphäre sorgt zudem einmal mehr die Filmmusik des inzwischen 94-jährigen Altmeisters John Williams («Der weiße Hai», «E.T.», «Indiana Jones»), der für rund 30 Spielberg-Filme die Musik komponierte.
Wie so häufig in diesem Genre ist das, was das Publikum nicht sieht, mindestens genauso spannend wie das, was zu sehen ist. Während der Film laut Spielberg ein Pendant zu seinem Meisterwerk «Unheimliche Begegnung der dritten Art» ist, ließ er sich bei einer der vielen mitreißenden Actionszenen erkennbar von seinem ersten Spielfilm «Duell» inspirieren, was er selbst bestätigte.
Plädoyer für gegenseitiges Verständnis und Empathie
«Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit» erreicht zwar nicht die Magie früherer Spielberg-Klassiker, ist aber die Art von Film, die es in diesen Zeiten braucht – bewegend, optimistisch und ein Plädoyer für Menschlichkeit und Empathie. «Für mich war das eine wichtige Botschaft: Verständnis füreinander zu entwickeln und vielleicht Vertrauen in andere zu haben», sagte Josh O'Connor.
«Das ist übrigens keine neue Botschaft bei Steven. Man sieht sie in "E.T.", in "Unheimliche Begegnung" und auch in anderen Filmen. Das ist etwas, worauf man in einem Spielberg-Film immer achtet: dieses Gefühl von Hoffnung, dieses Vertrauen in die besten Seiten der Menschheit, nicht die zynischen.»









