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Lage im Überblick
Trump: Öffnung der Straße von Hormus nicht unsere Sache
Iran-Krieg - Beirut
Israels Luftwaffe greift erneut in Beirut an. // Hussein Malla/AP/dpa
US-Präsident Trump
Trump will die Öffnung der Straße von Hormus anderen Ländern überlassen. // Alex Brandon/AP/dpa
Iran-Krieg - Israel
Israels Premier lässt vorerst weiter den Iran angreifen. (Archivbild) // Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa
Iran-Krieg - Beirut
Bei den nächtlichen Angriffen Israels in Beirut kommt es zu Todesopfern. // Hussein Malla/AP/dpa
von dpa
Washington/Teheran – US-Präsident Trump sieht die Verantwortung für die Öffnung der Straße von Hormus bei anderen Staaten. Die Meerenge bleibt blockiert, Spritpreise steigen - und die gegenseitigen Angriffe gehen weiter.
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Die USA wollen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Straße von Hormus anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem - eine Folge des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran - «nichts zu tun», sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Ob und wann eine Durchfahrt der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge wieder möglich sein wird, ist jedoch völlig ungewiss. Derweil setzt der Iran gut einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss auf die benachbarten Golfstaaten mit Raketen und Drohnen fort.

In Kuwait wurden Treibstofftanks am internationalen Flughafen durch Drohnen getroffen, wie die Zivilluftfahrtbehörde des Landes in der Nacht mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen entstand nur Sachschaden. Vor der Küste Katars geriet ein Tanker unter Beschuss. Es sei ein Schaden im Rumpf oberhalb der Wasseroberfläche entstanden, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Die Besatzung sei in Sicherheit. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst unklar. 

Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen für den globalen Handel mit Öl und Gas. Von dort bringen Schiffe ihre Fracht über die strategisch wichtige Straße von Hormus auf den Weltmarkt. Der Iran hat mit den Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Die Preise für Rohöl und Flüssiggas sind seither deutlich angestiegen.

Trump: Öffnung der Straße von Hormus Sache anderer Länder 

Wegen Irans fast kompletter Blockade hatte Trump Nato-Partner um Hilfe bei der militärischen Absicherung der Meerenge gebeten. Weil sie dem nicht nachkamen, kritisierte er die Verbündeten wiederholt scharf. Trump bekräftigte nun, dass es nach Ende der US-Angriffe Sache anderer Länder sein werde, Öltanker durch die Straße von Hormus zu bekommen. Frankreich oder andere Länder wären in der Lage, «für sich selbst zu sorgen», sagte Trump. Chinesische Tanker etwa würden die Meerenge passieren und sich um sich selbst kümmern. «Wir haben keinen Grund, das zu tun», sagte Trump. 

Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs - doch steigende Weltmarktpreise treffen alle Länder. Das setzt auch Trump und seine Republikaner unter Druck, zumal im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen. 

Bericht: Emirate wollen Straße von Hormus gewaltsam öffnen

Die Vereinigten Arabischen Emirate bemühen sich laut «Wall Street Journal»um eine Koalition mit den USA und anderen Verbündeten, um die Straße von Hormus gewaltsam zu öffnen. Emiratische Diplomaten hätten die USA und die Militärmächte in Europa und Asien dazu dringend aufgefordert, sagte ein Vertreter des Landes der Zeitung. Die Emirate wollen demnach, dass der UN-Sicherheitsrat dies per Resolution absegnet. Der iranische Machtapparat glaube, er kämpfe um sein Überleben und sei bereit, die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen, indem es die Straße von Hormus abriegele, hieß es. 

Ein militärischer Einsatz ohne Zustimmung des Irans gilt als sehr komplex und gefährlich. Der Iran könnte Ziele in der Meerenge einfach vom Festland aus angreifen. Zur Abwehr von Attacken bliebe Kriegsschiffen in der engen Wasserstraße wahrscheinlich mitunter nur extrem wenig Zeit. 

Trump will Iran in die «Steinzeit» zurückversetzt wissen 

Trump rechnet mit einem Ende der US-Angriffe im Iran in zwei bis drei Wochen. Dafür brauche es keinen Deal mit Teheran. Das sei «irrelevant», da man dafür sorge, dass Irans Machthaber keine Atomwaffen bauen könnten, sagte er. «Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen», sagte er. Der Iran hat stets bestritten, Atomwaffen anzustreben.

Trump will laut seiner Sprecherin am Donnerstag um 3.00 Uhr nachts deutscher Zeit in einer Rede an die Nation ein «wichtiges Update» zum Iran geben. 

Israels Premier erwartet Sturz des iranischen Machtapparats

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass Irans Regierung früher oder später stürzen wird. «Das Ajatollah-Regime im Iran ist schwächer denn je», sagte er am Abend. Der Kampf gegen Irans Führung sei aber noch nicht vorbei. 

Ob sich Israel an Trumps Zeitplan für ein Ende der Angriffe halten würde, ist unklar. Auch Trump selbst hatte in der Vergangenheit öfter Zeitangaben gemacht, die er später änderte. Vorerst setzen die Verbündeten ihre Angriffe im Iran fort. 

Schwere Luftangriffe in Beirut 

Die israelische Luftwaffe flog derweil in der Nacht erneut auch schwere Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Es seien ein ranghoher Kommandeur der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie ein weiterer «Terrorist» getroffen worden, teilte die Armee auf Telegram mit. Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Zuvor war der Norden Israels erneut unter Dauerbeschuss durch die Miliz geraten.

Der Iran hat laut Außenminister Abbas Araghtschi noch keine Entscheidung über Verhandlungen mit den USA getroffen. Araghtschi sagte dem arabischen Sender Al Jazeera, sein Land habe Vorbehalte. «Wir haben keinerlei Vertrauen, dass Verhandlungen mit den USA zu Ergebnissen führen werden. Das Vertrauen liegt bei null», sagte er. Außerdem werde der Iran nur eine vollständige Einstellung der Feindseligkeiten in der Region akzeptieren, jedoch keine allein auf sein Land beschränkte Waffenruhe. Damit meint Araghtschi auch die Angriffe auf mit dem Iran verbündete Gruppen wie die libanesische Hisbollah.

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