Auch wegen steigender Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Entwicklung nimmt die Zahl rechtlicher Streitfälle rund um die Themen Wohnen und Arbeit in Deutschland einer Analyse zufolge zu. Die Zahl der Rechtsschutzfälle steige jedes Jahr deutlich, heißt es in der Untersuchung des Rechtsschutzversicherers Arag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Die Arag ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Der Konzern hat seine jährlichen Rechtsschutzfälle analysiert und in einem «Trendmonitor» für Deutschland zusammengefasst. Die Zahlen zeigen letztlich einen Ausschnitt, der aber auf einen Trend schließen lässt.
«Finanzielle Puffer schrumpfen»
Gerade Wohnen sei mittlerweile für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ein dauerhaftes Konfliktfeld. Gründe seien etwa gestiegene Nebenkosten, Mieterhöhungen oder Streit über Mängel.
Hier sei zudem ein verändertes Verhalten zu beobachten. Viele Kunden setzten ihre Ansprüche bereits bei kleineren, dreistelligen Beträgen rechtlich durch. «Hierbei wird deutlich, dass die finanziellen Puffer der Verbraucher sichtbar schrumpfen», sagte Hanno Petersen, Vorstand Konzern IT und Operations, einer Mitteilung zufolge.
Arbeitsplatz als Unsicherheitsfaktor
Auffällig sei zudem die starke Zunahme von Kündigungsschutzklagen um 33 Prozent allein im Jahr 2025. «Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern auch immer mehr mit mittleren und auch höheren Einkünften», so Petersen.
Insgesamt seien in den vergangenen fünf Jahren die Auseinandersetzungen im Bereich Arbeit um knapp zwei Drittel (63 Prozent) und in der Sparte Miete/Wohnen sogar um drei Viertel (74 Prozent) angestiegen. Allein im vergangenen Jahr habe das Plus beim Arbeitsrecht 11,1 Prozent und beim Mietrecht 15,1 Prozent betragen. Die Arag hat laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Deutschland in mehr als 765.000 Rechtsschutzfällen Unterstützung geleistet.









