0
Städte unter der Lupe
Frankfurt ist dynamischste Großstadt Deutschlands
Skyline in Frankfurt
Das Finanzzentrum Frankfurt erlebt einen wirtschaftlichen Boom (Archivbild) // Boris Roessler/dpa
München
Die bayrische Metropole bleibt Nummer eins bei Wirtschaftskraft, ist aber teuer für ihre Bewohner (Archivbild) // Sven Hoppe/dpa
von dpa
Frankfurt/Main – Die Finanzmetropole zeigt in einem Ranking die stärkste wirtschaftliche Entwicklung und überholt Vorjahressieger Mainz. München ist bei Wirtschaftskraft Spitze - und einem wichtigen Zukunftsfeld.
Artikel anhören

Frankfurt ist einer neuen Analyse zufolge die dynamischste Großstadt Deutschlands. Das zeigt ein Städteranking von IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), im Auftrag der «Wirtschaftswoche» und des Online-Portals Immoscout24. 

Frankfurt übernimmt erstmals Platz 1 unter 71 untersuchten Großstädten und löst damit Vorjahresgewinner Mainz mit dem Impfstoffhersteller Biontech in dem Ranking ab, das in dieser Form seit 2013 erscheint. Das Dynamikranking von IW Consult betrachtet, wie sich Städte binnen fünf Jahren entwickelt haben. Mainz fällt auf Platz zehn ab.

Frankfurt zeige besonders bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt eine starke Dynamik, hieß es. In Sachen Wirtschaft erreiche die Finanzmetropole Rang 1, beim Arbeitsmarkt Platz 3. Nirgendwo sei das kommunale Steueraufkommen von 2020 bis 2025 stärker gewachsen als in Frankfurt. Die Stadt profitiere nicht nur von der Finanzbranche, sondern auch von Digitalwirtschaft und Chemieindustrie sowie vom internationalen Flughafen. «Frankfurt verbindet wirtschaftliche Stärke mit einer außergewöhnlichen Entwicklungsdynamik», sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

Niveauranking: München bleibt vorne

In einem ebenfalls erstellen Niveauranking, das die aktuelle Wirtschaftskraft der Städte abbildet, hat München die Nase vorn. Die Landeshauptstadt erreicht überall hohe Platzierungen: Bei Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt und Lebensqualität belege München je Rang 1, bei Wirtschaft Rang 2. «München überzeugt erneut mit einem starken Gesamtpaket», sagt Crockford. 

Die Schattenseite: Miete und Immobilienpreise sind nirgendwo höher als in München. Und: «In kaum einer anderen untersuchten Großstadt verliert man durch Staus so viel Zeit.» IW Consult argumentiert, je mehr wohlhabende Leute in einer Region lebten, desto höher lägen die Immobilienpreise und desto attraktiver sei das Umfeld mit Gastronomie, Kultur und Bildung. 

Bei dem jährlichen Ranking werden aktuelle Lage (Niveau) und Veränderung (Dynamik) von 71 kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern verglichen. Es flossen über 100 Indikatoren und mehr als 50.000 Datenpunkte zu Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Lebensqualität und Nachhaltigkeit ein.

Im Dynamikranking folgen auf Frankfurt weitere Metropolen mit Düsseldorf, Berlin und München. Am Ende stehen Salzgitter, Chemnitz und Wolfsburg. 

Im Niveauranking folgen auf München Frankfurt, Stuttgart und Ingolstadt. Frankfurt verbessert sich von Rang 4 auf Rang 2. Unten stehen die strukturschwachen Städte Duisburg, Bremerhaven und Gelsenkirchen.

KI-Index: München gewinnt 

Bei einem Zusatzindex zu Künstlicher Intelligenz gewinnt ebenfalls München. Die bayerische Landeshauptstadt habe das stärkste KI-Ökosystem und sei Spitze bei der KI-Startup-Dichte und Stellenausschreibungen mit KI-Bezug. Auch bei Patentanmeldungen zu Digitalisierung und dem Anteil digitaler Vorreiterfirmen schneide die Landeshauptstadt besonders gut ab.

Inhalt teilen
  • kopiert!