Überraschend ist die deutsche Industrie im September trotz Einschränkungen durch die Dürre und negativer Folgen der Kriege im Iran und der Ukraine weiter gewachsen. Der erwartete leichte Dämpfer blieb damit aus. Vielmehr legte die Gesamtproduktion im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.
Allerdings wurde der Wert für den Vormonat deutlich nach unten revidiert. Das Wachstum lag im August bei 1 Prozent und nicht wie ursprünglich gemeldet bei 2 Prozent. Die vergleichsweise hohe Revision sei auf ergänzte Angaben von Unternehmen im Baugewerbe zu Umsatzsteuervoranmeldungen zurückzuführen, hieß es vom Statistischen Bundesamt zur Begründung.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte die Fertigung im September um 0,4 Prozent zu. Hier hatten Experten etwas mehr erwartet.
Wachstum bei der Autoindustrie
Die positive Entwicklung der Produktion im September ist aus Sicht des Statistischen Bundesamtes maßgeblich auf den Zuwachs in der Automobilindustrie zurückzuführen. Hier habe die Produktion in den beiden Monaten zuvor unter anderem aufgrund von Produktionsumstellungen und Werksferien auf einem niedrigen Niveau gelegen. Auch der Anstieg in der Pharmaindustrie, die nach zwei schwächeren Monaten stieg, stützte. Negativ wirkte sich der Rückgang in der Bauproduktion aus. Auch im Maschinenbau fiel die Produktion.
Für die weitere Entwicklung der Industrieproduktion sind aus Sicht von Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Auftragseingänge und der Auftragsbestand die entscheidenden Größen. Beide zeigten zuletzt eine freundliche Tendenz. Das verarbeitende Gewerbe habe als Ganzes also ausreichend Aufträge, um das deutsche Wirtschaftswachstum zu beschleunigen.
Selbst von der Automobilindustrie gebe es wieder positive Nachrichten, ergänzte er. Zwar werden die Restrukturierungen aus seiner Sicht noch einige Zeit benötigen, doch der gute Auftragseingang im September nähre die Hoffnung, dass auch bei den Automobilherstellern die Talsohle durchschritten werde. «Die Produktion wird in den kommenden Quartalen das Wirtschaftswachstum in Deutschland stützen», sagte Gitzel.








