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Stuttgarter Autobauer
Trübere Aussichten trotz mehr Gewinn bei Mercedes-Benz
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz macht mehr Gewinn nach magerem Vorjahresquartal. (Archivbild) // Sven Hoppe/dpa
Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius
Mercedes-Chef Källenius: «Konsequente Kostendisziplin». (Archivbild) // Marijan Murat/dpa
von dpa
Stuttgart – Nach einem schwachen Vorjahresquartal macht Mercedes-Benz wieder mehr Gewinn. Doch die Lage bleibt angespannt. Die Erwartungen wurden zurückgeschraubt - vor allem aus einem Grund.
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Trotz eines satten Anstiegs beim Gewinn im dritten Quartal bleibt die Lage bei Mercedes-Benz angespannt. Das Umfeld im so wichtigen chinesischen Markt werde laut Mercedes zunehmend schwieriger. Zudem rechnete der Konzern im laufenden vierten Quartal mit höheren Kosten, unter anderem für Rohstoffe. 

Entsprechend haben sich die Aussichten eingetrübt: Der Stuttgarter Autobauer stutzte bereits am Dienstag seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Konzern dürfte demnach nur noch auf dem Niveau des Vorjahres liegen statt deutlich darüber, wie bislang erwartet.

Källenius: Marktbedingungen noch herausfordernder geworden

Die Marktbedingungen seien im Laufe des Jahres noch herausfordernder geworden, insbesondere in China, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius laut Mitteilung zu den Quartalszahlen am Mittwoch. «Konsequente Kostendisziplin und starke Ergebnisbeiträge von Mercedes-Benz Vans und Mercedes-Benz Financial Services helfen uns, den Gegenwind abzufedern», sagte Källenius. Der Autoboss hob das anhaltende Absatzwachstum in Europa und in den USA sowie einen Rekord bei vollelektrischen Fahrzeugen hervor. Dies zeige, dass die neuen Modelle bei den Kundinnen und Kunden ankämen.

Der Gewinn stieg im dritten Quartal um rund 28 Prozent. Von Juli bis September wuchs das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,19 Milliarden Euro auf rund 1,52 Milliarden Euro. Allerdings kommen die Schwaben von einem niedrigen Niveau. Im Vorjahreszeitraum belasteten unter anderem hohe Sonderbelastungen für einen Stellenabbau das Ergebnis.

Der Umsatz sank um 4,5 Prozent von 32,15 Milliarden Euro auf 30,7 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern erzielte Mercedes ein Ergebnis (Ebit) von 1,77 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor mit 750 Millionen Euro.

Absatzrückgang im dritten Quartal

Im dritten Quartal hatte Mercedes vor allem wegen der schlechteren Geschäfte in China erneut weniger Autos verkauft. In dem stark umkämpften Markt ging der Absatz um fast ein Drittel (31 Prozent) zurück. Insgesamt lag der Absatz bei 407.200 Pkw, was einem Rückgang von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprach. Außerhalb Chinas legte der Absatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Prozent zu. 

Positiv entwickelten sich zuletzt die E-Auto-Verkäufe. So stieg der Absatz von batterieelektrischen Pkw im dritten Quartal um 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Abfindungsprogramm wird neu aufgelegt

Um perspektivisch Kosten zu sparen, hatte Mercedes Ende September angekündigt, sein Abfindungsprogramm aus dem vergangenen Jahr in Deutschland für Beschäftigte in indirekten Bereichen - also nicht in der Produktion - neu aufzulegen. Das neue Programm werde ab Dezember starten, teilte Mercedes nun mit. 

Es handele sich um ein sehr attraktives Programm, sagte Finanzchef Harald Wilhelm auf Nachfrage. Beim vergangenen Abfindungsprogramm hätten sich in sehr kurzer Zeit sehr viele Kolleginnen und Kollegen dazu entschlossen, von dem Programm Gebrauch zu machen. Eine konkrete Anzahl nannte er nicht. Mercedes gehe davon aus, dass es auch dieses Mal entsprechend hohen Zuspruch geben werde.

Der Autobauer hatte in den vergangenen Jahren mit Gewinneinbrüchen und Absatzrückgängen zu kämpfen. Entsprechend steuerte der Konzern gegen und drehte an den Kostenschrauben. Zuletzt hatte Mercedes auch eine Diskussion über Arbeitszeiten und Arbeitskosten in Deutschland angestoßen. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden, hieß es in einem Schreiben des Vorstands. Der direkteste und fairste Weg sei es, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten. In der Folge kam es zu Protesten von Beschäftigten.

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