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Teure Autos, teure Reparaturen
Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung
BMW Isetta
Ehedem günstig in der Anschaffung, und immer noch günstig in der Kfz-Versicherung: die BMW Isetta. Allerdings ist der einst «Knutschkugel» genannte Oldtimer heute kaum noch zu bekommen. (Illustration) // Stefan Sauer/dpa
von dpa
Berlin – Bei teuren Autos kosten auch die Reparaturen mehr. Das spiegelt sich in den Typklassen wider. Am günstigsten sind historische Kleinwagen - die nur noch selten auf der Straße sind.
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Die Versicherer haben für die Autos von 7,4 Millionen Menschen in Deutschland die Typklassen erhöht, in denen sich Unfallzahlen und Reparaturkosten widerspiegeln. Andererseits werden die Typklassen für 5,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer günstiger, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mitteilte. Zwei Beispiele: Der VW T7 Multivan 2.0 TDI wird in der Haftpflicht um zwei Klassen günstiger, der Citroen C5 1.2 um zwei Klassen teurer. 

Besonders günstig eingestuft: «Knutschkugel» und «Ente» 

Das sind zwei von 33.860 Automodellen, die in die Statistik einfließen. Die Versicherer nehmen alle Autotypen auf, die in Deutschland zugelassen sind, auch jahrzehntealte Oldtimer. Am günstigsten fahren die Besitzer historischer Kleinwagen. So sind die in den 1950er Jahren als «Knutschkugel» bekannte BWM Isetta, das Goggomobil und die «Ente» - der Citroen 2CV - in allen drei Arten der Kfz-Versicherung in die niedrigste Typklasse 10 eingestuft.

Die Gründe haben die Statistiker des GDV nicht ermittelt. Von diesen historischen Automodellen sind nur noch wenige zugelassen. Sie werden mutmaßlich von ihren Besitzern liebevoll gepflegt und nur selten gefahren. 

Das Typklassen-System ist komplex: So gibt es 16 Typklassen in der Haftpflicht, nummeriert von 10 bis 25. In der Vollkasko sind es sogar 25 Typklassen (10-34). Die Haftpflicht spiegelt die Schäden wider, die Autofahrer bei Unfällen an anderer Leute Eigentum anrichten. In der Teilkasko sind zusätzlich Hagelschäden, Wildunfälle oder Diebstahl mitversichert. Selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto deckt nur eine Vollkasko-Police. 

Hohe Reparaturkosten, hohe Typklasse in der Kasko-Versicherung

«Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus», sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. In der Anschaffung günstige Kleinwagen sind meist auch in den Kasko-Typklassen günstig. So ist der Renault Twingo in der niedrigsten Vollkasko-Typklasse zehn einsortiert, der Fiat Panda in elf. 

In der Teil- und Vollkasko am ungünstigsten eingestuft sind mehrere Porsche-911-Carrera-Modelle jüngerer und älterer Jahrgänge. Auffällig: In der Haftpflicht sind dieselben Porsches sämtlich in der niedrigsten Typklasse zehn eingestuft - die Fahrer sind also sicher unterwegs und selten in Unfälle verwickelt. An der Spitze der ungünstigsten Typklasse in der Haftpflicht liegen mehrere Sport-Modelle von Range Rover.

Nicht nur das Auto spielt eine Rolle, auch das Alter des Fahrers

Für die große Mehrheit der Autobesitzerinnen und -besitzer ändert sich in diesem Jahr nichts: Gut zwei Drittel behalten die bisherigen Typklassen ihrer Autos. Die Typklasse ist einer der Faktoren bei der Berechnung der Kfz-Versicherungsbeiträge. Einfluss hat auch der Wohnort, der in Form der Regionalklasse Eingang in die Kfz-Versicherung findet. 

Eine große Rolle spielt aber auch das Alter der Besitzer: Alte Autofahrer ab Mitte sechzig verursachen ebenso wie sehr junge Menschen hinter dem Steuer erheblich mehr Unfälle als Menschen mittleren Alters. Daher sind die Versicherungsbeiträge in der Mitte des Lebens auch erheblich günstiger.

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