Gewässerreinigungsaktion
Unrat verschandelt Fluss und Ufer
Die Petrijünger tauschten das Angelgerät gegen Harke und Müllsack.
Die Petrijünger tauschten das Angelgerät gegen Harke und Müllsack. // Michael Kramer
Bad Brückenau

Der Fischereiverein Bad Brückenau führt Jahr für Jahr eine Gewässerreinigung entlang der Sinn durch. Heuer wurde ihnen dabei einmal mehr das gesamte Spektrum der modernen Wegwerfgesellschaft vor Augen geführt worden. 27 Helfer sammelten säckeweise Unrat von den Ufern der Sinn zwischen Riedenberger Autobahnbrücke und Eckarts.

Im Fluss machten die Sportfischer dieses Mal nicht Jagd auf Äsche, Bach- und Regenbogenforelle. Stattdessen holten sie Schrott, alte Eimer, Plastikfolien und anderes Gerümpel zur Entsorgung an Land.

Die Gewässerreinigung ist alljährlich im Frühjahr ein Pflichttermin für die Petrijünger des Fischereivereins. „Ich freue mich sehr darüber, dass so viele Bereitwillige mitgeholfen haben, den Dreck anderer Leute aufzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen“, so Vorsitzender Armin Sauermann über die gute Resonanz. „Manche unserer Mitglieder kommen dafür extra aus dem Raum Frankfurt oder Würzburg nach Bad Brückenau gefahren“, lobt er. Organisiert vom Vize-Vorsitzenden und Gewässerwart Michael Kramer, nahmen sich die Sportfischer in kleinen Trupps abschnittsweise den Fluss und die Uferstreifen vor.

Mit großen Müllsäcken und teils auch mit Harken bewaffnet, machten sie sich ans Werk. Suchen mussten sie nicht lange. Schnell füllten sich die großen Sammelbeutel mit allem möglichen Wegwerf- und Treibgut. Unzählige kleine und große Flaschen mussten mühselig aus dem Wasser und von der Böschung geholt werden.

Abgetragenes Schuhwerk, CD- und DVD-Hüllen, insbesondere aber Styropor in allen Stärken und Größen verschandeln die Landschaft. Angefangen vom Handteller großen Stück bis zum halben Quadratmeter klaubten die Helfer Polystrol in Mengen auf. „Das ist total lästig“, schimpfte einer der Helfer. Er war in einem Bereich eingesetzt, in dem das jüngste Hochwasser Unrat in großen Mengen abgelagert hatte.

Hin und wieder ein Bekleidungsstück, leere Gasfeuerzeuge, Tetrapacks, Plastiktüten, Papierabfälle vom Parkschein bis zur zermatschten Illustrierten, ein schwerer Drahtring und Altreifen förderten die Sammler ans Tageslicht. Wie könnte es anders sein: Einwegbecher und -schalen aus dem Fast-Food-Bereich gammeln in großer Zahl am Ufer vor sich hin.

Bis zur Mittagszeit waren die Petrijünger an der Sinn unterwegs, haben einen wichtigen Beitrag im Sinne der Umwelt geleistet. Auch wenn der Müllhaufen heuer etwas kleiner schien als im Vorjahr macht Kramer deutlich: „Wir werden diese Form der Gewässerreinigung fortsetzen, weil es leider Gottes viel zu viele Menschen gibt, die alle nur erdenklichen Ver- und Gebrauchsgegenstände achtlos wegwerfen.“ Das Sammelgut wurde am Bauhof ordnungsgemäß entsorgt. Karlheinz Franz

Gewässerwart Michael Kramer (von links), Vorsitzender Armin Sauermann und Stefan Hüfner sind hier mit einem Teil des entlang der Sinn gesammelten Mülls zu sehen.  
Gewässerwart Michael Kramer (von links), Vorsitzender Armin Sauermann und Stefan Hüfner sind hier mit einem Teil des entlang der Sinn gesammelten Mülls zu sehen.   // Schmelz Fotodesign
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