Kultur
Dramaturg stellt „Rienzi“ vor Debüt im Festspielhaus vor
Der „Rienzi“-Dramaturg Markus Kiesel stellt das Werk und die Neuinszenierung in Bamberg vor.
Der „Rienzi“-Dramaturg Markus Kiesel stellt das Werk und die Neuinszenierung in Bamberg vor. // Bayreuther Festspiele
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Bamberg

„Ach ja, der Rienzi! – Gern tät’ ich den mal bringen“, seufzte Festspielleiter Siegfried Wagner 1930. Doch erst im Sommer 2026 wird der 1842 uraufgeführte „Rienzi“ von Richard Wagner erstmals im Festspielhaus in Bayreuth gezeigt. Der Festspiel-Dramaturg Markus Kiesel stellt das Frühwerk am Sonntag, 8. März, um 11 Uhr bei einer Matinee des Richard-Wagner-Verbands in der Johanniskapelle in Bamberg, Oberer Stephansberg 7, vor.

Das Produktionsteam der Neuinszenierung von „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ arbeitet seit Herbst 2023 an einer gekürzten Aufführungsfassung: Die Dirigentin Nathalie Stutzmann, die Szenikerinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka, die für fränkische Opernfreunde keine Unbekannten sind, sowie Dramaturg Markus Kiesel versuchen, das als monumentale „Materialschlacht“ beschriebene Frühwerk in eine neue, spielbare Form zu bringen.

Der Vortrag nähert sich „Rienzi“ als gattungsgeschichtlichem Hybrid: Welche Vorbilder standen für Wagner Pate? Welche Strategien verfolgte Wagner bei der Konzeption und Komposition? Was hat Wagner komponiert – aber was hat er sich gedacht? Welche Überlieferungsschichten und welche Rezeptionsgeschichten liegen vor? Was wäre also eine „gültige“ Fassung auch für Bayreuth 2026?

Markus Kiesel ist Musikwissenschaftler und Kulturmanager, promovierte 1992 über Siegfried Wagner (auf Anregung von dessen Tochter Friedelind Wagner) und arbeitete als Regieassistent, Dramaturg, Chefdisponent, Betriebs-, Orchester- und Operndirektor für mehrere deutsche Theater und Festspiele.

Lehraufträge führten ihn nach Bayreuth, Berlin, Frankfurt, Heidelberg, München, Wien und Zürich. Daneben hat er zahlreiche Publikationen zu Bühnen- und Musikrecht und zu Richard Wagner veröffentlicht. Von 2015 bis 2021 war er Leiter der Programmplanung beim Beethovenfest Bonn (Intendantin Nike Wagner), daneben Mitglied in verschiedenen Gremien der Richard-Wagner-Stiftung-Bayreuth. Seit 2022 ist Markus Kiesel dramaturgischer Mitarbeiter der Bayreuther Festspiele (Intendantin Katharina Wagner) und aktuell verantwortlich für die Festspielneuinszenierung von „Rienzi“ sowie die Vortragsreihe „Diskurs Bayreuth“.

Der Eintritt zur Matinee des Richard-Wagner-Verbands Bamberg in der Johanniskapelle ist frei, auch für Nichtmitglieder. „Rienzi“ soll am Sonntag, 26. Juli, sein spätes Debüt im Festspielhaus in Bayreuth erleben. red

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