Schon seit Jahrzehnten gibt es in der Grundschule Musicals oder Theaterstücke. Die Kinder üben ein Stück ein, das sie dann einem großen Publikum auf der Bühne präsentieren.
Schulleiterin Susi Krauß machte deutlich, dass die kleinen Schauspieler auch bei tropischen Temperaturen fleißig geprobt hätten. Das Kindemusical trägt den Titel „Der kleine Tag“ und stammt von Hans Niehaus, Rolf Zuckowski und Wolfram Eicke.
Was die Kinder dann aufführten, war sehr unterhaltsam, auch der soziale Aspekt kam nicht zu kurz. Das vielschichtige Stück regte die Fantasie der Besucher an.
Darum ging es: Hinter den Sternenlöchern im Himmelszelt leben die Tage in einem funkelnd hellen Lichtreich. Einige dürfen täglich auf die Erde hinunter. Dort erleben sie die unterschiedlichsten Dinge: sie sehen ruhmreiche Taten, aber auch Krieg, Frieden oder Erfindungen.
Der „Kleine Tag“ möchte auch endlich hinunter auf die Erde und ein ganz besonderer Tag werden, denn nur diese Tage dürfen bei der abendlichen Versammlung der Tage in der ersten Reihe sitzen.
Er streift ziellos und unzufrieden im Lichtreich umher. Dabei trifft er den „Tag mit bunten Reifen“, der mit seinem Besuch auf der Erde hadert, denn an diesem Tag wurden Zielfernrohre erfunden, die zum Töten von Menschen hergenommen werden. Er hatte daraus gelernt und versucht dem „Kleinen Tag“ zu erklären, dass es nicht wichtig sei, in die erste Reihe zu kommen, weil am Tag des Erdenbesuches etwas Besonderes geschehen sei, sondern dass es nur darauf ankomme, man selbst zu sein.
Endlich darf auch der „Kleine Tag“ durch ein schwarzes Sternenloch in die Welt der Menschen reisen. Es ist ein trister Tag, dieser 23. April. Unten angekommen, trifft er auf eine Familie, die gerade umzieht. Dabei gibt es Schwierigkeiten, denn Bauarbeiter wollen dort, wo die Möbel zur Abholung stehen, die Straße absperren. Erst durch die Einmischung einer Nachbarin erkennen sie, dass sie an der falschen Stelle graben wollen.
Der „Kleine Tag“ sieht wartende Menschen an einer Bushaltestelle, die sich über das schlechte Wetter beklagen. Also bittet er die Sonne, ein wenig zu scheinen, damit die Menschen fröhlicher werden, was auch geschieht.
In einer Schule bekommt ein Kind zum Geburtstag einen Hund geschenkt. Der Tag freut sich, dass das Kind glücklich ist. Er bekommt mit, dass sich die Kinder in der Schule vorstellen, dass die Tiere plötzlich an ihrer Stelle die Schulbank drücken müssten und dabei viel Spaß haben. Er sieht ein glückliches Pärchen, die das mit einem Handy festhalten, Vater und Sohn treffen sich freudestrahlend nach fast 50 Jahren wieder.
Auch die Umzugsfamilie taucht wieder auf und der „Kleine Tag“ wundert sich, dass man auf Erden einfach so umziehen kann. Selbst die neue Nachbarin, die gegen lautes Musizieren ist, hat plötzlich etwas fürs Klavierspiel übrig.
Am Abend trifft er auf eine Familie, die ein Picknick am Lagerfeuer macht und den Tag in Harmonie verlebt. Der „Kleine Tag“ freut sich immer wieder, wenn er sieht, dass die Menschen an seinem Tag, glücklich sind.
Schließlich muss der „Kleine Tag“ wieder zurück in das Lichtreich. Er ist begeistert und erzählt seine Erlebnisse in der großen Abendrunde. Die anderen Tage finden nicht, dass es ein toller Tag war, da nichts Besonderes passiert sei. Der „Kleine Tag“ muss ab sofort bei der abendlichen Versammlung in der letzten Reihe sitzen. Er ist sehr traurig, selbst die Versuche des „Bunten geheimnisvollen Tages“, ihn aufzumuntern, helfen nicht gleich.
Ein Jahr vergeht bis zum nächsten 23. April. Als der dafür zuständige Tag von seiner Reise zurückkommt, erzählt er von großen Festen auf der Erde und dass die Menschen den 23. April mit Tänzen und Gesängen feiern würden.
Die anderen Tage sind voller Bewunderung für den Erzähler, bis dieser erklärt, dass nicht er der Auslöser für die Feste sei, sondern dass die Menschen feiern würden, weil im vergangenen Jahr am 23. April auf der Erde überhaupt nichts Schlimmes geschehen sei. Es war der Tag des Friedens und der Versöhnung. Der „Kleine Tag“ wird fortan von den anderen Tagen mit großem Respekt bedacht und darf nun bei den abendlichen Zusammenkünften in der ersten Reihe sitzen.
Am ende war der Beifall groß. Katharina Flierl hat mit den Kindern musikalisch viel geleistet. Mit dabei waren auch Kinder mit Migrationshintergrund, die erst Deutsch lernen. Besonders war die junge Sängerin Ella Haase als „Kleiner Tag“ mit ihrer tollen Stimme, der kraftvolle Kinderchorgesang und auch immer wieder die passenden Lieder des Musicals. rdi









