Burgkunstadt
Erasmus-Schülerprogramm: Im Schneesturm für den Frieden
Nachhaltige Eindrücke sammelten vier Schüler des Gymnasiums Burgkunstadt zusammen mit Lehrerin Annika Keyser sowie einigen Schülerinnen aus Norwegen bei der Erasmusfahrt in Brüssel – hier im Europaparlament.
Nachhaltige Eindrücke sammelten vier Schüler des Gymnasiums Burgkunstadt zusammen mit Lehrerin Annika Keyser sowie einigen Schülerinnen aus Norwegen bei der Erasmusfahrt in Brüssel – hier im Europaparlament. // Christian Voll
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Burgkunstadt

Schüler des Gymnasium Burgkunstadt erfuhren während einer Erasmusfahrt nach Brüssel, wie die EU weltweit versucht, den Frieden zu unterstützen. Zusammen mit Schülerinnen aus Norwegen besuchten vier Teilnehmer der Erasmus-Fahrt sowie die begleitende Lehrkraft Annika Keyser verschiedene Institutionen der EU im verschneiten Brüssel, um genauer zu erfahren, wie die EU für den Frieden eintritt.

Europa ist ein Kontinent mit einer komplexen kulturellen Identität. Von Land zu Land trifft man auf diverse kulturelle Prägungen, die die Denkweise und Mentalität der Menschen beeinflussen. Diese Diversität spürten die Teilnehmer während des gesamten Austauschs. Sie trafen auf die norwegische Delegation, einen litauischen Guide im Europaparlament, belgische Bürger und einen Mitarbeiter einer Fastfood-Kette, der aus Kalifornien stammte. Sie alle hatten unterschiedliche Weltanschauungen und kulturelle Hintergründe, doch waren sie alle durch den Gedanken eines geeinten und friedlichen Europas vereint, das Konflikte nicht durch Macht oder Gewalt, sondern durch Zusammenarbeit löst.

Den Teilnehmern wurde klar, dass für Friedenssicherung in einer so vielfältigen Welt nicht nur Verhandlungen auf hoher politischer Ebene entscheidend sind, sondern auch das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen, um die Hintergründe, Meinungen und Positionen anderer Länder nachzuvollziehen.

Die EU fördert den Austausch zwischen den Kulturen – unter anderem im Rahmen des Erasmus-Programms, indem sie Auszubildende, Schüler und Studenten finanziell bei der Teilnahme an Austauschprogrammen unterstützt. Auch die Freizügigkeit und die offenen Grenzen innerhalb der EU tragen dazu bei, dass sich Menschen aus ganz Europa miteinander vernetzen, reisen und leben können und so den europäischen Gedanken von Integration, Toleranz und gemeinsamem Miteinander täglich leben.

Die Teilnehmer reflektierten die gewonnenen Eindrücke nach der Fahrt gemeinsam mit den norwegischen Schülern und stellten fest, dass es neben den vielen positiven Eigenschaften auch Verbesserungspotenzial und Herausforderungen gibt. Diese langen und komplexen Prozesse innerhalb der EU und das Einstimmigkeitsprinzip lassen oft keine schnellen Reaktionen zu. In einer Welt, die sich schneller verändert als je zuvor, ist genau das ein Problem, da Europa teilweise an Glaubwürdigkeit verliert. Zudem sahen die Teilnehmer die zahlreichen weltweiten Probleme als Herausforderung, da Konflikte oft komplex sind und Ressourcen fair verteilt werden müssen. Doch warum das alles?

Über die Reise hinweg haben die Teilnehmenden gelernt, wie die EU ihren Alltag prägt und wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist. Die Schüler fanden es deshalb umso wichtiger, dass die EU ihre Bemühungen der Friedenssicherung weiterhin fortsetzt, auch wenn Prozesse lange dauern oder komplex sind. Denn neben geopolitischen und wirtschaftlichen Vorteilen ist es den deutschen Teilnehmern vor allem ein Anliegen, den europäischen Gedanken und internationale Gesetze zu schützen und zu verbreiten.

„Mir ist es wichtig, dass wir als Europäer gemeinsam für eine friedliche Welt eintreten, in der jeder einen gesicherten minimalen Lebensstandard hat – auch wenn das nicht immer einfach ist“, so Nils Köhler, Teilnehmer des Brüssel-Austauschs.

Nils Köhler

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