Wenn der Unterricht zum Denkraum über das eigene Leben wird, steckt meist mehr dahinter als eine gewöhnliche Schulstunde: Kürzlich war die Coachin Hannah Jaspert aus Köln zu Gast am Meranier-Gymnasium Lichtenfels. Mit ihrer ruhigen und freundlichen Art und einem Methodenmix aus Spiel, Reflexion und Kreativität half sie der gesamten 12. Jahrgangsstufe, den Blick nach innen und zugleich nach vorn zu richten. Zwei Wochen zuvor hatte Hannah mit dem gleichen Konzept bereits das Gymnasium Burgkunstadt besucht.
Hannah Jaspert ist 28 Jahre alt und arbeitet nach einem abgeschlossenen BWL-Studium im Coaching und in der systemischen Beratung.
Nachdem sie in ihren Anfängen größtenteils Erwachsene beriet, die bereits im Berufsleben standen, entwickelte sie zunehmend auch große Freude daran, sich den Jugendlichen zu widmen, die diesen Schritt noch vor sich haben.
Im Mittelpunkt ihres Workshops stand die Ikigai-Methode, die aus Japan stammt und einen spannenden Ansatz zur Selbstfindung bietet. Sie verbindet die Fragen „Was liebe ich?“, „Was kann ich gut?“, „Was braucht die Welt?“ und „Wofür kann ich bezahlt werden?“ zu einem Bild der persönlichen Berufung.
Ergänzt wurde diese Herangehensweise durch spielerische Übungen wie „Zwei Wahrheiten – eine Lüge“ sowie kreative Elemente aus „Design Thinking for Life“, bei denen die Jugendlichen ihre individuellen Zukunftsvisionen entwickelten.
In einem Zeitraum von rund 30 Minuten stellte Hannah Jaspert der Gruppe existenzielle Fragen und wies sie an, sich bestimmte Szenarien vorzustellen (zum Beispiel: Was wäre, wenn dein aktuelles Leben komplett weg wäre – wie sähe eine alternative Zukunft aus?) und sich dazu Notizen zu machen.
Zum Abschluss entstand für jeden eine individuelle Zukunftscollage, die zeigte, wie vielfältig die Wünsche und Träume der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten sind – vom konkreten Berufsziel bis zur Sehnsucht nach Sinn und Selbstverwirklichung.
In Kleingruppen stellten sich die Schüler anschließend ihre Collagen vor, wobei sich eine Redezeit mit einer Fragerunde abwechselte.
Der Vormittag fand im Rahmen des Aufbaumoduls zur beruflichen Orientierung (ABO) statt, das über mehrere Projekttage hinweg Themen wie Selbsterkundung, Studienorientierung und Bewerbung behandelt.
Finanziell wurde das Projekt nun schon zum zweiten Mal vom Landratsamt Lichtenfels unterstützt – ein Beitrag, der jungen Menschen hilft, ihre Stärken zu entdecken und in die Zukunft zu blicken.
„Es geht darum, sich selbst besser kennenzulernen und Vertrauen in den eigenen Weg zu entwickeln“, betonte Hannah Jaspert am Ende. Genau das blieb nach diesem inspirierenden Vormittag spürbar. red









