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Abenteuer in Bamberg
Campinginsel Bug: Der Vier-Sterne-Plus Platz
Daniela Hoffmann hat auf den Schirmen die Ankommenden im Blick.
Daniela Hoffmann hat auf den Schirmen die Ankommenden im Blick. // R. Rinklef
Bamberg – Unsere Reporterin ist auf neuer Station: dieses Mal in Bug. Der Bamberger Campingplatz bietet sehr viel Luxus und anderes Einzigartiges.

„Jetzt kommt wieder ein Großer.“ Daniela Hoffmann hat das Wohnmobil auf dem Monitor im Visier. Kurze Rücksprache mit Tobias Krapp. Er wird es gleich in Empfang nehmen und an den richtigen Platz lotsen. In der Hochphase erinnert die Anmeldung der Campinginsel Bug an den Tower eines Flughafens. Gäste- und Touristenströme aus nah und fern müssen gemanagt werden. Bei jährlich 55.000 Übernachtungen ist zu erahnen, was Familie Hoffmann zu tun hat.

Peter Hoffmann und Stammgast Christiane Piastro unterhalten sich.
Peter Hoffmann und Stammgast Christiane Piastro unterhalten sich. // R. Rinklef

Der Bamberger Stadtteil Bug mit seinen rund 1000 Einwohnern ist fest in Camper-Hand: Wohnwägen, Wohnmobile, touristisch anmutende E-Bike-Fahrer und Fußgänger bestimmen das Bild. Am südlichen Ende und über 500 Meter an die Regnitz angrenzend tut sich ein parkähnliches Areal auf, das der Camper aber nicht vor 13 Uhr ansteuern darf, wie Schilder deutlich machen.

Wer das Geschehen innen verfolgt, versteht warum: Begegnungsverkehr zwischen Anreisenden und Abreisenden soll vermieden, die Lotsentätigkeit von „Platzhirsch“ (so steht es auf dem T-Shirt) Tobias Krapp nicht beeinträchtigt werden. Schließlich geleitet er jedes neu einrollende Gefährt auf dem E-Bike persönlich zum passenden Platz. 30 Kilometer kommen am Tag locker zusammen. Zu den Hoch-Zeiten nach 13 Uhr geht es Schlag auf Schlag. Aber auch sonst für die insgesamt 50 Menschen, die in Voll- und Teilzeit auf dem weitläufigen Areal tätig sind.

Faszination Camping in Bug

Die Tour führt auf die Campinginsel, was hier an Besonderheiten zu erleben ist.

Buger Campingplatz mit dritter Generation

In der Zentrale, also der Anmeldung, organisieren Christoph Hoffmann und seine Frau Daniela vieles. Ein eingespieltes Team, ein ausgefeiltes Management, alles ohne Computer, grinst der 51-Jährige. In dritter Generation führt er seit 2010 den Platz, steigerte die Übernachtungszahlen um mehr als das Doppelte, baute Service und Gebäude aus. Zuletzt errichtete er das nunmehr dritte Sanitärgebäude für 1,1 Millionen Euro, erhöhte heuer die Zahl der Plätze um weitere 50 auf einer neu dazu gepachteten Fläche.

Christoph Hoffmann nimmt FT-Reporterin Anette Schreiber in Empfang.
Christoph Hoffmann nimmt FT-Reporterin Anette Schreiber in Empfang. // R. Rinklef

„Jetzt ist Schluss“, betont er und eilt in die Küche. Denn zur Tradition des Platzes gehört, dass er, wie schon Vater Peter Koch gelernt (und obendrein die Hotelfachschule besucht) hat, um die Gäste der Hoffmanns-Klause zu verwöhnen.

Obwohl sie übergeben haben, helfen Peter und Ehefrau Barbara Hoffmann weiter mit. Sie sind wichtige Stützen. Deswegen können Christoph und Daniela, wenn es am Platz ruhiger wird, selbst in den Urlaub. Demnächst in eine Ferienwohnung am Starnberger See. So viel „Luxus“ darf nach der fast ganzjährigen Höchstleistung schon sein.

Platzwart Tobias Krapp lotst die Gäste per E-Bike zu ihren Stellplätzen.
Platzwart Tobias Krapp lotst die Gäste per E-Bike zu ihren Stellplätzen. // R. Rinklef

Höchstleistungen hat wohl auch der Gründer dieses Platzes, Fritz Hoffmann, erbracht. Praktisch aus dem Nichts, oder einem kleinen Häuschen, das ein Gemälde in der Anmeldung zeigt, hat er Großes geschaffen und die Voraussetzungen für den Vier-Sterne-Plus-Platz geliefert. Finanziert durch Kunst. Seine Werke. Deshalb mutet das Areal wie eine Riesen-Freiluft-Galerie an. Die einzigartige Atmosphäre in der Natur ist es, die der Nürnberger Berufsschullehrer Herbert Teuber schätzt; ebenso die Nürnberger Bratwürste, die er hier mit Sauerkraut statt Kartoffelsalat bekommt. Mit Rad und Zelt und macht er wieder Station.

Bug liegt strategisch gut

Auch das Paar, das mit Wohnwagen aus Itzehoe angereist ist, begeistert die Natur hier. Camper-Freunde hatten es aufmerksam gemacht. „Das hier liegt strategisch gut.“ Auch mit ihrem Platz sind die Mittfünfziger zufrieden. Platzwart Krapp berücksichtigt Wünsche – Schatten, oder doch eher guter Fernsehempfang; mit Hund oder im Bereich ohne. Längerbleiber – ab sechs Nächte – bekommen Plätze an der Regnitz. Zelter ebenfalls. Anders die, die den Platz nur zur Durchfahrt nutzen, eine Nacht also.

Auf dem Buger Campingplatz findet sich überall Kunst.
Auf dem Buger Campingplatz findet sich überall Kunst. // Ronald Rinklef 

Stammgäste sind die Engländer Charles und Margret Waller, echte Camping-Profis. „Faszination Camping heißt: Überall im eigenen Bett schlafen.“ Die Zwei kommen seit 15 Jahren. „Die besten Sanitäranlagen in ganz Europa“, schwärmt die 64-Jährige. Die nutzt auch Christiane Piastro bei Bedarf.

Die Bambergerin ist mit Mann und Hund gern in der Hoffmannsklause, in der Natur. „Hier gefällt es uns einfach.“ Das wiederum gefällt Hoffmanns. Ihre Hoffnung ruht darauf, dass Sohn Moritz dereinst Gefallen an dem Platz findet. Viel Zeit für solche Gedanken bleibt nicht, das Tagesgeschäft, „Tower“ und sonstiger Betrieb ruhen erst nach 22 Uhr.

Herbert Teuber aus Nürnberg schätzt Essen und Atmosphäre in Bug.
Herbert Teuber aus Nürnberg schätzt Essen und Atmosphäre in Bug. // Ronald Rinklef

Der Campingplatz in Bug

Lage: Südlich von Bamberg, 4 km in die Innenstadt

Öffnungszeiten: ganzjährig, ab 7 bis 22 Uhr, Anreise nicht vor 13 Uhr

Fläche: Gut sechs Hektar, parkähnlich, an 500 Metern Regnitz, mit insgesamt 235 Stellplätzen für Zelte, Wohnwagen, Wohnmobile, keine festen Parzellen

Besonderheit: Gastronomie mit 80 Plätzen innen und 100 außen, Ausstellungen und Veranstaltungen, Vier-Sterne-Plus-Platz. Bereich mit Hunden getrennt von einem ohne, Kunst und Skulpturen, 37 Duschen, 44 Toiletten, 8 Mietbäder, in Kürze Sauna und Hundedusche; Camping Centrum mit großem Service-Angebot angrenzend.

Schwerpunkt: (Stadt-) Touristen, Camper, die Equipement oder/und Fahrzeuge neu haben und ausprobieren wollen, Gastrobesucher und Besucher von Veranstaltungen.

Bewertung: Fünf von fünf Campingplatzpunkten plus einen Extra-Punkt, fürs Extra-Angebot

 

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