Emotionen, Ehrungen, Preisverleihungen, eine Botschafter-Ernennung und als Höhepunkt eine Ehrenurkunde für den Gründungs-Vater und unermüdlichen Antreiber der Goolkids-Bewegung, Robert Bartsch. Dies alles bot die abwechslungsreiche, vollgepackte fünfstündige Magnat-Sportgala im Ziegelbau in Bamberg.
Unter dem Jubiläums-Motto „10 Jahre goolkids“ wurde gebührend mit 350 Gästen gefeiert. Moderator Matthias „Stego“ Steger bewies das notwendige Fingerspitzengefühl, neben den sportlichen Fakten die Inklusionsthematik immer wieder der großen Bedeutung wegen entsprechend einzubringen. Organisiert wurde die Gala von Laura Stelzer und Lisca Dogan, musikalisch umrahmt von der Band „Heaven“.
Ehe das Vorstandsduo Anna Niedermaier und Wolfgang Heyder die Anfänge dieses „Herzensprojekts“ ohne institutionelle Förderung skizzierte, betonte Oberbürgermeister Andreas Starke, dass „goolkids“ zeigt, dass man mit Sport und Inklusion sehr viel erreichen kann und berichtete vom Live-Erlebnis der Special Olympics in Berlin. „Wenn ich einen Orden vergeben könnte, hätte ihn natürlich Robert Bartsch verdient. Er ist die Seele dieser Idee, die er mit viel Begeisterung und großem Elan umsetzt.“
Stehende Ovationen für Robert Bartsch
Johannes Maciejonczyk als stellvertretender Landrat bekräftige: „Es ist eine Freude, was aus solchen Projekten wird. Die Lebensfreude der Inklusionssportler begeistert. Da geht einem das Herz auf, Robert Bartsch ist der Treiber, das Gesicht, da kann man nur den Hut ziehen.“
Der Gründer und „der mit den verrückten Ideen“ (Zitat Bartsch), der nach gesundheitlichen Nackenschlägen zu der Erkenntnis kam, dass bei den Schwächeren der Gesellschaft Engagement notwendig sei („Goolkids ist mein Hobby und mein Leben“), wurde beim Gala-Finale mit stehenden Ovationen gefeiert. Mit feuchten Augen nahm er die Ehrungsurkunde für „die besonderen Verdienste um die Förderung der Inklusion im Sport“ entgegen.
Bei den sportlichen Ehrungen standen zunächst die Inklusionsmitglieder, die kürzlich an den Special Olympics Landesspielen 2025 in Erlangen teilgenommen haben, im Mittelpunkt. Julia Weber (Gold), Robert Aschenbrenner (Silber/Bronze) und Dustin Bart (Vierter), betreut von Udo Pörschke, dem Inklusions-Sportwart FV 1912 Bamberg, unterstrichen dabei ihre guten Leistungen der deutschen Para-Indoor-Meisterschaften.
Männermannschaft des Jahres: SC Kemmern
Bei der Fußball-Ehrung der Herrenmannschaft des Jahres überraschte, dass diesmal kein Meister oben stand, sondern mit dem SC Kemmern im krassen Gegensatz dazu ein Team, das dem drohenden Bezirksliga-Abstieg in drei Relegationsspielen gerade noch entronnen ist. „Zusammenhalt, viel Engagement und Willensleistung, eigene Talente, Spieler aus dem Ort werden eingebaut, Teamgeist und nicht zu vergessen ein Fanmarsch des halben Dorfes“, lobte Sascha Dorsch, Vorstandssprecher der FC Eintracht Bamberg“, die gefeierten Nicht-Meister aus seinem Heimatdorf.
Funktionär des Jahres: Sascha Dorsch
Zu diesem Zeitpunkt konnte er noch nicht erahnen, dass er wenig später selbst zu den Geehrten gehören wird – als Funktionär des Jahres, der als ehemaliger FC-Torwart in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Situation „seinen“ Verein mitübernahm und dann den „Bamberger Weg“ realisierte. „Die DNA von uns ist die Jugendarbeit, es macht keinen Sinn viel Geld auszugeben, nur um eine Liga höher spielen zu können.“
Fußballer des Jahres: Nico Imhof
Bloß einen Steinwurf entfernt von Kemmern hat der Fußballer des Jahres Geschichte geschrieben: Nico Imhof vom VfL Mürsbach. Er ist ein Teamplayer, der viel Herzblut einbringt und außergewöhnliche Torjäger-Qualitäten besitzt. 43 Treffer, davon in vier aufeinanderfolgenden Spielen mindestens viermal erfolgreich, sprechen eine deutliche Sprache. Noch weitaus imponierender ist die Tatsache, dass er in 15 Jahren kein einziges Pflichtspiel verpasste („Habe mich ab und zu durchgebissen“).
Fußballerin des Jahres: Caro Eberth
Von einem derartigen Dauereinsatz kann die Ebingerin Caro Eberth als Fußballerin des Jahres nur träumen. Sie, die seit ihrer Kindheit Fußball spielt, musste viele verletzungsbedingte Rückschläge, darunter zwei Kreuzbandrisse, wegstecken. Was sie nicht davon abhielt, fast 300 Pflichtspieltore zu erzielen.
Frauenmannschaft des Jahres: SpVgg Ebing II
Die 37-Jährige, aktuell an einer Achillessehnenansatzentzündung laborierend, hofft auf den Re-Start in der Rückrunde. Eberth stand doppelt im Ziegelbau-Scheinwerferlicht, denn der SpVgg Ebing II (Frauenmannschaft des Jahres) gelang mit großer Offensivkraft und einer starken Abwehr – in mehr als der Hälfte der Spiele „zu Null“ – der Wiederaufstieg.
Als Ehrengast, Sportler, Speaker und Motivationscoach wurde Johnny Grasser angekündigt, als mit großem Applaus bedachter Goolkids-Botschafter (Heyder: „Er ist ein Mutmacher, ein Vorbild. Er zeigt, wie man mit Handicaps umzugehen kann und ist immer positiv“). „Ziel muss sein, dass wir Inklusion nicht mehr brauchen. Ich definiere Leistung so, dass jeder Mensch das, was er an Potenzial hat, voll ausschöpfen kann und ihm die passenden Rahmenbedingungen gegeben werden“, betonte Grasser.
Dass bei einer Jubiläums-Gala all die Projekte und auch Förderpreise vorgestellt werden, verdient allein schon die Wertschätzung derartiger Maßnahmen und Einrichtungen. Inklusions-Projekt Fußball FV 1912 Bamberg, Einrichtung Sammelcenter, IntegraFIT, Benefiz-Golfturnier, 3x-Glück Bamberg-Gutscheine, Rollstuhlsport macht Schule (Ausweitung auf 12 bayerische Standorte), Benefiz-Adventslauf, Benefiz-Konzerte und die Inklusionsmesse sind wichtige Säulen, die auch im zweiten Jahrzehnt unabdingbar sind.













