Stromkosten
Energiekrise: Es muss gespart werden
Um Energiekosten einzusparen werden in Kemmern schon bald nur noch LED-Lampen stehen. Der Vergleich der Leuchtmittel Natriumdampf (l.) und „LED Retrofit“ zeigt jedoch, dass das LED-Licht nicht so warm ausfällt.
Um Energiekosten einzusparen werden in Kemmern schon bald nur noch LED-Lampen stehen. Der Vergleich der Leuchtmittel Natriumdampf (l.) und „LED Retrofit“ zeigt jedoch, dass das LED-Licht nicht so warm ausfällt.
Foto: Johanne s Michel
Johannes Michel von Johannes Michel Fränkischer Tag
Kemmern – Mehr LEDs für Kemmern, auch im Ortskern. Die Umrüstung soll sogar schneller als geplant stattfinden. Auch ein Notstromaggregat für die Feuerwehr wird angeschafft, um für einen Blackout vorzusorgen.

Auch die Gemeinde Kemmern reagiert auf die steigenden Stromkosten. Daher werden nun Lampen im Bereich der Ortskernsanierung mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet. Auch ein Blackout-Szenario war Thema im Gemeinderat.

429 Straßenlampen gibt es in Kemmern. Große Teile der Gemeinde wurden bereits auf LED umgerüstet, nun soll der Prozess beschleunigt werden. Das bedeutet: Auch die Natriumdampflampen, die im Ortskern ein besonders warmes Licht verströmen, werden ausgetauscht und durch so genannte „LED Retrofit“ ersetzt.

Entscheidung aus dem Juni schon wieder hinfällig

Noch im Juni hatte sich der Gemeinderat anders entschieden, um den besonderen Charakter, der durch die Ortskernsanierung geschaffen wurde, zu erhalten. Anlass für die neuerliche Beschäftigung mit dem Thema Stromkosten waren ein Antrag von Gemeinderat Oliver Dorsch (Grüne) auf Umrüstung der Straßenbeleuchtung sowie die Ergebnisse der Bündelausschreibung des Bayerischen Gemeindetags, die die Strompreise für die Kommune für die kommenden drei Jahre festlegt.

Fazit: Ab kommendem Jahr werden sich die Preise teilweise verzehnfachen (2023: 85 Cent, 2024: 60 Cent, 2025: 47 Cent). Somit wird Kemmern über 100.000 Euro pro Jahr mehr für Strom ausgeben müssen, wenn nicht gegengesteuert wird. Eine Möglichkeit ist eben die weitere LED-Umrüstung.

Keine Abschaltungen in Kemmern vorgesehen

Einstimmig beschloss das Gremium daher 107 Leuchten mit „LED Retrofit“-Leuchtmitteln auszustatten sowie weitere 114 LEDs in vorhandene Kofferleuchten einzubauen. Bereits umgerüstet wurden 41 Langfeldleuchten.

Die Umstellung kostet 55.000 Euro, es ergeben sich Einsparungen von um die 60.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, so dass sich die Investition sehr schnell amortisieren wird. Ein dementsprechendes Angebot liegt der Gemeinde bereits vor, die Umrüstung soll im kommenden Jahr durchgeführt werden.

Diskutiert wurde auch über mögliche Komplett- oder Teilabschaltungen der Straßenbeleuchtung. Aufgrund des bayerischen Straßenwegegesetzes, aufgrund dessen die Kommunen verpflichtet sind, Straßen zu beleuchten und einen Fokus auf Gefahrstellen zu legen, standen die Gemeinderäte und auch Bürgermeister Rüdiger Gerst dem aber skeptisch gegenüber. Bei einer Komplettabschaltung zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens würde die Gemeinde weitere 35.000 Kilowattstunden Strom weniger verbrauchen, so Bürgermeister Gerst.

Feuerwehrhaus in Kemmern als Anlaufstelle bei Blackout

Zu Gast in der jüngsten Gemeinderatssitzung war auch Feuerwehrkommandant Sebastian Ott. Er informierte, wie sich im Falle eines kompletten Ausfall der Stromversorgung die Situation in Kemmern darstellen würde. Eine Versorgung des Feuerwehrhauses als zentrale Anlaufstelle wäre eine gute Lösung, allerdings reichen die Notstromaggregate auf den Fahrzeugen dafür nicht aus.

Nach kurzer Diskussion beschloss der Gemeinderat, zu Lasten des Haushaltsjahres 2023 ein geeignetes Aggregat anzuschaffen. Die Kosten dafür dürften bei etwa 40.000 Euro liegen. Es ist allerdings mit längeren Lieferzeiten zu rechnen. Eine entsprechende Notstrom-Einspeisung ist im neuen Feuerwehrhaus bereits vorgesehen.

Ebenfalls auf Strom angewiesen ist das Schöpfwerk in der Mainstraße für die Hochwasser-Notfallentwässerung. Momentan hält das Wasserwirtschaftsamt hier ein Aggregat vor, das allerdings im Fall der Fälle auch von anderen Kommunen benötigt würde. Im Rahmen der Sanierung des Hochwasserdamms und des Schöpfwerks wird in Kürze aber ein eigenes Aggregat eingebaut.

Kläranlage außer Betrieb

Seit dem 21. September sind Abwasserdruckleitung und Pumpwerk in Betrieb - die Kemmerner Kläranlage dagegen nicht mehr. Das Abwasser fließt seitdem nach Bamberg zur Kläranlage im Hafengebiet.

„Wir warten nun noch auf die Abrissgenehmigung für unsere Kläranlage durch das Landratsamt“, so Bürgermeister Rüdiger Gerst. Am 8. November wird eine förmliche Inbetriebnahme erfolgen. Der Radweg zwischen Hallstadt und Kemmern müsse allerdings gesperrt bleiben, bis der Rückbau der Kläranlage abgeschlossen ist, so Gerst.

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