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Ohne Auto keine Hilfe
Tafel Burgebrach in Not: Neues Kühlfahrzeug dringend gesucht
Die stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski und Debrah Neser, Mitgründerin und Leiterin der Tafel Burgebrach, sind sich einig: „Ohne Unterstützung schaffen wir das nicht.“ 
Die stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski und Debrah Neser, Mitgründerin und Leiterin der Tafel Burgebrach, sind sich einig: „Ohne Unterstützung schaffen wir das nicht.“  // Foto: Carolin Gißibl
Burgebrach – Über 5000 Personen hat die Tafel Burgebrach vergangenes Jahr versorgt – mit einem Kühlfahrzeug. Und das gibt allmählich den Geist auf. Doch für ein neues fehlt Geld. Kein Auto bedeutet: keine Hilfe.

Freitag, 14 Uhr: Die Tür der Tafel in Burgebrach öffnet. Auf dem Vorplatz tummeln sich mehrere Menschen, darunter auch Sabine R., die seit acht Jahren von der Tafel mit Lebensmitteln unterstützt wird. Krankheitsbedingt könne die Mutter von drei Kindern nur Teilzeit arbeiten, weshalb das Geld knapp sei.

„Unsere Wohnung ist teuer. Die gestiegenen Energiepreise machen mir zu schaffen.“ Die Lebensmittel, die sie hier erhält, teilt die 52-Jährige mit ihrer Tochter, die bereits ausgezogen ist, und deren Familie. Ohne die Unterstützung der Tafel durch die Tage zu kommen, wäre für sie „eine Katastrophe“.

Tafel Burgebrach braucht Hilfe

Doch die Tafel in Burgebrach hat ein Problem: Das Kühlfahrzeug macht schlapp. „Obwohl der Renault Kangoo Maxi, Baujahr 2012, Kundendienst gepflegt ist, häufen sich die Verschleißreparaturen und Instandhaltungskosten. Es leuchten immer wieder Kontrollsymbole auf und er macht seltsame Geräusche“, sagt Debrah Neser, Mitgründerin und Leiterin der Tafel Burgebrach. „Es ist unser einziges Auto. Wir haben keine Ausweichmöglichkeit.“ 

Die stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski und Debrah Neser, Mitgründerin und Leiterin der Tafel Burgebrach, vor dem Kühlfahrzeug, das allmählich schlapp macht.
Die stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski und Debrah Neser, Mitgründerin und Leiterin der Tafel Burgebrach, vor dem Kühlfahrzeug, das allmählich schlapp macht. // Foto: Carolin Gißibl

Knapp 160.000 Kilometer stehen auf dem Tacho des Renaults. Mit dem Auto sammeln Ehrenamtliche jeden Wochentag Lebensmittel aus dem Landkreis Bamberg ein – für Menschen, die am Existenzminimum leben.

Debrah Neser und stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski möchten handeln, bevor der Kangoo auf der Strecke bleibt.

„Kein Auto heißt: keine Lebensmittel. Keine Lebensmittel heißt: Wir können Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, nicht mehr unterstützen.“ Die Tafel Burgebrach bittet deshalb um Spenden.

Franken HELFEN Franken e.V.
Franken HELFEN Franken e. V. unterstützt die Tafel in Burgebrach. // Logo

In der Obst- und Gemüseabteilung liegen über 30 gefüllte Körbe: Salat, Gurken, Tomaten, Äpfel. Die Ausgabe ist immer dienstags und freitags. 5364 Personen hat die Tafel in Burgebrach eigenen Angaben nach im Jahr 2024 unterstützt. „Viele, die zu uns kommen, sind Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Manche kommen von anderen Orten, da die Scham, gesehen zu werden, groß ist.“ 

Debrah Neser sortiert Waren für die Tafel Burgebrach.
Debrah Neser sortiert Waren für die Tafel Burgebrach. // Foto: Matthias Hoch

Auch Sabine R., die ihren richtigen Namen nicht nennen möchte, fährt regelmäßig von Bamberg nach Burgebrach. An diesem Tag nimmt sie vier Taschen mit nach Hause: Gemüse, Obst, Kühlware und Brotware. „Mit diesen Lebensmitteln kann ich frisch kochen, das ist toll.“ Sabine R. freue sich jedes Mal aufs Auspacken. „Manchmal sind Marken dabei, die wir uns nie leisten könnten – wie Mövenpick oder Weihenstephan.“

Kein Auto heißt: keine Lebensmittel. Keine Lebensmittel heißt: Wir können Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, nicht mehr unterstützen.

Debrah Neser Leiterin der Tafel Burgebrach

Vier Taschen erhält jede Person, vorab muss ein Bewilligungsbescheid und eine Kopie des Ausweises nachgewiesen werden. Dann gibt’s eine Nummer. „9738 Taschen haben wir vergangenes Jahr verteilt“, sagt Debrah Neser.

Das Warenangebot in den Räumen der Tafel ist deutlich reduziert.
Die Räume der Tafel Burgebrach. // Foto: Marion Krüger-Hundrup

Die Waren werden aus Supermärkten oder Bäckereien abgeholt, wo sie nicht verkauft wurden. Manchmal ist die Verpackung beschädigt oder sie wurden falsch ausgezeichnet. „Die Märkte sparen sich Entsorgungskosten, wenn die Ware von der Tafel abgeholt wird“, erklärt Debrah Neser.

Mehr Bedürftige im Landkreis Bamberg, weniger zu verteilen

Doch mittlerweile kalkulieren Supermärkte laut Neser genauer und schmeißen weniger weg. Was nach einer positiven Entwicklung klingt, hat für die Tafel Konsequenzen: weniger Produkte bei mehr Bedarf. „Früher waren die Taschen proppenvoll. Jetzt sind es geschätzte 30 Prozent weniger Ware, die wir erhalten.“

Ein Auto mit großem Lagerfläche zum Kühlen wird benötigt.
Ein Auto mit großem Lagerfläche zum Kühlen wird benötigt. // Foto: Carolin Gißibl

32 Ehrenamtliche packen mit an. Zudem fehle es an Ehrenamtlichen, erzählt Neser. Die nächste Herausforderung, vor der die Tafel steht. „Wir brauchen vor allem Männer, die die schweren Kisten tragen können.“ Die 60-Jährige ist überzeugt: „Ehrenamt hält fit!“ 

Lesen Sie hier: Verleihung der Bamberger Bürgernadel für ehrenamtliches Engagement

Das „Projekt Kühlauto“ beschäftigen sie und die stellvertretende Leiterin Heidemarie Kaliski derzeit aber am meisten. „Das belastet. Es wäre ein Unglück, wenn wir kein Auto mehr hätten.“ Am geeignetsten wäre ein Ford Transit Costum mit großer Ladefläche. Kosten: rund 55.000 Euro. „Das sprengt unseren Rahmen.“

Die Sorgen rund um die Tafel nehme Debrah Neser häufig am Abend mit ins Bett, dann kreisen die Gedanken. „Wir brauchen dringend Hilfe. Ohne Unterstützung schaffen wir das nicht.“ 


Die Tafel Burgebrach ist über jede Unterstützung dankbar und freut sich auch über kleine Beträge:

Mediengruppe Oberfranken – Franken helfen Franken e. V.

  • Sparkasse Bamberg
  • Konto: 302194501
  • BLZ: 77050000
  • IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01
  • BIC BYLADEM1SKB
  • Verwendungszweck: Kühlfahrzeug Tafel Burgebrach

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