„Frühe kindliche Hilfe hat einen wichtigen Stellenwert für unsere Gesellschaft. Wenn wir nicht von Anfang an in die Kleinsten investieren, dann kann das weitere Probleme nach sich ziehen“, sagt Simon Stroppel, Geschäftsführerin vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Bamberg.
Frühe kindliche Hilfe beim SkF Bamberg
Der Sozialdienst katholischer Frauen setzt seit seiner Gründung Anfang 1900 „einen großen Schwerpunkt darauf, Frauen mit Babys zu unterstützen“. Bei den entsprechenden Kursen und Programmen des Fachverbandes in der katholischen Kirche handelt es sich zum großen Teil um kostenlose Angebote für Familien mit Kindern bis zu drei Jahren. „Diese Angebote sind niederschwellig und richten sich besonders an Familien, die sich in einer belastenden Lebenslage befinden“, erklärt Stroppel.
Denn: „Wer in besonders belastenden Lebenssituationen aufwächst, hat oft weniger Chancen auf Bildung, ist womöglich von Ausgrenzung bedroht und hat so auch weniger Möglichkeiten, seine Potenziale zu entfalten“, sagt die Geschäftsführerin vom SkF Bamberg. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Je früher eine Förderung bei Kindern und in den Familien ansetzt, umso erfolgversprechender wird der positive Effekt auf die Entwicklung für die weitere Zukunft erwartet.
„Unsere Angebote beinhalten nicht nur die Förderung der Kinder selbst, sondern bieten auch Eltern Hilfe und Orientierung bei der Erziehung“, sagt Stroppel. Durch die sozialen Medien und die dort zum Teil vielen unterschiedlichen Meinungen seien Eltern häufig verunsichert, wie sie ihre Kinder erziehen sollen. „Und genau da wollen wir ansetzen.“
„Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, Kinder durchs Raster fallen zu lassen. Denn diese Kinder können einen aktiven und vor allem positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten, sowohl sozial als auch wirtschaftlich“, sagte Ute Staufer. Sie leitet beim SkF Bamberg gemeinsam mit einer Kollegin die Eltern-AG.
Die Eltern-AG beim SkF Bamberg
Bei der Eltern-AG handelt es sich um ein „viele Jahre erprobtes Präventionsprogramm für sozial benachteiligte Familien“, erklärt Staufer. Die AG richtet sich an Mütter und Väter oder andere an der Erziehung beteiligte Personen, die mindestens ein Kind im noch nicht schulpflichtigen Alter haben. In den 20 wöchentlichen Treffen, die rund zwei Stunden dauern, geht es darum, die Erziehungskompetenz zu stärken. „Niemals verurteilend, sondern immer mit der gegenseitigen Wertschätzung“, betont Staufer.
Viele der teilnehmenden Eltern erfahren „oft eine Abwertung ihrer Erziehungskompetenzen, weil sie zum Beispiel ihre Kinder nicht mit der angesagten Kleidung ausstatten können“, weiß Staufer aus Erfahrung zu berichten. Daher geht es auch darum, „das Selbstbewusstsein der Eltern zu stärken“ und einen „geschützten Rahmen zu schaffen“, in dem sich die Eltern untereinander austauschen können. „Tipps von anderen Eltern werden so viel besser angenommen, als wenn diese von einem Pädagogen kommen.“
Kontakt zur Eltern-AG:
Telefon: (0951) 9 86 87 21
E-Mail: eltern.ag@skf-bamberg.de
e:du – Eltern und Du beim SkF Bamberg
Seit Oktober 2006 gibt es in Bamberg das Familienbildungsprogramm „Eltern und Du“, kurz e:du. „Geschulte Familienbesucher kommen meistens einmal pro Woche zu den Familien nach Hause und bringen verschiedene Spielangebote mit. Diese bleiben dann auch bei den Familien vor Ort“, erklärt Frank Reichel, Leiter des Familienstützpunktes des Sozialdienstes katholischer Frauen.
Das Ziel ist es, durch Spielanregungen und Beschäftigungsideen die Chancengleichheit bei Kleinkindern von null bis drei Jahren zu verbessern. „Denn Kinder, die aufgrund einer belastenden familiären Situation kaum gefördert werden, erleiden mit dem Eintritt in den Kindergarten oft Nachteile“, sagt Reichel. Ein Beispiel dafür sind Kinder, die aus einer Familie mit Migrationshintergrund stammen. „Diese können durch die Teilnahme ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern, indem die Hausbesucher mit den Kindern Bilderbücher anschauen und Geschichten vorlesen“, so Reichel.
Zudem richtet sich e:du an junge Mütter und Väter sowie Eltern aus einer bildungsfernen Schicht. „Doch jeder, der Interesse hat und Unterstützung braucht, kann sich an uns wenden“, versichert Reichel. Aufgrund der Spielmaterialien entstehen bei e:du monatliche Kosten von sieben Euro. Eine Übernahme im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets ist möglich.
Kontakt zu e:du:
Telefon: (0951) 9 86 87- 46
E-Mail: edu@skf-bamberg.de
Familienstützpunkt des Sozialdienstes katholischer Frauen
Der Familienstützpunkt ist seit mehr als zehn Jahren die Anlaufstelle für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche. „Auf der einen Seite bieten wir Orientierung im Angesicht der vielen Angebote, die es für Familien gibt und beraten sie dabei, das richtige Angebot für sich zu finden“, erklärt Reichel. Auch bei zu pflegenden Angehörigen.
Auf der anderen Seite wird beim Familienstützpunkt auch darauf geachtet, „das Ohr am Puls der Zeit“ zu haben. Also herauszufinden, welche Themen Eltern aktuell beschäftigen und wo es vielleicht neue Programmangebote braucht.
Kontakt zum Familienstützpunkt:
Telefon: 0951 – 9 86 87 41
E-Mail: fsp@skf-bamberg.de
Weitere Informationen zu frühen Hilfen in der Kinder- und Familienhilfe des SkF Bamberg
Was? Unter dem Motto „Je früher, desto besser“ lädt der SkF Bamberg zum Infotag ein.
Wann? Am Donnerstag, 6. Juni 2024, ab 14 Uhr
Wo? In der Heiliggrabstraße 14, Bamberg
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
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