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Die Busse stehen still
Bamberger Busfahrer legen für zwei Tage die Arbeit nieder
Busstreik in Bamberg
Die Busse stehen still: Für zwei Tage haben die Bamberger Busfahrer ihre Arbeit niedergelegt. // Foto: Matthias Hoch
Bamberg – Der Tarifkonflikt ist festgefahren, die Fahrer der Bamberger Stadtwerke fordern weiterhin höheren Lohn. Am Dienstag und Mittwoch streiken sie deshalb. Derweil signalisierten die Bamberger OB-Kandidaten in einer anderen Frage Entgegenkommen.

In Bamberg hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Verkehrsbetriebs für Dienstag (17.2.) und Mittwoch (18.2.) aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Die Bamberger Stadtwerke reagieren an beiden Tagen darauf mit einem Notfahrplan. Am Dienstag, 17. Februar, fahren zwischen 6 und 13 Uhr sowie 16 und 20 Uhr Busse im Stundentakt auf den Strecken der Linien 935, 936, 937 und 938.

Damit wollen die Stadtwerke sicherstellen, dass möglichst viele Besucher zum Bamberger Faschingsumzug kommen können“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg. Am Mittwoch, 18. Februar, fahren die Busse auf den oben genannten Linien zwischen 6 und 20 Uhr durchgängig im Stundentakt. Hierfür haben die Stadtwerke ein privates Busunternehmen beauftragt. Diese sind vom Streik nicht betroffen. 

Busstreik in Bamberg
Bambergs OB-Kandidat und Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp richtet das Wort an die streikenden Busfahrer. // Foto: Matthias Hoch

Den Bamberger Faschingsumzug richtet das Stadtmarketing Bamberg aus. Dessen Geschäftsführer Klaus Stieringer nannte auf Anfrage des Fränkischen Tags den Zeitpunkt des Streiks „etwas unglücklich“. Dirk Schneider, stellv. Bezirksgeschäftsführer Verdi Oberfranken-West, dagegen reklamiert einen gesellschaftlich sensiblen Umgang mit dem Arbeitskampf. Bestreikt würden die Arbeitgeber, nicht die Fahrgäste: „Insofern findet die zweite Streikphase in Bamberg in den Faschingsferien statt – der Schülerverkehr ist entsprechend nicht betroffen.“  

Verdi fordert mehr Gehalt und Reduzierung der Arbeitszeit 

Hintergrund der nach dem 2. Februar bereits stattgefundenen Arbeitsniederlegungen sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV). Verdi fordert eine Entgelterhöhung von 668,75 Euro sowie die Reduzierung der Arbeitszeit auf eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als wiederholt nicht erfüllbar zurückgewiesen. Sie bieten ihrerseits eine Entgeltsteigerung von insgesamt fünf Prozent in zwei Schritten und einen Mindestbetrag von 110 Euro.

Busstreik in Bamberg
Bambergs OB-Kandidaten Hans-Günter Brünker (r.) und Sebastian Niedermaier mischen sich unter die streikenden Busfahrer. // Foto: Matthias Hoch

Bei einer Kundgebung am Dienstag (17. Februar) kritisierte Verdi-Vertreter Schneider die Arbeitgeberseite für ihre bislang unnachgiebige Haltung. Schneider strich die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die Daseinsvorsorge hervor.

Aufsichtsrat der Bamberger Stadtwerke könnte Lohn leicht anheben

Der Tarifkonflikt lässt sich nicht auf kommunaler Ebene lösen. Allerdings steht es dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg offen, die Busfahrerinnen und -fahrer in eine höhere Entgeltgruppe einzustufen. Neben München und Nürnberg machen auch mit Bamberg vergleichbare Verkehrsbetriebe wie Dachau oder Lindau von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das monatliche Grundgehalt eines Busfahrers in der Einstiegsstufe von 2975,89 Euro würde in der Folge um rund 20 Euro auf dann 2995,30 Euro erhöht werden.

Bambergs OB-Kandidaten stellen sich zu streikenden Busfahrern

Bei der Kundgebung am Dienstag stellten sich die OB-Kandidaten Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Sebastian Niedermaier (SPD) sowie CSU-Kandidatin Melanie Huml hinter diese Idee. In einem Antrag der SPD-Fraktion heißt es zur Begründung: „Eine faire Vergütung ist nicht nur eine Frage der Wertschätzung, sondern auch ein wichtiger Baustein zur Sicherung von Personal, Qualität und Zuverlässigkeit im ÖPNV.“ 

Busstreik in Bamberg
Bambergs OB-Kandidatin Melanie Huml im Gespräch mit den streikenden Busfahrern. // Foto: Matthias Hoch

Das nächste Mal tagt der Aufsichtsrat am 10. März. Dem Aufsichtsrat gehören auch Mitglieder des Stadtrats an. Ob es der Antrag der SPD-Fraktion auf die Tagesordnung schafft, muss OB Andreas Starke (SPD) entscheiden. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender. 

Verdi-Vertreter Dirk Schneider begrüßte die angekündigte Unterstützung aus der Bamberger Kommunalpolitik. Er sprach von einem „Signal der Wertschätzung“.

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