Falls die Beschäftigten der Bamberger Kochlöffel-Filiale von Wehmut erfasst gewesen sein sollten, dann konnten sie es gut verbergen. Lediglich ein prosaisch formulierter Zettel hängt seit Beginn dieser Woche in der Fensterfront des Schnellimbisses: „Wir haben geschlossen für immer“ steht in großen Lettern geschrieben.
„Der letzte Verkaufstag war am 31. Oktober“, schreibt eine Kochlöffel-Sprecherin auf Anfrage des Fränkischen Tag.
Der Vertrag zwischen Kochlöffel und Vermieter läuft bis Jahresende
Dass der Kochlöffel in Bamberg schließt, ist seit Mitte September bekannt. Damals bejahte eine Kochlöffel-Sprecherin eine entsprechende Anfrage des Fränkischen Tag. Der Zeitpunkt allerdings kommt überraschend.
Denn die Pläne von Kochlöffel sahen vor, die Filiale bis zum 31. Dezember zu führen. Bis dahin noch läuft der Vertrag zwischen Kochlöffel und Vermieter.
Die vorgezogene Filialschließung begründet Kochlöffel auf Anfrage mit der „aktuellen Mitarbeitersituation vor Ort“. Demnach hätten sich seit der Nachricht von der bevorstehenden Filialschließung mehrere Beschäftigte nach einer neuen Arbeitsstelle umgesehen.
Mit dem aktuell noch zur Verfügung stehenden Personalbestand sei ein Weiterbetrieb der Filiale nicht möglich gewesen. Nach Angaben von Kochlöffel beschäftigte die Bamberger Filiale zuletzt zehn Personen.
Kochlöffel: Ist der Abschied von Bamberg endgültig?
Mit der vor ihrer eigentlichen Zeit vollzogenen Filialschließung endet die Kochlöffel-Ära in Bamberg. Insgesamt 52 Jahre lang verköstigte der bundesweit aktive Schnellimbiss seine Kunden am Grünen Markt mit Würsten, Burgern, Hähnchen und Pommes.
Ob der Abschied aus Bamberg ein Abschied für immer ist, lässt die Sprecherin in der Schwebe: „Wir sind sehr zuversichtlich, mit Kochlöffel im schönen Bamberg an anderer Stelle bald wieder vertreten zu sein.“
Anfragen von potenziellen Vermietern und Franchisenehmern sehe man erwartungsfroh entgegen.
Die Konturen hinter dem Kochlöffel-Aus zeichnen sich inzwischen deutlich ab. Die Liegenschaft Am Grünen 18 steht vor einer Kernsanierung. Das teilte auf Anfrage Christoph Grabowski von der Grabowski.Spork GmbH mit.
Das Architekturbüro mit Sitz in Wiesbaden betreut die Sanierungsmaßnahme. Als Bauherr und Projektentwickler tritt die Tropos Zwei GmbH auf. Beheimatet ist die Immobilienfirma im hessischen Bad Soden-Salmünster.
Im kernsanierten Gebäude sollen Einzelhandel und Wohnungen unterkommen
Laut Grabowski ist im Erdgeschoss eine „Einzelhandelsnutzung“ vorgesehen. Entfalten darf sich der zukünftige Einzelhandel dort auf einer Fläche von rund 430 Quadratmetern. Für die Obergeschosse sind darüber hinaus Mietwohnungen geplant.
Für den Kochlöffel ist in diesen Plänen kein Platz mehr.













