Wegen seines Verhaltens während eines Polizeieinsatzes, der sich vergangenen Dezember ereignet hat, stand nun ein Mann aus dem Landkreis Forchheim vor dem Amtsgericht. Grund war wohl eine emotionale Ausnahmesituation gewesen, in der sich der gelernte Geotechniker befunden hatte. So hatten Nachbarn die Polizei gerufen, weil er in Unterwäsche gekleidet und mit Verletzungen an seinem Arm in seinem Garten stand.
Halbherziger Messerangriff
Erst nach einer Weile sei es gelungen, den Mann zu überzeugen, in seine Wohnung zu gehen, um dort auf den Krankenwagen zu warten, wie die Polizisten erklärten. Dort habe er dann einen Beamten mit einem Messer bedroht, woraufhin sie ihn fixiert hätten. Dabei wehrte er sich erneut und beleidigte die Beamten.
„Die Aktion mit dem Messer war aber eher halbherzig“, erklärte der Polizist, der den Mann entwaffnet hatte. Schließlich sei es ihm nicht schwergefallen, dem Angeklagten das Messer aus der Hand zu schlagen. „Er hätte mir in dieser Situation das Messer auch ohne Probleme zwischen die kurzen Rippen stechen können“, betonte er.
„Es tut mir alles so Leid“, erklärte der Angeklagte mit bebender Stimme im Prozess. Tatsächlich sei er bereits seit 15 Jahren Alkoholiker. Nach einer Therapie habe er etwa acht Jahre nicht getrunken. Vor rund einem Jahr habe der gelernte Geotechniker jedoch wieder die Kontrolle verloren. Inzwischen bemühe er sich wieder um eine passende Suchttherapie, finde aber keinen Platz.
Arbeitsstunden sollen Struktur bringen.
„Ihre Sozialprognose ist nicht gut“, erklärte die Richterin. So sei der Angeklagte nur rund fünf Monate vor dem aktuellen Vorfall aufgrund einer ähnlichen Situation verurteilt worden. Außerdem habe er derzeit keine Arbeit, keine Beziehung und sei, wie man ihm ansehe, allgemein in einem schlechten Zustand.
Dennoch setzte sie die sechsmonatige Haftstrafe für den Vorfall zur Bewährung aus, wenn der Angeklagte sich um eine Therapie kümmere und diese nicht abbreche. Überdies solle er 80 Arbeitsstunden bei einer sozialen Einrichtung leisten, um seinem Alltag wieder Struktur zu geben. „Ich habe schon die Hoffnung, dass sie es wieder schaffen, vom Alkohol wegzukommen“, betonte sie. Und wenn er nüchtern sei, neige er ja offensichtlich nicht dazu, Straftaten zu begehen.
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